31.01.2012

E-Autos: Schlechte Klimabilanz

Studie des Öko-Instituts: Zu wenig regenerative Energiequellen

E-Autos: Schlechte Klimabilanz

Elektroautos werden von vielen als die Lösung im Kampf gegen CO2 gepriesen; insbesondere in Fuhrparks könnten sie weite Verbreitung finden. Doch einer Studie zufolge tragen die Stromer bei weitem nicht so viel zum Klimaschutz bei wie gemeinhin angenommen. Dies geht aus einer Untersuchung des Öko-Instituts für das Bundesumweltministerium hervor, wie die "Tageszeitung" am Montag berichtete. Im Gegenteil: Der Ausbau der Elektromobilität führe zu einer größeren Klimabelastung.

Zwar würde durch einen Ausbau der Elektroflotte auf eine Million Fahrzeuge bis zum Jahr 2022 die Treibhausgasemission im Verkehrsbereich um sechs Prozent sinken. Mit effizienteren Benzinmotoren ließen sich aber bis zu 25 Prozent einsparen. Den Grund für die schlechte Klimabilanz sieht das Öko-Institut in den Strommengen, die durch Elektroautos zusätzlich verbraucht werden. Die Klimabilanz wäre demnach nur ausgewogen, wenn die zusätzlich notwendigen Strommengen mit Hilfe regenerativer Energiequellen in den Strommarkt eingespeist würden.


Andernfalls würden die Elektroautos den vorhandenen Öko-Anteil am Strom nahezu ausschöpfen. Anderen Verbrauchern bliebe nur die Nutzung von Strom, der auf klimaschädlicherem Wege erzeugt wurde - etwa aus Kohle - die gute Bilanz wäre dahin.

Derweil dürften Elektroautos laut Europas größtem Autohersteller Volkswagen in den kommenden Jahren ein Nischenprodukt bleiben. "Viele, viele Jahre werden wir noch mit dem Verbrennungsmotor unterwegs sein", sagte der Konzernbeauftragte für den Bereich Elektroautos, Rudolf Krebs, dem "Tagesspiegel" vom Montag. "Elektroautos werden in einer Marktnische erfolgreich sein und nicht alle Kundenwünsche erfüllen können." Sie seien ideal für die Stadt, für Pendler, für den Lieferverkehr und als Zweitwagen. "Wir dürfen den Kunden deshalb nicht vorgaukeln, dass wir über Nacht alles elektrisch machen."

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Kommentare

03.02.2012
11:28 Uhr

Oliver

Das hier auf einer Fachleuteplattform ein so schlechter und eindeutig zielgerichteter Lobbyartikel abgedruckt wird erschüttert mich!

Als E-Auto-Fahrer (natürlich mit Ökostrom) und auch privater Ökostrom-Nutzer bin ich jetzt also Schuld daran, das allen anderen Stromkunden, die sich nicht für Ökostrom entscheiden, weniger Öko-Anteil in ihrem Strommix zur Verfügung steht??

Jeder Kunde der Ökostrom für sich verlangt, erhöht den Druck auf die Versorger mehr Ökostrom zur Verfügung zu stellen.

02.02.2012
20:57 Uhr

anonymous

Es lebe der Scheckbuch-Journalismus!

Gerade die deutschen Autobauer, die den Anschluß an das Thema E-Auto verpennt haben, die anderen das Feld überlassen haben und sich jetzt um Zuschüsse zur ENTWICKLUNG (!) von E-Autos anwanzen, sollten sich doch bitte mit ihrer Meinung zum Thema Ökobilanz zurückhalten. Was uns fehlt, sind Kapazitäten zur Speicherung der überschüssigen eingespreisten Energie aus Öko-Stromgewinnung, die dann für z.B. E-Autos abgerufen werden kann.

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