Fiat setzt auf Entwicklung
Punto Evo 1,3 Multijet Sport
Fiat. Was assoziiert man heute beim Namen der italienischen Automarke? Richtig: Nicht allzu groß geratene Fahrzeuge, Volumenmodelle, praktisch, preisgünstig, unprätentiös, gut. Attribute, die auch auf den Punto zutreffen sollen, der jetzt dank seiner letzten Weiterentwicklung den Zusatz „Evo“ für „Evolution“ trägt. Laut Darwin sind bei der Evolution jene Arten erfolgreich, die sich am besten an die gegebenen Umstände anpassen. In der Autowelt ist dies nicht anders. Erfolg kann nur ein Auto haben, das die Bedürfnisse seines Umfeldes, sprich der Käufer, möglichst gut bedient. Wir werfen also einen Blick darauf, ob dies beim Punto Evo der Fall ist.
Motor/Getriebe:
Es gibt Autohersteller, die bauen bessere Dieselmaschinen. Und es gibt Autohersteller, die bauen schlechtere Dieselmaschinen. Fiat gehört zweifelsohne zu ersterer Kategorie, die Selbstzünder der Italiener sind schon seit längerem von untadeliger Güte. Da macht auch der von uns gefahrene 1,3-Liter-Motor keine große Ausnahme. Im Antritt ist er zwar zunächst ein wenig behäbig, kommt aber bei Drehzahl dann gut in die Puschen. Dafür sorgt allein schon das ansehnliche Drehmoment von 200 Newtonmetern bei 70 kW (95 PS) Leistung. Bei etwas zügiger Fahrweise brauchte unser Testkandidat 6,0 Liter auf 100 Kilometer. Erwähnenswert ist die serienmäßige Start-Stopp-Automatik. Selbige erfordert anfangs ein wenig Geschick und Übung, sonst würgt man Motor an der Ampel auch schon mal ab und ärgert seine Hinterleute.
Fahrwerk:
Passend zur von uns gefahrenen Ausstattungslinie mit Namen „Racing“ zeigte sich das Fahrwerk mit recht strammer Federung. So werden größere Unebenheiten durchaus schon spürbar an die Insassen weitergegeben. Lobend erwähnen muss man, dass der Punt insofern eine erfreuliche Evolution mitgemacht hat, als dass die Stabilitätskontrolle ESP jetzt serienmäßig verbaut ist.
Sicherheit/UVV:
Im Fahrgastraum des Punto Evo wird Sicherheit groß geschrieben. Insgesamt sieben Airbags sind in allen Modellvarianten Bestandteil der Serienausstattung. Zusätzlich zum Knie-Airbag für den Fahrer stehen für Fahrer und Beifahrer zweistufig zündende Front-Airbags bereit, außerdem je ein Seiten-Airbag in den äußeren Sitzwangen. Die Insassen sowohl auf den vorderen Sitzen als auch auf der hinteren Sitzbank werden von zwei über die gesamte Innenraumlänge reichenden Window-Airbags geschützt. Alle Sitze verfügen über eine Anti-Submarining-Struktur, die bei einem Aufprall ein Durchrutschen unter dem Gurt verhindert. Sie sind darüber hinaus serienmäßig mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten inklusive Gurtstraffer sowie höhenverstellbaren Kopfstützen ausgestattet. Auf Wunsch verfügen die vorderen Sitze über aktive Kopfstützen. Kann man dem Italiener hier offensichtlich keinerlei Versäumnisse unterstellen, sieht dies im Laderaum leider anders aus. Hier fehlen die Verzurrösen zur Sicherung der Ladung, die zur Einhaltung der UVV notwendig wären.
Ergonomie/Qualität:
In Sachen Qualität und Verarbeitung hinterlässt der Fiat im Innenraum einen soliden Gesamteindruck. Die Sitze sind angenehm straff, könnten allerdings noch etwas mehr Seitenhalt bieten. Die Armaturen wirken etwas verspielt, was beim Tacho den unangenehmen Nebeneffekt hat, dass dieses schlecht ablesbar ist. Zum Serienumfang gehört für die Linien Racing und Sport das empfehlenswerte Infotainmentsystem Blue&Me, das über eine Bluetooth-basierte Freisprecheinrichtung inklusive SMS-Leser und die Fahranalyse-Software Ecodrive verfügt. Über einen USB-Anschluss in der Mittelkonsole lassen sich außerdem externe Musikquellen, wie zum Beispiel MP3-Player, anschließen. Auf Wunsch lässt sich die Halterung für das neu entwickelte Blue & Me Tom-Tom ergänzen, welches eine einfache Installation des Gerätes im zentralen Bereich der Armaturentafel ermöglicht. Eingaben erfolgen mit Hilfe des 4,3 Zoll großen Touchscreen-Farbbildschirms, per Sprache oder durch Multifunktionstasten auf dem Lenkrad.
Kosten:
Mit dem Blick auf die Kosten steht und fällt oft die Entscheidung zu einem bestimmten Auto. Mit 6,0 Litern war unser Testverbrauch zwar nicht gerade rekordverdächtig, aber trotzdem fällt auch mit diesem Verbrauch der Blick auf die Gesamtkosten ziemlich erfreulich aus: Für den Punto Evo 1,3 Multijet schlagen hier 24,71 Cent (48 Monate/160.000 Kilometer/siehe Downloads) zu Buche.
Fazit:
Wer im Kleinwagen-Segment nach geeigneten Kandidaten für seinen Fuhrpark ist, der sollte auch den flotten Italiener mit der von uns gefahrenen Dieselvariante mit ins Kalkül ziehen, denn er bietet ein ansehnliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Was jedoch auch zu beachten bleibt, sind die fehlenden Verzurrösen, die ein großes Manko darstellen.
| Modell | Fiat Punto Evo 1,3 Multijet Racing |
| kW/PS | 70/95 |
| Drehmoment (Nm/Umin) | 200/1.500 |
| L/B/H (mm) | 4.065/1.687/1.490 |
| Laderaum min/max (l) | 275/1.030 |
| Zuladung (kg) | 485 |
| Anhängelast gebr./ungebr. (kg) | 1.000/400 |
| Testverbrauch (l/100 km) | 6,0 |
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