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Kleintransporter

Alles ist möglich – der neue Opel Combo Life

Eigentlich interessiert die Pkw-Variante von sogenannten Hochdach-Kombis Gewerbetreibende nur wenig. Doch der Blick auf die jetzt vorgestellte fünfte Generation des Opel Combo Life zeigt, was die Nutzfahrzeug-Variante von Herbst an alles können wird.

Als Opel 2015 begann, den neuen Jahrgang des Combo nicht mehr gemeinsam mit Fiat, sondern mit PSA (Citroen und Peugeot) zu entwickeln, war für Außenstehende nicht zu ahnen, dass die Unternehmen zum Serienstart im Herbst schon fast ein Jahr zusammen gehören würden. Doch bereits damals stand fest: anders als bisher sollte der Nachfolger des 1986 als Kadett Combo eingeführten Großraum-Vans diesmal zuerst auf Basis der Pkw-Version konzipiert werden. Bisher mussten sich Familien, aber auch Hotel-Shuttledienste oder Taxiunternehmen mit einem besser ausgestatteten Transporter zufrieden geben. Sicher auch das ein Grund, weshalb 60 Prozent aller Combo als Kastenwagenvariante in die Hände von Handwerkern oder Servicebetriebe gingen. Die zunehmende Nachfrage von Privatpersonen an dieser zwischen Kombi und SUV angesiedelten Fahrzeuggattung – eine Steigerung von 30 Prozent zwischen 2014 und 2017 – sowie das Knowhow des Branchenprimus PSA stimmt die Opelaner positiv, dass sich der Anteil von Pkw zu Nutzfahrzeug künftig sogar egalisieren könnte. Ein Optimismus, der maßgeblich von der großen Bandbreite an Ausstattungsmöglichkeiten des neuen Jahrgangs geschürt wird: von ganz pur bis hochgradig komfortabel – alles ist machbar.

Zwei Längen, fünf oder sieben Sitze

Machbar auf der Basis einer Karosserie, die in ihren Abmessungen mit dem Vorgänger nahezu identisch ist. Bei einer Breite von 1,85 Metern und 1,80 Metern Höhe stehen für den wahlweise als Fünf- oder Siebensitzer bestellbaren Wagen zwei Längen zur Wahl: 4,40 Meter in L1, 4,75 Meter bei L2. Der Radstand misst 2,79 beziehungsweise 2,98 Meter. Die gefällig gezeichnete Karosserie mit kurzen Überhängen, einer bulligen Front und zwei Schiebetüren (links gegen Aufpreis) teilt sich der im spanischen Vigo gebaute Van zwar mit den Schwestermarken Citroen Berlingo und Peugeot Rifter (früher Partner). Doch durch den markentypischen Frontgrill mit den Chromspangen und den flügelförmigen Scheinwerfern ist der Combo auf Anhieb als Opel zu erkennen. Markante Beplankungen an den Seiten (als Pkw in Wagenfarbe lackiert, in der Nfz-Version in schwarz) sowie ausgeprägte Radhäuser sind weitere Differenzierungsmerkmale.

Praktisches Arbeitsgerät

Mehr noch als das Außendesign lag Chefingenieur Uwe Winter jedoch der Innenraum am Herzen: „Beim bisherigen Konzept fühlten sich selbst groß gewachsene Personen wie ich irgendwie wie in einem überdimensionierten Tanzsaal.“ Davon kann jetzt nicht mehr die Rede sein, auch wenn noch immer Platz in Hülle und Fülle vorhanden ist. Sei es die Positionierung der Sitze (aus dem PSA-Baukasten), die funktionelle und intuitiv nutzbare Anordnung aller Bedienelemente, die zum Fahrer gedrehte Mittelkonsole oder das aus dem Pkw-Segment stammende Lenkrad – derartige Details tragen auch in einer sicherlich deutlich simpleren Ausführung als die des „Life“-Modells dazu bei, dass der Combo als Arbeitsgerät bestens funktioniert. Dass im hohen Maße glatter Kunststoff die Szenerie beherrscht, ist in diesem Segment ebenso verzeihlich wie die etwas zerklüftet wirkende Armaturentafel. Schließlich ist das das Ergebnis der Bemühungen, viele praktische Ablagefächer und -lösungen anzubieten. Auf Wunsch stehen bis zu 28 Verstaumöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählt ein großes Fach in der Mittelkonsole, in das 1,5-Liter-Flaschen passen, ebenso wie eine 36 Liter große Box an der Decke über dem Gepäckabteil. Sie bietet wahlweise Zugriff vom Fonds oder vom Heck. Besonders praktisch ist letzteres in Verbindung mit der separat zu öffnenden Heckscheibe.

Variabel nutzbarer Innenraum

Praktisch sind auch die drei Einzelsitze der zweiten Reihe, die alternativ die asymmetrisch geteilte Bank ersetzen (nur beim Life). Nicht nur, dass sie allesamt über Isofix-Befestigungen verfügen. Sie lassen sich zudem mit einem Handgriff vollkommen plan umlegen. Das gilt auch für den Beifahrersitz, so dass bis zu drei Meter lange Gegenstände (L2/L1 schafft 2,70 Meter) transportiert werden können. Um die niedrige Ladekante und das enorme Gepäckraumvolumen von 597 bis zu 2.693 Litern zu erhalten, sind die gegen Aufpreis erhältlichen Plätze sechs und sieben nicht im Boden versenkbar. Bei einem Eigengewicht von 14 Kilogramm können sie aber ohne allzu große Rückenbelastung ausgebaut werden.

Zwei Motoren mit fünf Leistungsstufen

Von den beiden Aggregaten, die zum Marktstart im Spätsommer für Antrieb sorgen, verrät der Chefingenieur derzeit nur, dass insgesamt fünf Leistungsstufen zur Wahl stehen: ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 110 oder 130 PS und ein 1,5-Liter-Diesel (mit SCR-Katalysator), der 75, 100 oder 130 PS leistet. Alle Motoren erfüllen die verschärfte EU6-Norm. Erstmals in diesem Segment kommt für die Top-Aggregate eine Achtgang-Automatik mit Quickshift-Technologie zum Einsatz. Sogar Schaltwippen am Lenkrad können geordert werden. „Bei einer Anhängelast von bis zu 1,5 Tonnen ist es immer mal wieder notwendig, das Getriebe manuell zu bestätigen“, nennt Winter das Ziel, die Hände nicht weg vom Steuer nehmen zu müssen, als einen der Gründe für diese Wunschausstattung.

Sicherheit ist auch das Stichwort für die serienmäßige Ausstattung des Combo Life mit Spurhalte- und Notbremsassistent inklusive Fußgängererkennung sowie Müdigkeitswarner und Verkehrszeichenerkennung. Rempler beim Ein- und Ausparken können bei häufigem Einsatz in der Stadt durch Features wie einen aktiven Parkassistenten, die 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera oder den so genannten „Flank Guard“, einem System aus zwölf Sensoren, dass vor seitlichen Hindernissen warnt, minimiert werden. Optionen wie Head-Up-Display, ein bis zu acht Zoll großer Monitor für Navigation und Entertainment, Starter-Knopf, Lenkrad und Frontscheibe beheizbar oder eine Standheizung sorgen indessen für mehr Komfort. Während ein gläsernes Panoramadach mit einer durchgehend beleuchteten Mittelstrebe die Atmosphäre an Bord noch einmal deutlich aufwertet, bietet das per Drehschalter zu aktivierende System „IntelliGrip“ bestmöglichen Grip auf Schnee, Matsch oder Sand. Auch eine Allradversion soll wieder ins Programm genommen werden.

So gut es ist, um all diese Möglichkeiten zu wissen, um damit den Combo auch im gewerblichen Bereich zu genau dem Fahrzeug in der Flotte zu machen, was das eigene Unternehmen braucht, so geduldig muss man derzeit noch auf die Preise warten. Die gibt Opel gemeinsam mit den technischen Daten voraussichtlich erst im Juni bekannt. Im Herbst steht der Hochdach-Kombi als Kastenwagen beim Händler – und das dann auch ganz einfach ausgestattet, ohne Zentralverriegelung, ohne jeglichen Schnickschnack und mit simplen Sitzen. (Sabine Neumann)

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