11.08.2010

Zwischen zwei Jahre und lebenslänglich

Ein Überblick über die aktuellen Garantieleistungen der Marken

Ein ansprechendes Design, saubere und/oder starke Motoren und natürlich der Preis sind beim Kauf eines Neuwagens entscheidende Faktoren. Bei der Garantie schauen viele Autofahrer dagegen nicht so genau hin, dabei wird diese mit zunehmendem Autoalter immer wichtiger. Bevor die japanischen Marken in den 80er-Jahren in Deutschland Fuß fassten, boten alle Hersteller mehr oder weniger den gleichen Garantieumfang und beschränkten sich dabei meist auf das gesetzliche Minimum. Inzwischen hat sich viel getan und erst vor wenigen Tagen sorgte Opel mit einer neuen „lebenslangen“ Garantie für Aufsehen. Wir haben die aktuellen Neuwagengarantien der Hersteller daher einmal genauer unter die Lupe genommen.

Das absolut notwendigste gewährt derzeit nur noch BMW. Statt Garantie geben die Bayern die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre Gewährleistung. Im Vergleich zur Garantie ist dies ein feiner, aber manchmal entscheidender Unterschied. Denn bei der Gewährleistung hat der Kunde nur den Anspruch auf die Beseitigung von Mängeln, die bei der Übergabe des Fahrzeugs schon vorhanden waren. In den ersten sechs Monaten muss er dies zwar nicht beweisen, in den anschließenden 18 Monaten aber schon.

Alle anderen Hersteller geben Garantie, beheben einen Mangel also innerhalb des gewährten Zeitraums unabhängig davon, ob er bei der Auslieferung vorhanden war. Die Garantieleistung ist aber fast immer an gewissen Bedingungen geknüpft, etwa an die Einhaltung der vorgeschriebenen Wartungen und Inspektionen.

Zwei Jahre Garantie geben, mit der negativen Ausnahme BMW und der positiven Ausnahme Opel, alle anderen deutschen Hersteller – von Audi bis Volkswagen. Aber auch die Fiat-Marken, Skoda, Seat oder Chrysler bescheiden sich mit 24 Monaten. Seit vielen Jahren sind da die Asiaten einen Schritt, respektive ein Jahr weiter. Alle japanischen Marken und – bis auf eine besonderes lobenswerte Ausnahme – auch die koreanischen Hersteller gewähren drei Jahre Garantie. Die Edelmarken Jaguar und Land Rover lassen sich hier ebenfalls nicht lumpen.

Nach oben gibt es aktuell zwei Ausreißer: Da wäre zum einen Kia zu nennen, die Koreaner gewähren eine Garantie von sieben Jahren oder 150.000 Kilometern. Dies wird nur noch von Opel übertroffen, das jetzt auf Pkw-Neufahrzeuge Garantie für 160.000 Kilometer ohne zeitliche Begrenzung gibt. Also theoretisch tatsächlich lebenslang, legt man das durchschnittliche Fahrverhalten der Deutschen zugrunde wird die Kilometerzahl meist nach etwa 15 Jahren erreicht.

Allerdings gelten auch für diese „Super-Garantie“ einige Bedingungen und Einschränkungen. Ab 60.000 Kilometer Laufleistung übernimmt Opel nicht mehr alle Materialkosten, sonder nur noch 90 Prozent. Und dieser Wert wird bis 160.000 Kilometer auf stufenweise auf 40 Prozent zurückgeführt. Ab dem vierten Zulassungsjahr muss die Garantie durch Zahlung von 11,90 Euro pro Jahr zudem immer wieder aktiviert werden. Und ein Zweitbesitzer kann die Garantie nur übernehmen, wenn das Fahrzeug jünger als sechs Jahre ist und weniger als 100.000 Kilometer auf dem Tacho hat.

Trotz dieser Einschränkungen: Die Opel-Garantie ist derzeit die umfangreichste auf dem Markt – die von Kia steht da nicht viel nach. Man darf gespannt sein, ob durch die Initiative eines Volumenherstellers wie Opel jetzt Bewegung in den Garantiemarkt kommt. In anderen europäischen Ländern sind längere Garantiezeiten längst normal. Davon abgesehen kann sich aber jeder Käufer selbst schützen. Für meist wenige hundert Euro gibt es bei speziellen Versicherungen Garantieverlängerungen. Diese lassen sich meist gleich beim Kauf eines Fahrzeugs mit abschließen und fallen im Vergleich zum Fahrzeugpreis dann kaum ins Gewicht. SP-X

Neuer Kommentar

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA Bild zum Spamschutz
Eintragen
Seite versendenSeite drucken

Ihr Ansprechpartner

Hans-Joachim Mag

mag@fuhrpark.de

Telefon 06131 / 62 776 11