Fahrbericht 26.01.2017

Kribbeln in den Fingern

Fahrbericht Alfa Romeo Giulia 2,2d Super

Knackig ist vielleicht der Begriff, den man mit einem waschechten Alfa in Verbindung bringt. Ein Alfa muss das Herz höher schlagen lassen, das Auge streicheln, die Finger zum Kribbeln bringen. Das ist auch den Machern im Hause Fiat klar geworden: Das Ergebnis ist die neue Giulia. Denn schon die elegante und spannende Linienführung der Giulia ist ein Statement in dieser Richtung: „Schaut her, ich bin ein echter Alfa“. Stolz zeigt sie ihren Scudetto mit dem dezent modernisierten Alfa-Logo und ihre großen Lufteinlässe. Ecken, Kanten und Rundungen sitzen an den richtigen Stellen. Und was sonst noch? Schauen wir genauer hin.

 - Bilder zum Fahrbericht Alfa Romeo Giulia 2,2d Super
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Antrieb

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Dem sportlichen Anspruch gemäß sollte auch ein Motor gewählt werden, der diesen erfüllen kann. Wir entschieden uns für den 180 PS starken Vierzylinder-Diesel und die Achtgang-Wandlerautomatik. Die Kombination bringt 450 Newtonmeter Drehmoment auf den Antriebsstrang – und das schon bei 1.750 Umdrehungen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Zwar nagelt der Motor nach dem Kaltstart ein wenig altbacken vor sich hin, doch schon nach wenigen Kilometern hört man nur noch ein leises Brummen. Auf der Autobahn bringt das Triebwerk genügend Reserven auf das Pflaster, um jederzeit zügig beschleunigen zu können.

Das Getriebe macht seine Sache wirklich gut, schaltet zum richtigen Zeitpunkt und lässt sich per Gasfuß oder den Paddeln hinter dem Lenkrad auch manuell willig steuern. Apropos Paddel: Sie sind so wuchtig geraten, dass man bewusst um sie herum greifen muss, wenn man den Blinkerhebel bedienen will.

Fahrwerk

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Serienmäßig ausgerüstet ist die Giulia mit dem Fahrdynamiksystem DNA. Per Drehschalter kann man zwischen drei Modi wählen, wobei zwar keine Dämpfer geschärft, aber Gas-, Brems- und Lenkbefehle sehr direkt umgesetzt werden. Das Fahrerdisplay wechselt dabei auf rote Illumination - und wer will, kann nachschauen, ob eine nennenswerte und messbare Querbeschleunigung erfolgt ist. Letzteres lässt sich schon bei normalen Kurvenfahrten ein wenig nachvollziehen; der Hinterradantrieb unterstützt deren flottes Durcheilen. Die Giulia ist zwar angenehm straff abgestimmt, verzichtet aber auf pseudo-sportliche Härte, so dass auch längere (Dienst-)Fahrten problemlos abgewickelt werden können.

Sicherheit/UVV

Die Sicherheitsausstattung ist sowohl passiv als auch aktiv schon in der Ausstattungsstufe Super sehr umfangreich, weitere Assistenten wie den Tot-Winkel-Assistent sind in einem Paket zusammengefasst, das für den Super 920 Euro Aufpreis kostet. Um die Sicherheit im Laderaum muss man sich bei einer Limousine ja keine Gedanken machen. Die Bremsen verrichten ihre Arbeit zuverlässig und gut dosierbar.

Ergonomie/Qualität

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Wer sich mit den klobigen Schaltpaddeln arrangiert hat, findet in den komfortablen Sitzen einen guten Führerstand. Diese sind leider nicht serienmäßig mit Lordosenstütze ausgerüstet, doch wer Leder wählt, sollte auf jeden Fall das Winterpaket (1.450 Euro) bestellen, denn nur dann gibt es eine Sitzheizung. Das 6,5 Zoll große Standard-Infotainment-Display im Armaturenbrett wirkt ein wenig mickrig, will man es größer haben (8,8 Zoll, also immer noch nicht wirklich riesig), werden in Verbindung mit einem Navi 2.500 Euro Aufpreis verlangt. Bescheidet man sich mit dem kleinen Bildschirm kostet die Navigationsoption nur 1.100 Euro. Die Bedienung von Radio oder Navi erfolgt über einen zentralen Dreh-Drückknopf und ist nicht immer einfach. Ansonsten haben die Alfa-Designer mitgedacht und für die Steuerung von Klimaanlage oder Lautstärke separate Schalter vorgesehen. Die Material- und Verarbeitungsqualität liegt auf durchschnittlichem Niveau.

Kosten

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40.650 Euro brutto kostet „unsere“ Giulia; man sollte indes noch einige Euro für wichtige Pakete einplanen – wie etwa das Business-Paket für 990 Euro, das die Navigation, elektrisch anklappbare Außenspiegel und Parksensoren enthält. Oder eben das erwähnte Winterpaket. Der Verbrauch des schönen Dieselmotors lag auf unseren Touren, die nicht im Eco-Modus erfolgten und viele Autobahnetappen beinhalteten, bei 6,3 Liter. Zum Vergleich: Angegeben ist ein Normverbrauch von 4,0 Litern, was eine erhebliche Differenz ausmacht. Dennoch darf man angesichts der Fahrleistungen damit zufrieden sein.

Unter dem Strich verbuchten wir Kilometerkosten von 38,34 Cent (160.000 km/48 Monate) beziehungsweise monatliche Kosten von 1.278 Euro, was sich durchaus im Rahmen der Mittelklasse bewegt, zu der sich die Giulia zählen kann.

Fazit

Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Giulia ist ein echter Alfa. Sie gefällt, fährt wie erwartet – und dass nicht alles zu 100-prozentiger Zufriedenheit ausfällt, darf man ja erwarten. Wem sie sich ins Herz geschmeichelt hat, der kann beruhigt zugreifen. hjm

Datenblatt
 
  
Modell Alfa Romeo Giulia 2,2d Super
kW/PS 132/180
Drehmoment (Nm/Umin) 450/1.750
L/B/H (mm) 4.643/2.024/1.436
Laderaum min/max (l) 480
Zuladung (kg) 500
Anhängelast gebr./ungebr. (kg) 1.600/745
Testverbrauch (l/100 km) 6,3

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1 Kommentar zu "Kribbeln in den Fingern "

  1. candy crush - 14.04.2017, 16:46 Uhr (Kommentar melden)

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