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Audi A3 Sportback 35 TDI: Trainierter Alltagsbegleiter

Der Audi A3 Sportback ist ein beliebter Premium-Kompakter. Der 35 TDI als mittlere Diesel-Alternative im Programm zeigt sich als solider Alltagsbegleiter.

Von Christian Frederik Merten

Mit dem neuen Audi A3 ist das Quartett komplett, nun stehen alle Kompaktmodelle des Volkswagen-Konzerns auf dem weiterentwickelten Modularen Querbaukasten (MQB). Als fünftüriger Sportback und als viertürige Limousine ist der neue Audi A3 zu haben; den Dreitürer ereilte bereits lange vor dem Modellwechsel das Aus, ein neues Cabrio wird es nicht geben. Beim Design legten die Ingolstädter nochmal eine Schippe zu: der neue A3 steht optisch deutlich satter und skulpturaler auf der Straße.

Unser Testwagen war ein A3 Sportback 35 TDI mit 150-PS-Diesel. Die klassischen A3-Sportback-Proportionen blieben auch beim Neuen erhalten, im Vergleich zum Vorgänger legte er in Länge und Breite um jeweils rund drei Zentimeter zu. Optisch wirkt er aber deutlich breiter, was vor allem an den dreidimensional ausgeformten Flanken und den markant ausgestellten Kotflügeln liegt. Die Scheinwerfer wurden größer, ihre äußeren Enden ziehen sich stärker in Richtung Lufteinlässe als in der Vergangenheit. In der getesteten S Line platziert Audi wie beim A1 – als Hommage an den legendären Sport Quattro aus den Achtzigern – drei zusätzliche Lufteinlassschlitze zwischen Haube und sechseckigen Grill. Der ist markentypisch großzügig gestaltet, insgesamt tritt der neue A3 mit Aggressivität im Blick auf.

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Deutlich digitaler: der Audi A3 Sportback

Im Innenraum setzt der A3 ganz neue Akzente bei Design und Bedienung. Insgesamt ist der Innenraum der aktuellen A3-Generation selbstbewusst, aber übersichtlich gestaltet. Ein Detail sticht hervor: Und zwar die kantigen Luftauslässe auf der Fahrerseite, die prägnant links und rechts der Instrumente aus dem Cockpit wachsen.

Und noch etwas fällt auf im Audi A3: Wie seine Geschwister Golf, Leon und Octavia setzt der Ingolstädter auf digitale Bedienung. Serienmäßig gibt es 10,25 Zoll große Digitalinstrumente, wer das Virtual Cockpit Plus für 202 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) wählt, erhält eine 12,3 Zoll große Anzeige. Immer mit dabei ist außerdem ein 10,1-Zoll-Tochscreen im oberen Teil der Mittelkonsole. Über ihn läuft ein wesentlicher Teil der Bedienung. Allerdings: So ganz verschwunden sind die Tasten im A3 nicht, Wichtiges wie Klimatisierung oder Sitzheizung lässt sich noch ganz herkömmlich per Knopfdruck bedienen. Auch für Parkhilfen oder Fahrmodi gibt es eine herkömmliche Taste. Digitalisierung hin oder her – alles in allem punktet der A3 also weiter mit guter Bedienergonomie.

Der A3-Innenraum sieht aber nicht nur gut aus, er bietet auch genügend Platz. Und das für durchschnittlich gewachsene Passagiere vorne wie hinten. Der Kofferraum eignet sich zumindest für den Wochenendtrip zu viert, mit 380 Litern Fassungsvermögen im Normalzustand steckt er schon ein bisschen Gepäck weg. Und: Dank des dritten Seitenfensters ist die Aussicht beim Abbiegen deutlich besser als bei manchem Wettbewerber.

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Genügend Power aus 150 Diesel-PS

Drehen wir also eine Runde im A3. 150 PS leistet der 35 TDI und liegt damit genau in der Mitte des Diesel-Angebots bei Audis Kompaktem. Im 30 TDI gibt es 116 PS, im serienmäßig allradgetriebenen 40 TDI Quattro 200 PS. Seine Kraft überträgt der 35 TDI über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderräder, einen Handschalter gibt es für diesen Motor nicht. Dank Shift-by-Wire-Technik schaltet man nicht per Wählhebel, sondern kleinem Schalter. Genug Power für den Alltag liefern die 150 Pferde auf jeden Fall. Der A3 ist spurtstark auf der Autobahn, elastisch beim Überholen und zeigt sich gleichzeitig angenehm laufruhig. 6,2 Liter Diesel liefen je 100 Kilometer bei uns durch die A3-Zylinder. Ok, wir waren viel auf der Autobahn unterwegs. Das galt aber auch für den identisch motorisierten Golf, den wir im Sommer getestet hatten. Dort lag der Verbrauch bei 5,5 Litern.

Unser Test-A3 kam mit adaptivem Fahrwerk (765 Euro) und damit auch mit dem Sportfahrwerk. Es ist keineswegs zu hart abgestimmt, wird seinem Namen aber gerecht: sein Fokus liegt eindeutig mehr auf der Dynamik denn auf dem Komfort. Sehr gut damit harmoniert die Progressivlenkung für 210 Euro, die einen direkten Kontakt zur Straße vermittelt. Dass auch die bequemen wie straffen Sportsitze aus dem S-Line-Interieur (1.429 Euro) in dieses Bild passen, überrascht kaum.

Für viel Komfort im nächtlichen Fahrbetrieb sorgte das Matrix-LED-Licht für 1.336 Euro. Bei aktivem Fernlicht schneidet es entgegenkommende und vorherfahrende Autos zuverlässig aus dem Lichtkegel. Ebenso zuverlässig arbeitete der adaptive Tempomat, die automatische Erfassung von Tempolimits machte das Fahren noch angenehmer. Aber Achtung: Das System reagiert so zuverlässig auf neue Tempolimits, dass man den Abstand seines Hintermanns genau im Auge behalten sollte.

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Welchen A3 nehmen?

Ob man nun zum Sportback oder zur Limousine greift, ist zunächst Geschmackssache. Zumindest bei den konventionellen Dieseln und Benzinern ist die Antriebspalette dieselbe. Nur wer sich für einen Erdgas-A3 oder den Plug-in-Hybrid interessiert, bekommt ausschließlich den Sportback.

Ansonsten gibt es den A3 als Benziner mit 110 oder 150 PS sowie als Diesel mit 116, 150 oder 200 PS. Eine Getriebewahl besteht nur beim Einstiegsbenziner, ihn gibt es als Sechsgang-Handschalter oder mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Interessanterweise ist der stärkere Benziner ausschließlich als Handschalter zu haben. Das gilt auch für den schwächsten Diesel, die beiden stärkeren Selbstzünder schalten automatisch. Auch Erdgas-Variante und Plug-in-Hybrid gibt es nicht als Handschalter. Für die Sportler unter uns steht natürlich auch der 310 PS starke S3 zur Wahl.

Wir konzentrieren uns auf den Sportback und empfehlen für Vielfahrer den 150-PS-Diesel (ab 29.328 Euro), User-Chooser mit geringeren Fahrleistungen werden sicherlich auch einen Blick auf den Plug-in-Hybrid 40 TFSIe werfen. Der steht ab 32.303 Euro in der Preisliste, profitiert aber vom aktuellen Umweltbonus in Höhe von 6.750 Euro.

Stellt sich jetzt noch die Frage nach der Ausstattung. Den A3 gibt es als Basis, Advanced, in der S Line sowie als Edition One. Ob einem die vor allem optische Mehrausstattung der jeweiligen Pakete vierstellige Aufpreise wert sind, bleibt jedem selbst überlassen. Letztlich spielt das auch keine Rolle für die weitere Ausstattungsempfehlung, sind die aus unserer Sicht wichtigen Optionen doch für alle Linien verfügbar. Und die wären für Vielfahrer

  • das Business-Paket (unter anderem Navi, Virtual Cockpit Plus, kabelloses Smartphone-Laden, Tempomat; (2.143 bis 2.353 Euro)
  • die Sitzheizung vorn (286 Euro)
  • die elektrische Lendenwirbelstütze vorn (227 Euro)
  • die Mittelarmlehne vorn (126 Euro, Edition One Serie)
  • der Metalliclack (588 Euro)
  • die Matrix-LED-Scheinwerfer (1.336 Euro, Edition One Serie)
  • den automatisch abblendenden Innenspiegel (134 Euro)
  • die anklappbaren und automatisch abblendenden Außenspiegel (277 Euro)
  • die Zwei-Zonen-Klimaautomatik (496 Euro, Serie 40 TFSIe)
  • den adaptiven Tempomat (229 bis 487 Euro)
  • das Pre-Sense-Basic-System (168 Euro)
  • das Autohold-System (67 Euro)
  • der Einparkassistent (294 bis 672 Euro)
  • die Rückfahrkamera (345 Euro)
  • den Totwinkel-Assistenten mit Ausstiegswarnung und Querverkehrassistent hinten (445 Euro)
  • die Verkehrszeichenerkennung (210 Euro)

Wer vor allem auf Kurzstrecken unterwegs ist, kann natürlich je nach Gusto auf Features wie die Lendenwirbelstütze, die Matrix-LED-Scheinwerfer (normale LED-Scheinwerfer sind Serie) oder den adaptiven Tempomat verzichten.

Der Audi A3 Sportback 35 TDI S-Line S-Tronic in der Kurzkritik:

Plus:

  • Ausgereiftes Gesamtkonzept
  • Gute Verarbeitung
  • Hohe Fahrdynamik

Minus:

  • Etwas hoher Verbrauch
  • Wichtige Optionen nur gegen Aufpreis

Technische Daten Audi A3 Sportback 35 TDI S-Line S-Tronic:

  • Fünftüriger Kompaktwagen mit fünf Sitzen
  • Länge/Breite/Höhe in mm: 4.343/1.816/1.449 mm
  • Frontantrieb mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Leistung: 110 kW (150 PS)
  • Max. Drehmoment Benziner: 360 Nm bei 1.600 – 2.750 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 222 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 8,3 s
  • Norm-Verbrauch (18-Zoll-Räder): 4,0 l
  • Test-Verbrauch: 6,2 l
  • CO2-Emission (Norm): 107 g/km
  • Kofferraumvolumen: 380 l
  • Tankinhalt: 50 l
  • Zuladung: 475 kg
  • Schadstoffklasse: Euro 6d-ISC-FCM
  • Effizienzklasse: A+
  • KH/VK/TK: 16/22/23
  • Grundpreis Testwagen: 31.387 Euro
Foto: Timo Bürger/bfp

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