Fahrbericht 18.01.2017

Stilsicheres Premium-SUV

Fahrbericht Range Rover Evoque TD4 4WD SE

2011 führte Land Rover den „kleinen“ Range Rover, den Evoque, ein. Und seitdem schreibt dieses Modell eine Erfolgsgeschichte: In fünf Jahren konnten die Briten nach eigenen Angaben 520.000 Einheiten verkaufen und setzten im Sommer vergangenen Jahres noch einen drauf, indem sie ihrem Erfolgsmodell das Dach abschnitten – das Cabrio kam auf den Markt.

 - Für das Modelljahr 2017 leicht modernisiert: Range Rover Evoque.
Für das Modelljahr 2017 leicht modernisiert: Range Rover Evoque.
Jaguar Land Rover

Die letzte Verjüngungskur fand Mitte 2015 statt, und für das nun begonnene Modelljahr spendierte man dem Evoque mehr Konnektivität in Form des Navigations-/Infotainmentsystems In-Control Touch pro mit 10,2-Zoll-Display. Die Zwei-Liter-Dieselmotoren mit entweder 150 oder 180 PS tun seit dem Facelift in 2015 Dienst, was ja kein Nachteil sein muss, versprechen sie doch gute Fahrleistungen bei niedrigem Verbrauch. Wir haben uns die schwächere der beiden Versionen näher angeschaut.

Antrieb

Da der Evoque sowieso schon auf moderne Triebwerke zurückgreifen konnte, blieb der Motorraum unangetastet – was der überzeugenden Performance keinen Abbruch tat. Wir waren mit der 150-PS-Version unterwegs und stellten fest, dass auch diese mit dem immerhin 1,7 Tonnen schweren SUV keine Probleme hatte. Aufbauend auf der sensiblen Neungang-Automatik fand der Motor stets die Drehzahl, die es brauchte, um adäquat von dannen zu rollen. Die Schaltpaddel am Lenkrad kamen so gut wie nie zum Einsatz. Dabei blieb das Triebwerk immer leise und ließ kaum knurriges Nageln vernehmen.

 - Im Gelände macht ihm kaum einer was vor.
Im Gelände macht ihm kaum einer was vor.
Jaguar Land Rover

Fahrwerk

 - Auch die Wattiefe ist beeindruckend.
Auch die Wattiefe ist beeindruckend.
Jaguar Land Rover

Der agile Charakter wurde unterstützt von der ebenso agilen Lenkung, die eine gute Rückmeldung von der Straße liefert. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel ausgelegt. Für manchen wichtiger aber ist, dass der Evoque auch gefahrlos ins Gelände abbiegen kann. Und hier macht dem kleinen Range Rover keiner was vor. Ein Wasserloch von einem halben Meter Tiefe meistert er ebenso gelassen wie abenteuerliche Schrägfahrten oder das Krabbeln über diverse natürliche Hindernisse. Dafür ist das aus dem großen Range bekannte System bestellbar, das je nach Terrain justiert werden kann. Dann muss man etwa bei einer steilen Bergabfahrt nur noch lenken. Der Evoque übernimmt das Bremsen. Hilfreich sind diverse Kameras rund ums Auto, mit denen man sein Umfeld stets im Blick hat.

Sicherheit/UVV

 - In den Laderaum passen bis zu 1.445 Liter.
In den Laderaum passen bis zu 1.445 Liter.
Jaguar Land Rover

Im Laderaum des Evoque finden sich zwei Schienen, in denen sich massiv wirkende Ösen verschieben lassen - je nach Bedarf und Ladegut. Sie kosten allerdings 357 Euro Aufpreis. Die Sicherheitsausstattung in der zweitniedrigsten Ausstattungsstufe SE ist bereits recht komplett, inklusive Knieairbags und Windowbags für vorne und hinten. Lediglich der Tote-Winkel-Warner (663 Euro), die Verkehrsschilderkennung (267 €) und der Einparkassistent für 1.173 Euro können zusätzlich geordert werden. Ein Trennnetz wird nicht angeboten, ist auch wegen der hohen Rücksitzlehnen und des niedrigen Daches, das übrigens die Kopffreiheit hinten kaum schmälert, nicht vonnöten. Das gilt freilich nicht für den Fall, dass die Lehnen umgeklappt werden: Hinter den Vordersitzen lässt sich keines aufspannen.

Ergonomie/Qualität

 - Neu im 2017er Modell ist das Navigationssystem.
Neu im 2017er Modell ist das Navigationssystem.
Jaguar Land Rover

Die Atmosphäre im Evoque ist sehr wohnlich, was auch an den verwendeten Materialien und deren guter Verarbeitung liegt – Premium eben. Das Infotainmentsystem bietet nun schnellere Rechenleistung und auf Wunsch ein Surround-Klangsystem von Meridian mit 825 Watt Leistung und 17 Lautsprechern, das 2.057 Euro kostet. Der Bildschirm besitzt eine Diagonale von 10,2 Zoll, ein 21:9-Breitbildformat und eine sehr gute Auflösung. Dass er ohne konventionelle Tasten auskommt kann man mögen, muss es aber nicht. Wie am Smartphone oder Tablet genügen Gesten wie Wischen oder Auf- und Zuziehen, um zwischen den Untermenüs zu navigieren. Leider lässt sich die Karte nicht dauerhaft auf Nordausrichtung stellen. Für aktuelle Staumeldungen benötigt das System eine Sim-Karte.

 - Deutliche Verbesserung: In-Control Touch pro mit 10,2-Zoll-Display.
Deutliche Verbesserung: In-Control Touch pro mit 10,2-Zoll-Display.
Jaguar Land Rover

Kosten

Mit 5,1 Litern auf 100 Kilometer soll der Evoque mit 150-Diesel-PS auskommen. Wir kamen auf unseren durchaus nicht übertrieben schnellen Touren auf einen Schnitt von 8,5 Liter, was angesichts des Fahrzeuggewichtes wirklich kein schlechter Wert ist. Doch die prozentuale Abweichung ist mal wieder deftig. Bei einer Tankgröße von nur 54 Litern liegt die Reichweite in der Praxis bei unter 600 Kilometern.

Auch muss man für die Anschaffung recht tief in die Tasche greifen: Mit SE-Ausstattung kostet er 45.100 Euro. Die Automatik schlägt mit 2.400 Euro zu Buche, und diverse und kaum verzichtbare Extras treiben den Preis schnell über die 50.000-Euro-Marke. Unser Testwagen kam auf knapp 57.000 Euro. Schön ist, dass Land Rover dem Evoque eine Dreijahresgarantie bis 100.000 Kilometer mit auf den Weg gibt. Unter dem Strich kamen wir auf Basis der SE-Ausstattung (45.100 €) auf Kilometerkosten von 41,44 Cent und auf monatliche Vollkosten von 1.381 Euro.

Fazit

Der Evoque ist ein gut gelungener Premium-SUV in der mittleren Liga. Nicht umsonst sieht man ihn recht oft im Straßenbild. Er setzt sich nicht nur beim gelungenen Design von der mittlerweile zahlreichen Konkurrenz ab und steigert mit seiner verbesserten Konnektivität sicherlich seine Attraktivität. Auch die Kostenperformance geht unter dem Strich in Ordnung. hjm

Datenblatt
 
  
Modell Range Rover Evoque 2,0 TD4 4WD SE
kW/PS 110/150
Drehmoment (Nm/Umin) 381/1.750
L/B/H (mm) 4.370/2.090/1.635
Laderaum min/max (l) 420/1.445
Zuladung (kg) 675
Anhängelast gebr./ungebr. (kg) 2.000/750
Testverbrauch (l/100 km) 8,5

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