News 15.02.2017

Privatfahrten könnten günstiger werden

Dienstwagennutzer erstreitet BFH-Urteil

Die private Nutzung des Dienstwagens könnte bald günstiger werden. Nun hat ein Angestellter durchgesetzt, dass er eigene Kosten für den Firmenwagen von der Steuer absetzen kann.

Für viele Arbeitnehmer werden Privatfahrten mit dem Dienstwagen voraussichtlich günstiger. Denn wenn der Angestellte ohnehin einen Teil der Kosten seines Dienstwagens trägt, muss der Fiskus das bei der Berechnung der Einkommensteuer berücksichtigen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden, wie „Spiegel online“ unter Berufung auf dpa berichtet.

Damit setzte sich ein Angestellter gegen sein Finanzamt durch. Der Mann teilte sich mit seinem Arbeitgeber die Kosten des Dienstwagens, den er auch privat nutzte. Der Angestellte bezahlte 5.600 Euro Benzin im Jahr, die Firma den Rest. Diese 5.600 Euro kann der Mann nun von der Steuer absetzen - das Finanzamt hatte das anders gesehen.

Bisher konnten Arbeitnehmer ihre privaten Kosten nur zum ganz kleinen Teil absetzen. Das höchste deutsche Finanzgericht hat nun aber seine Rechtsmeinung geändert, wie aus der Entscheidung hervorgeht.

Bei der Besteuerung privat genutzter Dienstwagen gibt es zwei Methoden: ein Fahrtenbuch oder die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Letztere bedeutet, dass der Arbeitnehmer monatlich ein Prozent des Auto-Listenpreises plus einen Anteil für die Fahrten zum Arbeitsplatz versteuern muss. In dem Prozess belief sich dieser Betrag auf 6.300 Euro im Jahr, die das Finanzamt besteuern wollte. Laut BFH-Urteil kann der Mann jedoch seine 5.600 Euro Benzinkosten davon abziehen - versteuern muss er damit nur noch 700 Euro als geldwerten Vorteil.

Die finanziellen Auswirkungen auf die Staatskasse gehen aus dem Urteil nicht hervor. Auf Deutschlands Straßen sind mehrere Millionen Dienstwagen unterwegs. (Az.: VI R 49/14) SP-X

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