Unserem Test stellt sich das Audi A4 Avant Facelift als 40 TDI quattro mit 190 PS starkem Turbodiesel und Allradantrieb.
Foto: AUDI AG

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Audi A4 Avant 40 TDI quattro: Im Fuhrpark beliebt

Unserem Test stellt sich das Audi A4 Avant Facelift als 40 TDI quattro mit 190 PS starkem Turbodiesel und Allradantrieb. Was kann der gründlich überarbeitete Mittelklasse-Kombi?

von Clemens Noll-Velten

Als vergangenes Jahr Audi seinen Kombi-Bestseller A4 Avant mit einem Facelift bedacht hatte, holten die Ingolstädter das nach, was beim Modellwechsel vor drei Jahren fehlte. Und so bekam der Mitarbeiter auf vier Rädern ein neues Business-Outfit in Form von neuen Blechen, Motoren und einem neuem Bedienkonzept für das Infotainmentsystem.

Fuhrparkmanager und Dienstwagennutzer können auf eine deutlich sportivere Karosserie blicken und sich über ein hochwertiges Interieur mit bis ins Detail gearbeiteter Qualität erfreuen. Der Audi A4 Avant ist einer der besonderen Lieblinge von Fuhrparkverwaltern und ihren dienstwagenberechtigten Kollegen, wie sich von den Zulassungszahlen ablesen lässt. Er hat nicht nur fast 70 Prozent Anteil an der gesamten A4-Baureihe, in fast gleichem Anteil rollt er auch in die Bestände deutscher Fuhrparks. Denn mit diesem Dienstwagen ist man stets angemessen „gekleidet“ und die guten Betriebskosten versprechen hohe Wirtschaftlichkeit und passen ebenfalls in die „Kleiderordnungen“ der Unternehmen.

Wir fuhren den Zwei-Liter-Diesel mit 190 PS, der nach Audis spezieller Bezeichnungskultur 40 TDI heißt, mit Audi typischem Allradantrieb Quattro als Kombi, der seit 1977 bei Audi Avant heißt.

1977 hieß der Werbespruch für Audis Kombimodelle: „Schöne Kombis heißen Avant“. Sie heißen immer noch so, sind jetzt aber auch tatsächlich echte Kombis. Denn mit knapp 500 Litern im Normalzustand und 1.500 Litern Ladevolumen maximal packt der A4 Avant was weg. Allerdings gehört der A4 Avant damit nicht zu den Lademeistern im Segment. Sportliches Design ist hier wichtiger als ein großer Kofferraum. Er misst sich mit BMW 3er und Mercedes C-Klasse, nicht mit dem VW Passat.

Die Ladekante liegt 63 Zentimeter tief und ist durch eine serienmäßige Edelstahl-Ladekantenabdeckung vor Kratzern geschützt. Ebenfalls ab Werk an Bord sind Trennnetz und Dachreling sowie eine elektrische Heckklappe samt Laderaumabdeckung, die selbsttätig nach oben und unten fährt. Auch kann der Mittelklassekombi bis zu 2.000 Kilogramm an die schwenkbare Anhängerkupplung nehmen (830 Euro).

Die Karosserie des Audi A4 Avant hat sich bei dem Facelift deutlich verändert. Das betrifft allerdings kaum seine Maße. Mit neuen Schürzen wächst er etwas in die Länge (Gesamtlänge: 4,76 Meter) und durch die etwas größeren Radläufe etwas in die Breite.

Viel Platz vorne aber wenig auf der Rückbank

Der Einstieg in das Fahrzeug gelingt entspannt und Fahrer und Beifahrer haben in der ersten Reihe viel Platz. In der zweiten Reihe bietet der A4 kaum mehr Platz als ein geräumiges Auto der Kompaktklasse. Große Erwachsene sitzen bequem, bekommen aber nicht viel Platz vor die Knie.

Die Sportsitze geben guten Seitenhalt, ohne einzuengen. Nach langen Strecken im Audi A4 zwickt und drückt bei den Passagieren nichts.

Wischen und Berühren statt Drehen und Drücken

Ergonomisch sind alle Bedienelemente angeordnet und gut erreichbar. Aufgesetzt im Wortsinn wirkt das mittige Zehn-Zoll-Farb-Display als neue Steuerungszentrale für die meisten Infotainment- und Fahrzeugfunktionen. Der berührungsempfindliche Bildschirm überzeugt mit gestochen scharfer Auflösung und einer intuitiven Bedienung. Ersetzt wurde der bislang für die Steuerung in der Mittelkonsole verbaute Dreh-Drück-Regler. Die zahlreichen Einstellungen können nun durch eine Smartphone-ähnliche Touch- und Wisch-Konsole vorgenommen werden. Klimaautomatik und Lautstärke sind lobenswerter Weise mit klassischen Drehknöpfen zu steuern, ebenso wie Sitzheizung und Fahrmodi. Zudem lassen sich viele Funktionen des Infotainmentsystem über die Lenkradtasten bedienen.

Kostspielige Extras

Apropos Ausstattung: Unser A4 Avant 40 TDI kam in der höchsten S-Line-Version mit Allradantrieb und Sieben-Gang-Doppelkupplung S-tronic ab 40.000 Euro. Was aber nicht heißt, dass man nicht doch für alles einzeln oder im Paket zahlen muss. So finden sich in der knapp 80 Seiten langen Optionsliste viele nützliche Dinge, die bei anderen Herstellern in den Topausstattungen inklusive sind, wie etwa elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel (300 Euro), elektrisch einstellbarer Fahrersitz (330 Euro) inklusive Beifahrer (640 Euro), Sitzheizung (320 Euro ), automatisch abblendender Innenspiegel (145 Euro) oder Voll-LED-Scheinwerfer (830 Euro).

Unverzichtbare Optionen

Doch es gibt auch Optionen, auf die man, einmal erfahren, nicht mehr verzichten möchte. So erleuchtete unser Testwagen die Straßen mit sehr guten LED-Matrix-Scheinwerfern (1.330 Euro) auf nächtlichen Überlandfahrten, ein kaum zu unterschätzender Sicherheits- und Komfortvorteil. Oder das digitale Kombiinstrument Virtual Cockpit plus (500 Euro) mit zwölf Zoll großem Display in Full-HD-Auflösung, das auf Knopfdruck am Lenkrad die Instrumentendarstellung wechselt. Am besten noch mit dem Farb-Head-up-Display (820 Euro), das mehrfarbig Tempo-, Navi- und Assistentenanzeigen in die Frontscheibe projiziert.

Mit Ausnahme eines City-Notbremsassistenten und Tempomaten verlangt Audi bei vielen Assistenzsystemen ebenso einen Aufpreis. Das können die so genannten Nicht-Premium-Hersteller besser. Selbst schlichte Parksensoren und Piepser kosten im A4 Avant, unabhängig von jeder Ausstattung, 330 Euro extra. Hier will Audi ab 2021 mit einer überarbeiteten Preispolitik durchstarten.

Beste Selbstzünder-Tugenden

Motor und Fahrverhalten können durchweg überzeugen. In seiner stärksten Ausführung mit 190 PS (140 kW) und Sieben-Gang-S-tronic zeigt der Zwei-Liter-Turbodiesel beste Diesel-Tugenden: 400 Newtonmeter Schub sorgen für kräftigen Durchzug, mit dem es sich ebenso laufruhig und komfortabel in der Stadt oder auf der Langstrecke bummeln wie auch zu souveränen Sprint- und Überholmanövern ansetzen lässt.

Dank serienmäßigem Sportfahrwerk liegt der A4 Avant S-Line gut zwei Zentimeter tiefer über dem Asphalt. Zusammen mit der feinfühligen Lenkung und dem blitzschnell arbeitenden Quattro-Allradantrieb bedeutet das gute Traktion, präzise Spurstabilität und spielerisch sicheres Handling.

Leichtbau hilft Sprit sparen

Auffällig ist die Leichtfüßigkeit, mit der der Wagen aus den Startblöcken kommt oder auch zu Zwischenspurts ansetzt. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst des intelligenten Werkstoffmixes und Leichtbaus, mit dem die neue A4-Generation bis zu 120 Kilogramm leichter wurde. Was neben der Performance auch dem Verbrauch zugutekommt. Audi hat auf dem Prüfstand nach WLTP-Norm kombinierte 5,3 Liter gemessen, wir tankten bei unseren Testfahrten im Durchschnitt 6,2 Liter.

Fazit: Bei der Wahl des richtigen Business-Outfits ist der Audi A4 Avant 40 TDI eine gute Wahl. Die Formen, Linien und Proportionen sind stimmig und zeitlos. Interieur und Ausstattung sind qualitativ hochwertig und mit viel Liebe zum Detail gemacht und der ebenso kräftige wie effektive Antrieb gut zu zügeln. So ist der Avant im Alltag, als Dienstwagen erste Wahl.

TCO / Betriebskosten Audi A4 40 TDI Avant 2020

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