Jeder vierte Autositz fällt durch

Unfallforschung: Vor allem Kleinwagensitze schützen oft schlecht

Mehr als ein Viertel der Autositze sind unsicher oder bieten nur mäßigen Schutz. Das ergab jetzt eine Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die 211 Sitze von Fahrzeugen des Modelljahres 2010 für den deutschen Markt genauer unter die Lupe genommen hat. Bei dem sogenannten International Insurance Whiplash Protection Group-Test (IIWPG-Test) wird in einer statischen Prüfung die Einstellbarkeit der Kopfstütze und bei einem Crashtest mit Dummies die Belastung der Halswirbelsäule  bei einem Heckaufprall untersucht

28 Prozent der getesteten Sitz-Kopfstützenkombinationen wurden dabei mit „mäßig“ oder „schlecht“ bewertet. Besonders Sitzanlagen von Kleinwagen fielen negativ auf. Hier schaffte nur die Hälfte der Probanden eine positive Beurteilung. Gerade bei den preisgünstigen Einsteigermodellen gehören zum Beispiel aktive Kopfstützen oftmals nicht zum Serienumfang. Bei den kleinen Vans sah es etwas besser aus, zumindest wurde kein Fahrzeug mit „schlecht“ bewertet. Dagegen konnten - nicht wirklich überraschend – alle Fahrzeuge der Oberklasse mit ihren modernen Sitzsystemen überzeugen.

Auch die Kompaktklasse erreicht mit einer Quote von 90 Prozent einen insgesamt zufriedenstellenden Wert. Als „schlecht“ wurden bei den Kleinwagen Chevrolet Aveo, Fiat Panda, Kia Rio, Mitsubishi Colt, Opel Agila, Renault Clio Campus und der Suzuki Splash benotet. Durchgefallen sind bei dem IIWPG-Test zudem auch die Sitze von Mitsubishi Pajero, Dodge Nitro, Jeep Cherokee, Kia Sportage (altes Modell), Jaguar X-Typ und Peugeot 308 CC.

Seit 2005 testet die UDV die Sicherheit von Sitz-/Kopfstützen-Kombinationen. Zu Beginn erfüllten noch 60 Prozent der getesteten Modelle nicht die Anforderungen. Die Unfallforscher sehen daher deutlich Fortschritte bei der Verbesserung der Sicherheit. Sie empfehlen jedoch allen Insassen, vor dem Losfahren auf die korrekte Einstellung ihres Sitzes zu achten, so dass die Lehne eng am Körper anliegt, die Kopfstütze dicht am Hinterkopf platziert ist und die Oberkante mit der Scheitelhöhe abschließt. SP-X

Kommentare

29.07.2010
15:32 Uhr

Strauch Norbert

Seit vielen, vielen Jahren wähle ich meine/unsere Fahrzeuge nach den Sitzen aus. Was einem auf dem Markt geboten wird, ist schlicht und weg eine Frechheit. Es gibt die tollsten Features im und am Auto -auch viele die keiner braucht und schon gar keiner nach gerufen hat- aber um die Sitze kümmert sich keiner. Und es sind auch die Obere Mittelklasse Fahrzeuge, nämlich die mit den hohen Kilometerleistungen, die nicht akzeptable "Serienmäßige" Sitze haben. Es kann nicht sein, dass man einen Aufpreis zahlen muss um anständig und rückenfreundlich zu sitzen. Zu allem Überfluss kommen dann noch Aufpreise für Leder hinzu, da man ansonsten die "guten" Sitze nicht bekommt. Eine Frechheit. Sparen am falschen Ende.

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