Entspannter Luxus
BMW 730d
In Zeiten der Wirtschaftskrise und der Abwrackprämie haben es Autos der Luxusklasse besonders schwer. Leiden sie doch zudem noch unter der Umweltdiskussion. Klar: Je größer das Auto, desto weniger ökologisch, lautet die Formel. Doch ist das angesichts moderner und sparsamer Dieselmotoren nicht zu kurz gedacht? Wir haben mit dem 730d von BMW die Probe aufs Exempel gemacht. Das Ergebnis überrascht.
Motor:
Die Dreiliter-Diesel-Klasse wird nicht nur in der Ober-, sondern auch in der oberen Mittelklasse gerne eingesetzt und ist weit verbreitet. So verwundert es nicht, dass die Marken diese Triebwerke laufend optimieren. Eben auch BMW: Der aktuelle Sechszylinder leistet 180 kW (245 PS) und bietet ein Drehmoment von satten 540 Newtonmeter zwischen 1.750 und 3.000 Umdrehungen. Kraft, die ausreichen sollte, eine knapp zwei Tonnen schwere Limousine zu bewegen.
Fahrwerk:
Hier spürt man den Unterschied zu niedrigeren Fahrzeugklassen. Der Siebener ist serienmäßig mit der elektronisch geregelten „Dynamischen Dämpfer Control“ ausgestattet. Die Dämpfer passen sich dabei adaptiv sowohl der Fahrbahnbeschaffenheit als auch dem Fahrstil an, um unerwünschte Fahrzeugbewegungen zu verhindern, die durch Unebenheiten oder hohe Querbeschleunigungen ausgelöst werden.
Zusätzlich ausgestattet mit der „Fahrdynamik-Control“, kann man das Fahrwerk des BMW in vier Stufen regulieren: Komfort, Normal, Sport und Sport plus, wobei bei Letzterem in Verbindung mit ausgeschaltetem DSC sogar das ESP eingeschränkt arbeitet, um extrem sportliche Fahrweise zu ermöglichen. Mit einem Siebener? Naja. Fest aber steht, dass die Straßenlage nichts zu wünschen übrig lässt; ebenso wenig der Komfort.
Sicherheit/UVV:
Hier bietet der Luxus-BMW alles, was es am Markt gibt – serienmäßig und gegen Aufpreis. Die Features hier aufzulisten führte zu weit. Herausgehoben seien an dieser Stelle Bi-Xenon-Doppelscheinwerfer inklusive Tagfahrlicht, zweistufiges Bremslicht serienmäßig, adaptives Kurvenlicht mit variabler Lichtverteilung und Abbiegelicht, erweiterter Notruf mit automatischer Ortung als Option sowie „Night vision“ mit Personenerkennung.
Ergonomie/Qualität:
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es an der Materialqualität und der Verarbeitung nichts zu mäkeln. Reichhaltig ist auch das Angebot an (aufpreispflichtigen) Sitzen, hier findet jeder das passende Gestühl – mit Massage, verstellbarem Oberteil der Rückenlehne und so weiter. Erwähnenswert ist aber vor allem das weiter entwickelte Bediensystem i-Drive, das nicht mehr nur aus einem Knopf besteht, sondern dessen Funktionen man über Tasten teilweise direkt ansteuerbar sind. Es wird immer besser.
Kosten:
70.500 Euro Bruttopreis sind eine Basis, die sich mit einigen Extras ohne weiteres noch auf über 80.000 Euro aufrüsten lässt – man kennt das js. Doch nicht die hohen Preise, sondern die stetig sinkenden Restwerte machen den Luxuslinern das Leben teuer. Denn auch die Spritkosten halten sich in kaum erwartet engen Grenzen: Zwar konnte das Triebwerk die versprochenen 7,2 Liter laut Normangabe nicht halten, mit einem Testverbrauch von 8,3 Liter kann man angesichts der üppigen Leistung aber durchaus gut leben.
Fazit:
Die daraus resultierenden Gesamtkosten von 59,13 Cent je Kilometer (48 Monate/160.000 km) liegen auf einem relativ günstigen Niveau – so richtig teuer wird ein Luxusauto halt erst, wenn Acht- oder gar Zwölfzylindermotoren zum Einsatz kommen.
| Modell | BMW 730d |
| kW/PS | 180/245 |
| Drehmoment (Nm/Umin) | 540/1.750-3.000 |
| L/B/H (mm) | 5.072/1.902/1.479 |
| Laderaum min/max (l) | 500 |
| Zuladung (kg) | 640 |
| Anhängelast gebr./ungebr. (kg) | 2.100/750 |
| Testverbrauch (l/100 km) | 8,3 |
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