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Foto: Joel Lück
Der bfp eMobility INDEX zeigt, wie elektrifiziert die Fuhrparks in Deutschland sind.

E-Mobilität

1. bfp eMobility INDEX: Da geht noch was!

Der bfp eMobility INDEX zeigt den Grad der Fuhrpark-Elektrifizierung. Und Thema des 1. bfp Mobility DIALOGs war das Für und Wider der E-Mobilität.

bfp FUHRPARK & MANAGEMENT veröffentlicht seinen 1. eMobility INDEX. Niklas Haupt, Partner von puls Marktforschung, stellte den von bfp-Redaktion und puls gemeinsam entwickelten und unabhängigen Gradmesser für den Stellenwert und die Akzeptanz der E-Mobilität in deutschen Fuhrparks am 23. September den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 1. bfp Mobility DIALOGs vor.

Wie elektrifiziert sind die Fuhrparks also in der Praxis? In welchem Maße ist die Elektromobilität schon heute in den Unternehmen in Deutschland angekommen? Wir können sagen: Es ist noch Luft nach oben. Auf einer Skala von 0 bis 100 liegt der aktuelle bfp eMobility INDEX bei 11,1. Da geht also noch was in Sachen E-Mobilität in den Unternehmensflotten.

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7 Prozent der Fahrzeuge in den Fuhrparks fahren 2022 rein elektrisch. 2021 waren es 5 Prozent. 51 Prozent der Unternehmen haben eigene Lademöglichkeiten installiert.
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bfp eMobility INDEX: Gradmesser der Elektrifizierung

Wie aber kommen wir auf einen aktuellen bfp eMobility INDEX von 11,1? Der bfp eMobility INDEX basiert auf den Antworten auf ausgewählte Fragestellungen des bfp Mobility BAROMETERs. Im Rahmen dieses ebenfalls neuen Formats befragt puls Marktforschung für bfp FUHRPARK & MANAGEMENT repräsentativ 300 Fuhrparkverantwortliche in ganz Deutschland. Und das sind die Antworten, die in unseren eMobility INDEX fließen:

  • der Anteil der reinen Elektroautos und Plug-in-Hybride in den Fuhrparks heute und in zwölf Monaten
  • die Anzahl der Lademöglichkeiten – also Ladesäulen und Wallboxen – auf dem Betriebsgelände sowie
  • der gefühlte Informationsstand der Befragten rund um das Thema E-Mobilität.

In verschiedenen Gewichtungen ergeben diese Antworten den bfp eMobility INDEX als zentrale Kennziffer für die aktuelle Elektrifizierung von Fuhrparks in Deutschland. Weil auch der von den Fuhrparkverantwortlichen selbst prognostizierte Anteil reiner Elektroautos und Plug-in-Hybride in die Berechnung mit einfließt, lässt der INDEX auch die zukünftige Entwicklung nicht außen vor.

Zahl der E-Autos und PHEVs noch überschaubar

Aber wieso nur ein Wert von 11,1 werden Sie sich vielleicht fragen, wo es doch in Sachen Unternehmensmobilität gefühlt kein anderes Thema mehr gibt als die E-Mobilität? Ganz einfach: Nach den Ergebnissen des 1. bfp Mobility BAROMETERs ist die Zahl der reinen Elektroautos und Plug-in-Hybride in deutschen Fuhrparks noch überschaubar. Blickt man auf die Aufteilung der Motorisierungen, sind derzeit nur fünf Prozent der Fahrzeuge im Fuhrpark reine Elektroautos und sechs Prozent Plug-in-Hybride. Allerdings: Innerhalb eines Jahres wollen die Befragten diesen Anteil verdoppeln: Auf je zehn Prozent reine E-Autos und Plug-in-Hybride.

Relativ hoch ist dagegen die Anzahl der Unternehmen, die bereits heute Lademöglichkeiten auf dem Betriebsgelände anbieten: Mit 52 Prozent ist das mehr als die Hälfte der Gesamtstichprobe. Deutlich ausgeprägt auch das Informationsniveau der Fuhrparkverantwortlichen rund um das Thema E-Mobilität: Genau 70 Prozent fühlen sich gut oder sogar sehr gut informiert.

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Foto: bfp FUHRPARK & MANAGEMENT
Im 1. bfp Mobility DIALOG diskutierten Christian Milan (oben links) und Oliver Piepenbrink (oben rechts) das Für und Wider elektrischer Antriebe im Fuhrpark. Niklas Haupt (Mitte rechts) präsentierte den 1. bfp eMobility INDEX, moderiert wurde das Online-Event von den bfp-Chefredakteuren Clemens Noll-Velten (Mitte links) und Christian Frederik Merten (unten).

Das Für und Wider der E-Mobilität

Aber nicht nur der bfp eMobility INDEX stand im Fokus des bfp Mobility DIALOGs am 23. September. Auch auf die E-Mobilität gibt es verschiedene Sichtweisen, vor allem für die Art und Weise ihrer praktischen Umsetzung gibt es Pro- und Contra-Argumente. Auf Einladung der bfp-Redaktion diskutierten deshalb E-Mobilitäts-Befürworter Christian Milan, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens M3E, und -Kritiker Oliver Piepenbrink, Commodity Manager Fleet bei Thyssen Krupp Services, das Für und Wider elektrischer Antriebe im Fuhrpark.

„Ich kritisiere grundsätzlich nicht das Bestreben, Mobilität gesamtgesellschaftlich sauberer zu gestalten“, stellte Piepenbrink seinen Argumenten voran. Mit Blick auf Fuhrparks unterstrich er aber: „Es fehlt ein ganzheitliches Konzept für die Einführung der E-Mobilität.“ Die Unternehmen seien es schließlich, die mit den Zielsetzungen von Politik, Herstellern und Energieversorgern in der Praxis umgehen müssten. Zumal Unternehmen als Wirtschaftsbetriebe auch und gerade mit Blick auf den Fuhrpark immer die Kosten im Blick haben müssten. „Und da geht es nicht nur um die TCO“, so Piepenbrink. „Wer zahlt mir die zwei Stunden in der Woche, die mein Servicemitarbeiter unterwegs auf Ladesäulensuche geht?“

Zersplitterte Förderlandschaft

Dass die zahlreichen staatlichen Förderprogramme für die Elektromobilität die TCO der E-Autos senken, erkennt Piepenbrink an, kritisiert im gleichen Atemzug aber die uneinheitlichen Förderkonzepte in Deutschland: „Überregionale Fuhrparks sind dem Förder-Dschungel hilflos ausgeliefert.“ Außerdem ist er der Meinung, dass der staatliche Eingriff durch die bevorzugte Gestaltung des geldwerten Vorteils bei der Umsetzung von E-Mobilität eine zu große Rolle spiele.

Christian Milan bestreitet die Komplexität des Förderangebots nicht, bei der Beantragung seien eine Menge Fallstricke zu beachten. Er sagt aber auch: „Die Elektromobilität ist eine sehr junge Technologie. Die Förderprogramme und auch der Umweltbonus senken die Hürden für die Einführung von Elektroautos und helfen, das Thema in der Gesellschaft zu verankern.“ Sowieso sei der Umweltbonus mittelfristig ein Auslaufmodell: „Schon bald werden Elektroautos aus Kostengesichtspunkten voll wettbewerbsfähig sein.“ Bereits heute gebe es E-Autos, die in der Gesamtkostenbetrachtung auch ohne staatliche Förderung günstiger seien als vergleichbare Verbrenner.

„Eine Lösung findet sich immer!“

Bleibt die Frage nach dem Anwendungszweck. Der, so Milan, sei das A und O für alle Unternehmen, die über die Einführung von Elektroautos nachdächten. Das sieht auch Oliver Piepenbrink so, vermisst für spezielle Anwendungszwecke aber nach wie vor das Fahrzeugangebot. „Der Trend geht auch bei Elektroautos in Richtung SUV“, so Piepenbrink. „Aber versuchen Sie mal, einen vollelektrischen Kombi für Ihre Servicetechniker zu finden.“ Ein Problem, dass der Markt lösen wird, wie sich Christian Milan sicher ist.

Seiner Meinung nach ein weiteres Erfolgskriterium: die organisatorische Vorbereitung. „Mit der Schlüsselübergabe ist es nicht getan“, so Milan. „Wer sich für Elektroautos entscheidet, muss Prozesse umstellen und Mitarbeiter sensibilisieren.“ Wer das tut, für den funktioniert auch das Thema E-Mobilität. Auf die Zuschauerfrage, wie dezentrale Flotten ohne Lademöglichkeiten im Unternehmen Ladevorgänge bei den Mitarbeitern zu Hause abrechnen sollten, hatte Milan zwei Möglichkeiten parat: „Entweder Sie zahlen eine Pauschale oder Sie nutzen ein intelligentes Ladekabel mit integrierter Abrechnungstechnik.“ Eine Antwort, die auch auf den Einwand Oliver Piepenbrinks passen würde, Ladevorgänge und damit die gesamten TCO von Elektroautos seien nicht transparent darstellbar.

Dass Fuhrparks nicht um das Thema E-Mobilität herumkommen, sieht allerdings auch Piepenbrink so. Mehr als ein Drittel Elektroautos im Flotten-Antriebsmix erwartet er zwar auch für die Zukunft nicht. Gleichzeitig appelliert er aber an alle Fuhrparkverantwortliche: „Machen Sie sich schlau, hinterfragen Sie Entscheidungen, die Ihnen auf die Schnelle vorgelegt werden.“ So weit entfernt ist er damit gar nicht mehr von Christian Milan, der sagt: „Wenn Sie Elektroautos einführen in Ihrem Unternehmen, gehen Sie die Herausforderungen schrittweise an. Dann lässt sich immer eine Lösung finden!“

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