News 07.02.2017

Launiger Start

Der Audi A4 Avant 2,0 TDI im Praxistest

Seit Mitte Januar prüft die Redaktion einen neuen Praxistestkandidaten auf Motor und Karosse: Der Audi A4 Avant 2,0 TDI tritt auf mit bekannten Tugenden, zeigte aber auch schon einige Launen.

 - Seit wenigen Wochen im Praxistest: Audi A4 Avant 2,0 TDI.
Seit wenigen Wochen im Praxistest: Audi A4 Avant 2,0 TDI.
bfp

Wir wissen jetzt, warum die Autofarbe Weiß noch nie unsere erste Wahl war – auch wenn sie von Audi etwas hochtrabend als „Gletscherweiß Metallic“ bezeichnet wird. Schon wenige Tage nach dem Start des Praxistests war vom schmucken Äußeren des A4 Avant nicht mehr viel zu sehen. Die beinharte Kälte Mitte Januar in Verbindung mit einer leichten Nässe auf der Fahrbahn sorgten für einen grauen Überzug aus Schmutz, der ständig damit drohte, Hände oder Kleidung zu verunreinigen, wenn man sich dem Auto unvorsichtig näherte. Da plädierte sogar der langmütigste Kollege in der Redaktion für eine Fahrt durch die Waschstraße.

Doch nicht nur dieser Umstand sorgte gleich in den ersten Tagen mit dem beliebten Ingolstädter für Stirnrunzeln. So meldete das Navigationssystem mitunter einen Fehler in der SIM-Karte, über die der Audi die Vernetzung zum Cyberspace aufrechterhält. Die Konsequenz: keine Staudaten mehr. Was umso beklagenswerter war, da diese Google-Daten ein wirklich gutes Bild der Staulage geben – wenn sie denn verfügbar sind.

 - Gleich zu Beginn erlaubt sich der A4 einige Eigenmächtigkeiten.
Gleich zu Beginn erlaubt sich der A4 einige Eigenmächtigkeiten.
bfp

Also haben wir die SIM-Karte mal herausgezogen, ein wenig gereinigt, und wieder eingesteckt. Mit durchwachsenem Erfolg: Erst als die Temperaturen auf ein Niveau von um die null Grad oder darüber stiegen, arbeitete das System zuverlässig. Wir werden es im Auge behalten.

Ebenso wie die elektronische Parkbremse. Diesem nützlichen Item scheint ein Eigenleben innezuwohnen, denn nach dem Abstellen des Motors betätigt es die Feststellbremse mal automatisch und mal nicht. Mit dem Frost hat es diesmal nichts zu tun, und auch der Blick in das Fahrerhandbuch brachte keine Erleuchtung.

Kraft, Komfort und Sparsamkeit

Doch von diesen Launen einmal abgesehen fühlen wir uns in der jüngsten Generation des Flottenklassikers recht wohl. Unter der Haube werkelt der beliebte und von den Kunden zu Recht gerne gewählte Zwei-Liter-Dieselmotor mit 140kW (193 PS) und Siebengang-S-Tronic. Der Antriebsstrang stellt die gelungene Melange aus Kraft, Komfort und, das kann man jetzt schon sagen, Sparsamkeit dar. Der Vierzylindermotor schafft 250 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen und den Sprint auf 100 km/h in 9,0 Sekunden. Das reicht für flotte Autobahntouren und für entspanntes Criusen sowieso.

 - Der Innenraum ist wie gewohnt hochwertig und funktional.
Der Innenraum ist wie gewohnt hochwertig und funktional.
Audi

Das Fahrwerk lässt sich dank Dämpferregelung je nach Gusto und Fahrtzweck einstellen (980 Euro Aufpreis), so dass es keinem Piloten zu hart oder zu weich sein kann. Auch eine Effizienzeinstellung findet sich hier, mit der der Motor etwas später hochschaltet und etwas träger auf Befehle des Gasfußes reagiert. Und dank diverser Assistenzpakete gibt es alle mehr oder weniger wichtigen Assistenten an Bord. Auch im Heck findet sich neben einer elektrischen Klappe mit Fußsensor (zusammen mit Keyless Go 1.050 Euro) ein Schienensystem (205 Euro) zur besseren Ladungssicherung sowie ein Ablage- und Gepäckraumpaket (190 Euro). Der Laderaum fasst zwischen 505 und 1.510 Liter.

 - Der Laderaum fasst zwischen 505 und 1.510 Liter.
Der Laderaum fasst zwischen 505 und 1.510 Liter.
Audi

Man kann sich schon zusammenreimen, dass der Basispreis für den A4 Avant von 43.550 Euro brutto angesichts der vielen Annehmlichkeiten kaum zu halten ist und sich dank vieler Extras auf 66.340 Euro summiert. Eine Verdoppelung des Kaufpreises ist das zwar nicht, aber rund 23.000 Euro überschreitet die Grenze von 50 Prozent des Kaufpreises. Da mag versöhnen, dass sich der Audi anschickt, das Norm-Verbrauchsversprechen von 5,3 bis 5,8 Liter einzuhalten beziehungsweise nicht allzu weit zu übertreffen. So haben wir – glaubt man dem Bordcomputer – festgestellt, dass man bei entspanntem Cruisen durchaus die 5,0-Liter-Marke erreichen kann. Über alle Fahrten hinweg liegen wir indes bei knapp über sechs Liter.

Ein Anfang ist also gemacht, gut 3.000 Kilometer hat der A4 schon absolviert, und man darf gespannt sein, wie lange sich dessen Eigenmächtigkeiten noch halten. Wir werden davon berichten. hjm

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