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Tankkarten

"Alexa - tanken!"

Tankkarten-Übersicht 2018: Die jüngste Entwicklung weist darauf hin, dass das Smartphone demnächst die Tankkarte verdrängen wird.

Frank Jung

Die Digitalisierung rast mit scheinbar stets zunehmendem Tempo voran. Schon im vergangenen Jahr hatten wir an dieser Stelle das Ende der klassischen Tankkarte prophezeit. Damals gab uns ein Bezahlsystem Anlass, bei welchem ein in das Fahrzeug integriertes Gerät mit dem Kassensystem der Tankstelle kommunizierte und so die Bezahlung des gezapften Sprits vornahm, ohne dass dafür der Fahrer sein Auto verlassen musste.

Wird die Tankkarte verdrängt?

Nun soll ein Mobiles Endgerät – vulgo „Smartphone“ genannt - die Flottenkarte ersetzen. Erst vor wenigen Tagen haben der Tank- und Servicekartenanbieter DKV Euro Service und das Energieunternehmen Q1 Energie AG ihr digitales Tankkartensystem vorgestellt. Die Basis für das digitale Tankkartensystem bildet die Zahlz.box mit dazugehöriger App. Bei Zahlz handelt es sich um ein internes Startup der Q1 Energie AG, welches die Entwicklung und Vermarktung der Digitalprodukte des Unternehmens verantwortet. So können Anwender dort künftig über ihr mobiles Endgerät sämtliche Vorteile genießen, die sie bisher nur mit der klassischen, physischen Flottenkarte in Anspruch nehmen konnten.

Temporäre Tankkarte

Welche zusätzlichen Features gibt es?

„Darüber hinaus bietet die Kombination aus Zahlz System und digitaler DKV Karte eine Vielzahl neuer, praktischer Features“, so Sebastian Herkenhoff, Leiter IT bei Q1. Dazu zählt beispielsweise die Zuweisung digitaler Tankkarten – auch temporär. Fahrer und Fuhrparkleiter können die zugewiesenen Produkte und getätigten Buchungsvorgänge in Echtzeit einsehen. Im nächsten Schritt sollen weitere Mineralölgesellschaften und Tankstellenbetreiber sowie Partner für fahrzeugbezogene Services (zum Beispiel Waschstraßen) angeschlossen werden. DKV ist eigenen Angaben zufolge der bislang erste Tank- und Servicekartenanbieter, der in das Projekt involviert ist.

Was gibt es Neues bei Shell?

Der Anbieter Shell hat ein ähnliches System bereits Mitte des letzten Jahres mit einem Pilotprojekt an ausgewählten Stationen in Betrieb genommen. Möglich wird das Bezahlen dort per Smartphone durch die neue Option Smart Pay in der Shell-App (früher Shell Motorist App). Hat der Kunde die App heruntergeladen und diese mit seinem Pay Pal-Konto verknüpft, fährt er an die Shell-Tankstelle vor die gewünschte Zapfsäule, öffnet die App und wählt die Option Smart Pay. Nach der Identifikation durch die Sicherheits-PIN oder den Fingerabdruck wählt er „Jetzt Tanken“ aus. Die App lokalisiert mittels GPS, an welcher Shell Station sich der Kunde befindet. Nach Eingabe der Zapfsäulennummer und Bestätigung des maximalen Tankbetrages sowie der Säulennummer verbindet das System die Daten und der Kunde erhält die Freigabe zum Tanken. Er kann jetzt aus dem Auto aussteigen und tanken oder den Tankwart tanken lassen. Nach Beendigung des Tankvorgangs erhält der Kunde automatisch seine Abrechnung in der App und eine E-Mail mit dem steuerlich relevanten Beleg. Im Handumdrehen kann der Kunde seine Fahrt fortsetzen.

Was tut sich bei der E-Mobilität?

Außerdem widmet sich Shell unter anderem der E-Mobilität. Shell will 80 seiner größten europäischen Autobahn-Tankstellen mit Schnellladestationen ausrüsten. Zu diesem Zweck hat der Mineralölkonzern nun eine Vereinbarung mit Ionity geschlossen, einem Gemeinschaftsunternehmen der Autoindustrie, das bis 2020 zirka 400 leistungsstarke Ladestationen entlang der Hauptverkehrsachsen des Kontinents bauen will. Die betroffenen Shell-Tankstellen liegen in zehn unterschiedlichen Ländern; weitere Standorte könnten folgen. Ionity plant sogenannte High-Performance-Ladestationen mit einer Leistung von bis zu 350 kW pro Ladepunkt. Die Anlagen sollen unter anderem entlang von Autobahnen in Norwegen, Deutschland und Österreich entstehen, im Abstand von rund 120 Kilometern. Als Ladestandard kommt das von den deutschen Herstellern präferierte CCS-System zum Einsatz; mit den Chademo-Anschlüssen japanischer und französischer Autos sowie den Supercharger-Steckern von Tesla ist das nicht kompatibel. Die Abgabepreise für den Strom sind noch nicht bekannt. Shell hat im Oktober zudem eine Vereinbarung zum Kauf von New Motion, einem der größten Anbieter von Ladelösungen für Elektrofahrzeuge in Europa, unterzeichnet.

Wer ist der neue Player am Markt?

Und seit wenigen Wochen gibt es mit UTA einen neuen Player im Markt der Flottenkarten. Ab sofort bietet der Mobilitätsdienstleister seine Services in Deutschland auch für Flotten mit Transportern oder Pkw an.

„Damit adressieren wir speziell Gewerbetreibende und Fuhrparkmanager für Dienstwagen“, sagt Volker Huber, Geschäftsführer bei UTA. „Diese können nicht nur von unserer langjährigen Expertise aus dem Tank- und Servicekartengeschäft profitieren, sondern auch von besonders günstigen Konditionen an ihren Stammtankstellen.“

An wen richtet sich das Angebot?

Der Tank- und Servicekartenanbieter bietet Gewerbetreibenden und Flottenmanagern in Deutschland ab sofort die Möglichkeit, flächendeckend und markenunabhängig im UTA-Netzwerk zu tanken. „Mit Compact, Comfort und Premium haben wir drei attraktive Produktpakete geschnürt, die in Deutschland und Europa alle Bedürfnisse unserer neuen Zielgruppe erfüllen“, erklärt Huber. „Damit sparen unsere Kunden Zeit und Geld und können zudem ihr Flottenmanagement optimieren.“ Die neuen Angebote sind weder an eine Aufnahmegebühr noch an einen Mindestumsatz oder eine Mindestfuhrparkgröße gekoppelt.

Wie viele Tankstellen sind angeschlossen?

Während das Compact-Angebot über 7.000 und die Comfort-Variante über 12.000 Tankstellen in Deutschland umfasst, deckt die Premium-Karte über 44.000 Stationen in 37 Ländern zuzüglich Maut-Service ab und bietet damit ein Rundum-sorglos-Paket für ganz Europa. Sämtliche Kartentransaktionen werden alle 14 Tage transparent in einer Rechnung zusammengefasst und dem Kunden zugestellt. Mit der neuen Tankkarte für Pkw und Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen geht gleichzeitig eine neue Website an den Start. Unter cars.uta.com finden Kunden ab sofort sämtliche Informationen rund um das neue Angebot. Dort ist auch ein Produktkonfigurator zu finden.

Schaut man sich die beschriebenen Trends an, dann drängt sich die Frage auf, wann das Auto die Sprit- oder Elektroaufnahme auf Kommando selbsttätig vornimmt: „Alexa – tanken!“

Dies sind aktuell die Anbieter auf dem Markt für Tankkarten:

  • Aral

  • Avia

  • DKV

  • Eni (Agip)

  • Esso (Wex)

  • Jet

  • Logpay

  • Novofleet

  • Oil

  • OMV

  • Orlen (Star)

  • Shell

  • Total

  • UTA

  • Westfalen

Markt

DKV und Q1 bringen digitale Tankkarte

Der Tank- und Servicekartenanbieter DKV Euro Service und das Energieunternehmen Q1 Energie AG stellen ihr digitales Tankkartensystem vor.

Marktübersicht der Tankkarten-Teilnehmer

Kontaktloses Bezahlen mit der Tankkarte

Kein Bargeld, keine Spesenrechnung, keine Zettelwirtschaft - Tankkarten sind aus dem Flotten-Alltag nicht mehr wegzudenken. Zwei Themen stehen bei den Mineralöl-Anbieter ganz oben auf der Agenda: Energiewende und Digitalisierung.

Markt

UTA: Tankkarte für Pkw und Transporter

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Dataforce-Analyse "Tankkarten 2018"

Digitalisierung bringt Schwung ins Tankkartengeschäft

Eine Analyse von Dataforce zeigt unter anderem, dass viele Flottenmanager dem digitalen Bezahlen noch kritisch gegenüberstehen.

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