News 09.02.2017

Der Vortänzer

Kia erhöht mit dem Rio die Schlagzahl

Kia hat den Rio erneuert. Der Kleinwagen bietet nicht nur mehr Platz und einen neuen Benzinmotor, sondern auch viel Ausstattung. Und natürlich sieben Jahre Garantie.

 - Neu auf die Räder gestellt: Kia Rio.
Neu auf die Räder gestellt: Kia Rio.
Kia

Kia hat einen Lauf. Von 2010 bis 2016 konnte der koreanische Hersteller seine Absatzzahlen in Deutschland um 65 Prozent von 36.595 auf 60.522 Einheiten steigern. 26 neue beziehungsweise überarbeitete Modelle hat es in dieser Zeit gegeben. Diese ohnehin schon hohe Schlagzahl wird noch erhöht, kündigt Geschäftsführer Steffen Cost an. In den kommenden vier Jahren wird Kia seinen Worten zufolge 22 entweder komplett neue Baureihen oder Überarbeitungen vorstellen.

Quasi den Vortänzer macht nun der Rio, dessen dritte Generation 2011 auf den Markt kam. Bei der nun vierten Auflage des Viertürers hat sich das Design auf den ersten Blick erkennbar verändert. Gesicht, Seitenansicht und auch Heck wirken aufgrund schärferer Linien kerniger. In der Länge ist der Rio um 15 Millimeter auf 4,065 Meter gewachsen. Auch das Platzangebot im wertiger gewordenen Innenraum ist größer, da der Radstand um einen Zentimeter zugelegt hat. Zwar hört sich das nicht viel an, bedeutet aber für die Passagiere auf der Rückbank einen Zugewinn an Beinfreiheit von 60 Millimetern. Selbst zwei groß gewachsene Personen können im Rio noch bequem hintereinander sitzen. Außerdem haben auch Kopf- und Schulterfreiheit zugelegt.

980 Liter Laderaumvolumen

 - Dank der langen und hohen Motorhaube wirkt der nur minimal auf 4,07 Meter angewachsen Kia bulliger.
Dank der langen und hohen Motorhaube wirkt der nur minimal auf 4,07 Meter angewachsen Kia bulliger.

Dazu kommt ein Kofferraum, der jetzt 325 und damit 37 Liter mehr fasst, als zuvor. Und das, obwohl der Karosserieüberhang hinten um 15 Millimeter abgenommen hat. Wird die hintere - im Verhältnis 60:40 geteilte - Rückenlehne vorgeklappt, stehen satte 980 Liter (plus 57) auf einer ebenen Fläche zur Verfügung. Allerdings erst von der zweiten Ausstattungsstufe an, bei der es einen herausnehmbaren Gepäckraumboden gibt und die dann auch keine Stufe hinter der Ladekante mehr hat. Die ist zwar im Vergleich zum bisherigen Rio um etwa drei Zentimeter nach unten gewandert, doch mit fast 72 Zentimetern noch immer nicht wirklich niedrig. Erleichtert wird das Ein- und Ausladen, da die Ladeluke um 71 Millimeter breiter geworden ist, jetzt fast genau einen Meter misst.

Im Passagierabteil gibt es verbesserte Sitze mit festerer Polsterung (mehr Komfort für die längere Fahrt), ein schon in der Basisausstattung höhen- und längsverstellbares Lenkrad (gut für eine ergonomische Sitzhaltung), Flaschenhalter in allen vier Türen (vorne für 1,5-, hinten für 0,5-Liter-Flaschen) sowie diverse Ablagefächer (für Kleinkram und das Telefon). Der optisch veränderte und mehr in die breite gezogene Armaturenträger vermittelt ein großzügigeres Raumgefühl. Die Rundumsicht hat sich verbessert, da die C-Säulen erheblich schmaler ausfallen als bislang. Zudem sind die Außenspiegel weiter vorn platziert. Zwei wichtige Punkte, die der Sicherheit dienen, da der tote Winkel kleiner geworden ist

Neuer Ein-Liter-Motor

 - In den Laderaum passen 980 Liter - aber nur mit herausnehmbarem Boden.
In den Laderaum passen 980 Liter - aber nur mit herausnehmbarem Boden.

Wenn's ums Fahren geht, zeigt der Rio ebenfalls eine Leistungssteigerung. Da die Karosserie steifer ausgelegt, das Fahrwerk neu abgestimmt und die Lenkung direkter übersetzt wurde, fährt sich der Viertürer agiler als bislang. Zügig gefahrene Kurven passiert der Wagen präzise, gibt dabei jederzeit eine gute Rückmeldung an den Fahrer. Kurze Wellen oder Unebenheiten indessen kommen im Innenraum an. Unkomfortabel ist der Rio deshalb aber keinesfalls.

Neu im Angebot ist ein Einliter-Dreizylinder mit manuellem Fünfganggetriebe (ab 16.890 Euro mit Klimaautomatik, 16-Zoll-Alurädern, Freisprecheinrichtung, Sitzheizung, beheizbarem Lederlenkrad, Abbiegelicht, LED-Tagfahrlicht), den es mit 100 oder 120 PS gibt, und der laut Norm 4,5 beziehungsweise 4,7 Liter verbrauchen soll. Beide Versionen hängen richtig gut am Gas, Antritt und Durchzug überzeugen.

Basismotorisierung ist ein 1,2-Liter-Benziner mit 84 PS, der ebenso wie der 99 PS starke 1,4-Liter bekannt ist, aber überarbeitet wurde. Den Dieselpart deckt ein 1,4-Liter-Turbo mit 90 PS ab, dessen Drehmoment von bisher 220 auf 240 Newtonmeter erhöht wurde (Normverbrauch wie bisher 3,8 Liter). Der Selbstzünder ist im besonders reichhaltig ausgestatteten Sondermodell Dream-Team-Edition (Preisvorteil laut Kia bis zu fast 4.000 Euro) auch mit 77 PS zu haben.

Viel Ausstattung

 -  Im geräumigen Innenraum präsentiert sich der Koreaner aufgeräumter und hochwertiger als bisher.
Im geräumigen Innenraum präsentiert sich der Koreaner aufgeräumter und hochwertiger als bisher.

Apropos Ausstattung. Hier trumpft der Rio schon beim Einstiegsmodell groß auf. Radio mit RDS- und MP3-Funktion, USB- und Aux-Anschluss, Multifunktionslenkrad, Bordcomputer, Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel und ein Start-Stopp-System sind unter anderem serienmäßig im unveränderten Preis von 11.690 Euro (1,2-Liter-Benziner) vorhanden. Eine Klimaanlage kostet 890 Euro extra. Die ist aber im 1.800 teureren Edition-7-Modell ebenso enthalten wie beispielsweise der doppelte Ladeboden oder Armaturenbretteinsätze in Klavierlackschwarz. Ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung sowie ein Spurhalteassistent sind für alle Versionen verfügbar und kosten inklusive Tempomat. Geschwindigkeitsbegrenzer und 3,5-Zoll-TFT-Aktiv-Matrix-Display im Instrumententräger 990 Euro.

Generell gilt für den Rio, wie für alle Kia-Modelle, eine siebenjährige Mobilitätsgarantie. Über die dürften sich Außendienstler ebenso freuen wie Fuhrparkverantwortliche, denen damit im Falle einer Panne viel organisatorische Arbeit abgenommen wird. Schließlich umfasst die Garantie unter anderem Abschleppen, Hotelkosten, Mietwagen oder Rücktransport des Fahrzeugs. Wolfgang Schäffer

Technische Daten: Fünfsitziger, fünftüriger Kleinwagen, Länge: 4,07 Meter, Breite: 1,73 Meter (Breite mit Außenspiegeln: 1,99 Meter), Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,58 Meter, Kofferraumvolumen: 325 - 980 Liter.

Antrieb:
1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner, 62 kW/84 PS, Fünfgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 122 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 12,9 s, Vmax: 173 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,8 Liter, CO2-Ausstoß: 109 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 11.690 Euro

1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 73 kW/99 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 133 Nm bei 4.000 U/min, 0-100 km/h: 12,2 s, Vmax: 175 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter, CO2-Ausstoß: 114 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: C, Preis: ab 15.090 Euro

1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner, 74 kW/100 PS, Fünfgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 172 Nm bei 1.500–4.000 U/min, 0-100 km/h: 10,7 s, Vmax: 186 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,5 Liter, CO2-Ausstoß: 102 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 16.890 Euro (Dream-Team-Edition, sonst 18.590 Euro)

1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner, 88 kW/120 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 172 Nm bei 1.500–4.000 U/min, 0-100 km/h: 10,2 s, Vmax: 190 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,7 Liter, CO2-Ausstoß: 107 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: B, Preis: ab 19.290 Euro

1,4-Liter-Vierzylinder-Diesel, 66 kW/90 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe, maximales Drehmoment: 240 Nm bei 1.500–2.000 U/min, 0-100 km/h: 12,0 s, Vmax: 175 km/h, Durchschnittsverbrauch: 3,8 Liter, CO2-Ausstoß: 98 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A+, Preis: ab 20.190 Euro (Dream-Team-Edition) SP-X

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