"Auch unsere Branche kann nicht wachsen"
VMF-Vorsitzender Michael Velte für 2010 pessimistisch.
Mit insgesamt 3.807.000 zugelassenen Neufahrzeugen stand das Jahr 2009 ganz im Zeichen der Umweltprämie. Das Markt-Wachstum von 23 Prozent wurde alleine deshalb erzielt, da die privaten Käufe sich durch die Subvention nahezu verdoppelt haben (plus 92 Prozent).
538.000 Fahrzeuge waren für gewerbliche Fuhrparks bestimmt. Das sind 14 Prozent aller Zulassungen und 38 Prozent der im vergangenen Jahr gewerblich zugelassenen Fahrzeuge. Neben dem relevanten Flottenmarkt bestehen sie zusätzlich aus den Sektoren Fahrzeugbau, Fahrzeughandel und Autovermieter.
Insgesamt sind die Zulassungen in diesen Sektoren zwischen 15 und 28 Prozent zurückgegangen. Schon im vierten Quartal 2009 wirkte die Subvention nur noch abgeschwächt. „Von Normalität konnte zwar noch keine Rede sein, aber die nach wie vor deutlichen Rückgänge in den gewerblichen Segmenten sind wieder kleiner geworden und die privaten Zulassungen sind „nur“ um etwas mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gewachsen“, sagt Michael Velte (Foto), Vorstandsvorsitzender des VMF - Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet.
Im Vergleich der Jahre 2008/2009 sind fast 430.000 Neufahrzeuge weniger für gewerbliche Zwecke zugelassen worden, bei einem Zuwachs von 1,15 Millionen Einheiten bei den privaten. Im Saldo war das ein Plus von über 700.000 Fahrzeugen. Velte: „Da gewerbliche Investitionen nicht gefördert wurden, ist dieses Wachstum an Fuhrparkdienstleistern und dem Gebrauchtwagenhandel komplett vorbei gegangen.“ Michael Velte kann mit einem Rückgang von rund 22,4 Prozent im relevanten Flottenmarkt im Jahr 2009 nicht zufrieden sein – auch wenn die Fuhrparks innerhalb des gewerblichen Segments ihren Markanteil bei den Neuzulassungen um einen Prozentpunkt auf jetzt 38 Prozent gesteigert haben.
Absolut gesehen hat der Flottenmarkt rund 155.000 Neuzulassungen weniger zählen müssen, als noch ein Jahr zuvor. „2010 wird als Jahr ohne Abwrackprämie zeigen, dass die Subvention den Absturz nur verzögert hat, denn die Automobilindustrie leidet nach wie vor massiv weltweit unter Überkapazitäten von mehr als 30 Prozent“, erklärt Velte. Dazu kommen der angeschlagene Gebrauchtwagenmarkt, die Restwertproblematik und damit einhergehend auch die Insolvenzgefahr für viele Händler. „Darüber hinaus werden wir 2010 spüren, dass viele private Haushalte ihre Investition in einen Neuwagen vorgezogen haben. Und wir werden leider auch weiterhin die Vorsicht der Unternehmen spüren, die dabei sind die Finanz- und Wirtschaftskrise zu verdauen oder gar zu überleben.“
Die Tendenz, so der VMF, deutet im Gesamtmarkt auf ein Jahr, in dem deutlich weniger als drei Millionen Neufahrzeuge abgenommen werden. Unter anderem, weil die Fuhrparks verkleinert werden oder der Austausch der Fahrzeuge verzögert wird. Auch die Experten von Eurotax-Schwacke sprechen von einem Minus von mehr als 20 Prozent. Velte weiter: „Wenn der Markt insgesamt schrumpft, kann auch unsere Branche nicht wachsen.“ So werden nach seiner Prognose die relativen Marktanteils-Gewinne der Dienstleistung Leasing und Fuhrparkmanagement absoluten Verlusten gegenüberstehen.
Die Effekte der Krise und der dadurch entstandenen besonderen Situation sind durch die Umweltprämie auf dieses und die kommenden Jahre verschoben worden. Bis zum Jahr 2012 werden sich die Märkte wieder den normalen Verhältnissen angeglichen haben. „Wir rechnen allerdings erst ab 2012 wieder mit Neuzulassungen über der Drei-Millionen-Grenze und über 600.000 Fuhrparkfahrzeugen.“
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