Fahrbericht 01.03.2017

Erhabene Göttin

Fahrbericht Citroen DS4 Crossback BlueHDi 180 EAT6

Raus aus der Massenware, Premium heißt das Zauberwort und das steht für Exklusives, Edles und auch das etwas Teurere. Der Citroen DS 4 Crossback ist der Repräsentant dieser Eigenschaften im PSA-Konzern in der Kompaktklasse. Kann der avantgardistische Look Dienstwagenberechtigte und Fuhrparkmanager gleichsam überzeugen?

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bfp / Clemens Velten

Es gibt verschiedene Motivationen, um mit einem Fahrzeug aufzufallen. Allen gemein ist aber der Preis, den man dafür beim Händler oder beim Leasinggeber bezahlen muss. Denn natürlich kostet es ein wenig mehr, als wenn der Kunde zu einem Standardfahrzeug greift. Kommen, wie beim DS4 Crossback, noch weitere Spezifikationen dazu, wird es etwas teurer. So startet unser Testwagen mit dem stärksten Diesel im DS4-Angebot (133 kW/180 PS) ab 31.390 Euro.

Dank Dachreling, pechschwarzer Felgen und drei Zentimetern mehr Bodenfreiheit steht der DS4 Crossback wirklich anders da als die Limousinen-Variante. Auch wenn der Franzose streng genommen nur ein postfaktischer Geländewagen ist, vermittelt er einen Hauch Urigkeit und Wagemut, gekrönt durch eine erhabene Sitzposition.

1.500 Euro Aufpreis kostet die Verwandlung des DS4 in einen „gefühlten Geländewagen“. Einen Allradantrieb gibt es nicht, so dass man mit dem Fahrzeug auf befestigen Wegen bleiben sollte. Trotzdem: Die Verkleidung steht ihm gut und wirkt besonders selbstbewusst im Zusammenhang mit der Orange-Metallic-Lackierung (Aufpreis: 690 Euro), mit der unser Testfahrzeug vorfuhr.

Innenraum

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bfp / Clemens Velten

Im Innenraum des 4,28 Meter langen Fünftürers erinnert nur die erhöhte Sitzposition und der Schriftzug Crossback auf den Türschwellern daran, dass man nicht in der DS4 – Limousine unterwegs ist. Chrom-Applikationen lockern den Innenraum auf, an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritteln, das griffige Lederlenkrad liegt sehr gut in der Hand. Dienstwagenberechtigte, die sich gerne bei der Leasingrate selbst beteiligen möchten, können den Innenraum sogar in eine Lederlandschaft verwandeln. Das lederbezogene Armaturenbrett kostet 1.200 Euro, Ledersitze für Fahrer und Beifahrer gibt es ab 2.200 Euro, die teuerste Variante schlägt mit knapp 4.000 Euro zu Buche. Es muss ja nicht unbedingt das Voll-Ledergestühl sein, die Teilledersitze für 890 Euro fühlen sich schon richtig gut an. Und mit 200 Euro Aufpreis kommen noch elektrische Lendenwirbelunterstützung und Massagefunktion dazu, Langstreckenfahrer wird es freuen.

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bfp / Clemens Velten

Ergonomie

Fahrer und Beifahrer können sich im Innenraum des Crossbacks wohlfühlen. Die Vordersessel sind bequem zugeschnitten und besonders an den Wangen der Rückenlehnen stabil ausgeformt und geben sehr guten Seitenhalt auch bei sportlicher Fahrweise. Das Cockpit wirkt aufgeräumt und bedienfreundlich, jedoch sitzt der USB-Anschluss der Mittelkonsole so tief, dass nur eine Kinderhand keine Schwierigkeiten hat, den Speicher auf Anhieb in der Buchse zu platzieren. Die Gäste der Rückbank müssen zum einen gelenkig sein, um halbwegs elegant durch die schmalen hinteren Türen auf ihre Sitze zu gelangen, und sollten außerdem nicht zu lang sein, damit weder Knie noch Kopf anstoßen. Das Platzangebot ist dort nicht wirklich kompaktklassengerecht.

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bfp / Clemens Velten

Wer Kinder im Kindersitz anschnallen muss, kann dies aufgrund der hohen Sitzposition bequem erledigen, lernt aber beim Öffnen der Hintertüren deren Tücken kennen. Am spitz zulaufenden Ende des Türblattes, dort, wo die Einfassung des senkrechten Klappgriffs mit der C-Säule zusammentrifft, ragt die Ecke rund 20 Zentimeter heraus. So mussten wir häufiger beim Öffnen der Tür einen Schritt zurücktreten, damit wir uns die herausstehende Spitze der aufschwingenden Tür nicht in die Brust rammten.

Kofferraum

Das Kofferraumvolumen beträgt ordentliche 385 Liter, das auf 1.021 Liter durch Umklappen der Rücksitze erweiterbar ist. Die daraus entstehende Ladefläche ist nicht eben. Die Kofferraumbeleuchtung ist clever gelöst: Das seitlich angebrachte LED-Licht kann herausgenommen werden und kann als praktische Taschenlampe eingesetzt werden. Vor dem Laden steht erst eine Kraftübung an. Das Gepäck muss über eine sehr hohe Ladekante gewuchtet werden. In Sachen UVV muss DS noch nachbessern: Zurrösen, die der UVV entsprechen, suchten wir vergebens, genauso wie ein Trennnetz, das weder als Sonderausstattung noch als Zubehör angeboten wird.

Motor

Das Motorenangebot des Crossbacks ist überschaubar, drei Triebwerke, ein 96 kW (130 PS) Benziner sowie zwei Dieselaggregate mit 88 kW (120 PS) und 133 kW (180 PS) stehen zur Wahl. Die größere Motorenvielfalt bleibt dem DS 4 vorbehalten. Bei unserem Testwagen kam der leistungsstärkste Selbstzünder zum Einsatz. Der 180 PS starke Zweiliter-Diesel verwandelt den Franzosen in einen herrlich flotten Begleiter. 400 Nm lassen zudem keine Diskussionen über Durchzugskraft aufkommen, davon gibt es einfach reichlich.

Fahrwerk

Bei der Fahrwerksabstimmung wollten die Ingenieure keinesfalls den Eindruck aufkommen lassen, dass der DS 4 Crossback zu „französisch“ weich oder zu komfortabel ist. Also im Zweifel lieber etwas sportlich härter. Gleiches gilt für die Sechsgang-Automatik, die etwas weicher hätte schalten können, da die Insassen jeden Schaltvorgang direkt spüren.

Kosten

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bfp / Clemens Velten

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern überboten wir den Normwert um knapp zwei Liter (4,4 Liter). Fuhrparkverantwortliche können mit Betriebskosten in Höhe von 0,3105 Euro rechnen.

Gelassen im Umgang mit Geld sollten Dienstwagenberechtigte bei der Zusammenstellung ihres Wunschfahrzeugs sein. Neben den oben erwähnten Individualisierungsvorschlägen offeriert das Unternehmen noch weitere Angebote. 18- oder 19-Zöller zum Beispiel, LED-Leuchten oder einen Spurhalte-Warner. Wichtig auf jeden Fall ist eine Rückfahrkamera. So gut die Sicht, dank der großen Panaroma-Windschutzscheibe, nach vorne ist, so eingeschränkt ist sie durch die kleine Heckscheibe nach hinten. Die Rückfahrkamera gibt es im Paket für knapp 1.900 Euro mit schlüssellosem Zugang, Navi sowie dem mit einem 7-Zoll-Bildschirm verbundenen Infotainmentsystem, das mittlerweile Android und Apple-Car-Play versteht.

Fazit

Wer dem Konzept des DS 4 Crossback folgt, wird darauf setzen, dass der Wagen den Spagat zwischen Designer-Anzug und Blaumann hinreichend beherrscht. Gut aussehen ist die eine, praktisch sein die andere Aufgabe.

Wer also DS im Emblem und Crossback als Zusatz haben möchte, sollte dies aus Überzeugung tun und liquide sein. Damit erhält er aber auch ein besonderes Fahrzeug, das nicht allzu häufig anzutreffen sein wird.

PS Mit dem DS 7 Crossback bekommt der kompakte Crossover einen großen Bruder. Lesen Sie hier mehr dazu.

Datenblatt
 
  
Modell DS4 Crossback Blue HDi 180 EAT6
kW/PS 133/180
Drehmoment (Nm/Umin) 400/2.000
L/B/H (mm) 4.280/1.810 (mit Außenspiegel: 2.005/1.540
Laderaum min/max (l) 385 - 1.021
Zuladung (kg) 475
Anhängelast gebr./ungebr. (kg) 1.550/745
Testverbrauch (l/100 km) 6,3 Liter Diesel/100 Kilometer

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