Transporter 17.06.2010

Leitwolf aus Wolfsburg

Erste Eindrücke vom VW Amarok

Es klingt wie ein Kunstwort, ist aber keines: Amarok, so nennt man in der Sprache der nordamerikanischen Ureinwohner Inuit den Wolf. Und wie ein Jäger hat auch die Sparte Nutzfahrzeuge von Volkswagen über Jahre den riesigen Pickup-Markt belauert, um

Es klingt wie ein Kunstwort, ist aber keines: Amarok, so nennt man in der Sprache der nordamerikanischen Ureinwohner Inuit den Wolf. Und wie ein Jäger hat auch die Sparte Nutzfahrzeuge von Volkswagen über Jahre den riesigen Pickup-Markt belauert, um jetzt mit dem ersten eigenen Modell zuzuschlagen. Weltweit werden in der Kategorie Pritschenwagen immerhin zwei Millionen Fahrzeuge verkauft. In der Klasse Mid-size (eine Tonne Zuladung) soll der Amarok nun zum Leitwolf avancieren, weil er über VW-DNA wie moderne Motorentechnologie, Komfort und Sicherheit verfügt.

Bei ersten Testfahrten zeigt sich, dass er durchaus ein kundiger Fährtensucher auf jedem Terrain ist. Denn anders als viele US-amerikanische Trucks seiner Klasse, deren Bulligkeit über mangelnde Agilität hinwegtäuscht, ist der durchaus schlank gestaltete Amarok als echter 4x4 zu haben. Mit zuschaltbarem Allradantrieb, Getriebeuntersetzung und Hinterachssperre bewegt er seine imposante Länge von 5,25 Meter fast wie ein Parkour-Läufer über Stock, Stein und Schlagloch. Außerdem kann man sich – was in dieser Klasse durchaus ungewöhnlich ist – auf ein ESP verlassen sowie auf ein maßgeschneidertes ABS, das beispielsweise auf tückischem Schotter den Bremsweg verkürzen hilft. Aber schließlich hat dieser Pickup auch den ultimativen Härtetest überstanden: Er war vergangenes Jahr Begleitfahrzeug bei der Rallye Dakar in Südamerika. Und kam durch. Das hilft auch im Dickicht der befestigten Straßen.

Herzstück des Allround-Lastentiers ist der 2,0-Liter-TDI, den es in zwei Varianten gibt: als Topversion mit 120 kW/163 PS und später in einer kleineren Ausführung mit 90 kW/122 PS. Der kräftige aber sparsame Diesel agiert verlässlich und ist vor allem auf harte Arbeit im unteren Drehzahlbereich ausgelegt.

Der neue im Segment, der in Argentinien nahe Buenos Aires gefertigt wird und von dort auch die Kontinente erobern soll, ist zwar als robuster Pickup ausgewiesen, doch in seiner Doppelkabine (die SingleCab-Version kommt 2011 auf den hiesigen Markt) geht es fast zu wie in einem Pkw. Kein rauer, asketischer Gaucho-Stil, sondern sorgfältige, ansprechende Verarbeitung und angenehme Sitze prägen das Cockpit, genauso wie Pkw-übliche Sicherheitsstandards. Nicht nur mit der Basisversion will der Amarok anders sein als die anderen. Die Ausstattungsoptionen Trendline und Highline, die unter anderem Chrom- und Leder-Allure verbreiten, deuten es schon an: dieser Pick-up könnte durchaus auch zum Lifestyle-Leitwolf taugen. Daran sollten dann auch die VW-typisch sehr selbstbewusst ausgefallenen Preise von rund 28.000 bis 35.000 Euro für den starken Motor nichts mehr ändern. SP-X

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