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Foto: Tobias Sagmeister  – AUDI AG
Für den vollelektrischen A4 e-Tron setzt Audi auf weichere Linien als bisher.

bfp-Fahrbericht

Audi Q4 e-Tron: MEB à la Ingolstadt

Mit dem Q4 e-Tron macht Audi einen weiteren Schritt in die Elektromobilität. Das elektrische Kompakt-SUV überzeugt durch sein Gesamtkonzept.

VW, Skoda und nun auch Audi: Nach ID.3, ID.4 und Enyaq iV kommt mit dem Q4 e-Tron nun das vierte Derivat der MEB-Architektur auf den Markt. Und das gleich zweifach: Jetzt im Juni startet der Q4 e-Tron als knapp 4,60 Meter langes klassisches Kompakt-SUV, wenig später folgt im Spätsommer die sportlichere Sportback-Variante. Und wie es sich für eine Premiummarke gehört, formuliert Audi für sein neues Elektro-SUV hohe Ansprüche: Obwohl im kompakten C-Segment angesiedelt, soll es in Sachen Raumangebot mit deutlich größeren Modellen mithalten.

Q4 e-Tron erster Großserien-Audi mit Heckantrieb

Rein äußerlich ist der Q4 e-Tron unverkennbar Audi, setzt aber auch eigene Akzente. Sportlich-dynamisch steht er auf seinen mindestens 19 Zoll großen Rädern, ohne die unterschwellige Aggressivität manch anderer Audi-Modelle auszustrahlen. Die Frontpartie zeigt Verwandtschaft zum größeren Elektro-SUV e-Tron, beim Q4 ist der Grill jedoch von schwarzem Kunststoff umrahmt, sind die Scheinwerfer rundlicher gezeichnet. Das Heck mit seinen ausmodellierten, muskulösen Flanken unterstreicht ebenfalls den dynamischen Anspruch des Q4 – und das nicht nur beim Sportback mit seiner Coupé-Silhouette. Apropos Seitenansicht: Hier setzt das elektrische Kompakt-SUV komplett eigene Akzente. Nicht nur mit prägnanten Sicken in den Kotflügeln, der markant abfallenden Dachlinie des Sportbacks, sondern vor allem mit der markenuntypisch weit nach vorn reichende Windschutzscheibe.

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Form follows function also, denn die Proportionen des Q4 sind eine direkte Konsequenz seines technischen Konzepts. Wie immer sitzen Motor und Antrieb der MEB-Plattform im Heck, viel platzraubende Technik im Vorderwagen gibt es also nicht. Heckantrieb? Bei Audi? Richtig, die elektrische Revolution macht Vieles möglich. Aber zur Beruhigung: Quattro-Allradantrieb wird es auch für einige Q4-Varianten geben, dann ein zusätzlicher Elektromotor an der Vorderachse.

Zu Beginn drei Leistungsstufen im elektrischen Kompakt-SUV

Sind wir also schon bei den Q4-Varianten. Drei Versionen stehen zum Marktstart in der Preisliste:

  • der Q4 35 e-Tron mit 170 PS und Heckantrieb
  • der Q4 40 e-Tron mit 204 PS und Heckantrieb sowie
  • der Q4 50 e-Tron Quattro mit 299 PS und Allradantrieb.

Abhängig von der Variante sind auch Akku-Größen und Ladeleistung. So kommt der Basis-Q4 mit netto 51,5 kWh großer Batterie, sonst fasst sie 76,6 kWh. Die Ladeleistung beträgt in der Basis maximal 7,2 (AC) und 100 kW (DC), in allen anderen Varianten 11 und 125 kW. Bedeutet für alle Varianten mindestens 7,5 Stunden für eine Komplettladung beim AC-Laden, bei der DC-Ladung dauert es knapp 40 Minuten für eine Füllung von fünf bis 80 Prozent.

Je nach Fahrprofil ist allzu häufiges Laden aber vielleicht auch gar nicht nötig. Denn Audi gibt für den Q4 durchaus praxistaugliche WLTP-Reichweiten an. 341 Kilometer sind es beim 35 e-Tron, 520 im 40 e-Tron und bis zu 488 beim 50 e-Tron Quattro. Der Sportback soll jeweils einige Kilometer weiterfahren.

Auch im Elektroauto: Autobahn treibt den Verbrauch

Und in der Praxis? Einen ersten Eindruck bekamen wir vom Q4 40 e-Tron als traditionelles SUV sowie vom Q4 50 e-Tron Quattro als SUV und Sportback. Bei jeweils fast 100 Prozent Akku-Stand zeigte der 40 e-Tron 421 Kilometer Reichweite an, der 50 e-Tron Quattro 366 Kilometer und der Sportback 425 Kilometer. Deutlich unter der Werksangabe, aber in vielen Fällen immer noch alltagstauglich.

Was in der Praxis jedoch viel wichtiger ist als Reichweitenangaben zum Start, sind der Verbrauch und der damit einhergehende Reichweitenverlust. Knapp 48 Kilometer sind wir mit unserem 40 e-Tron gefahren, am Ende standen mit  381 Kilometer 40 Kilometer weniger auf dem Display. Beim 50 e-Tron Quattro waren es bei rund 100 Kilometer Fahrtstrecke lediglich 58 Kilometer Reichweitenverlust, beim Sportback verloren wir auf 83 Kilometern jedoch 106 Kilometer. Der Nachteil des Sportback ist erklärbar: Ihn fuhren wir als einzigen der drei Test-Exemplare auch auf der Autobahn. Nicht nur für diesen Einsatzzweck hat Audi den Q4 konsequent auf Aerodynamik getrimmt. So soll zum Beispiel ein Roll hinter dem Kühlergitter den Luftwiderstand im Fahrbetrieb senken.

Dynamisch und geräumig

Insgesamt überzeugen Q4 und Q4 Sportback als dynamische, moderne und geräumige SUVs. Die Lenkung arbeitet direkt, das Fahrwerk wirkt – anders als im ID.3 – sportlich und doch komfortabel, und der Wendekreis liegt mit 10,2 Metern unter dem des Kleinwagens A1. Maximal Tempo 180 erreicht der Q4, und die sind mit dem Tritt aufs Gaspedal auch aus dem Stand schnell erreicht.

Innen empfängt das zum Beifahrer hin ausladende und deshalb etwas wuchtige Cockpit die Passagiere. Serienmäßig gibt es 10,25-Zoll-Digitalinstrumente und einen zum Fahrer geneigten 10,1-Zoll-Touchscreen. Noch im Laufe des Jahres soll optional auch ein 11,6-Zoll-Monitor erhältlich sein. Aber: Trotz aller Digitalisierung der Bedienung setzt Audi im Q4 für wichtige Funktionen wie die Sitzheizung weiter auf klassische Tasten unterhalb des Monitors. Wiederum eine Ebene darunter zieht sich aus dem Instrumententräger eine Konsole mit dem Schalter zur Fahrstufenwahl. Übrigens: Besonders stolz ist man in Ingolstadt auf die Augmented-Reality-Funktionen des Navis und ausgewählter Assistenzsysteme. So kündigen blaue Pfeile bevorstehende Richtungswechsel an, rote Linien überdecken Fahrbahnmarkierungen, sollte man ungewollt die Spur verlassen.

Viel Platz auch im Q4 Sportback

Ein weiteres großes Q4-Thema ist das Raumangebot. Wie gesagt, Audi zieht hier deutlich größere Modelle seiner Palette zum Vergleich heran. Zum Beispiel die Mittelklasse beim Kofferraumvolumen: Großzügige 520 bis 1.490 Liter sind es beim klassischen Q4, 535 bis 1.460 Liter beim Sportback. Und beim 1,83 Meter langen Innenraum dient der Q7 als Referenz, bei den 25 Litern Ablageraum die Luxusklasse. In der Tat bietet der Q4 auch hinten eine Menge Bein- und Kopffreiheit – auch der coupéhaft gezeichnete Sportback.

Wer in den Raumgenuss des Q4 kommen möchte, muss mindestens 35.210 Euro auf den Tisch legen (alle Preise netto zzgl. USt.). Dafür gibt es den Q4 35 e-Tron. Der 40 e-Tron startet bei 39.916 Euro, der 50 e-Tron Quattro bei 45.042 Euro. Der Sportback steht für jeweils rund 1.681 Euro mehr in der Preisliste. Und: Natürlich gibt es für Q4 und Q4 Sportback den großzügigen Umweltbonus.

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Auch am Heck dominieren runde Linien, markant ist das mittlerweile Audi-typische durchgehende Leuchtenband.
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Der Q4 e-Tron ist als MEB-Derivat – abgesehen vom R8 – Audis erstes Modell mit Heckantrieb. Typisch ist auch die weit vorn platzierte A-Säule.
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10,25-Zoll-Digitalinstrumente und der 10,1-Zoll-Touchscreen sind Serie, später folgt optional ein 11,6-Zoll-Monitor.
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Mit 520 bis 1.490 Litern Kofferraumvolumen fasst das kompakte Elektro-SUV auch eine Menge Gepäck. Genug Platz für die Passagiere vorn und hinten gibt es sowieso.
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Tablettartig platzierte Konsole für die Schalteinheit.
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Neben dem konventionellen SUV bietet Audi mit dem Q4 Sportback e-Tron auch im C-Segment ein vollelektrisches SUV-Coupé an. Beide Modelle bieten vier Grafik-Konfigurationen für das LED-Tagfahrlicht.
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Trotz flach abfallender Dachlinie bietet auch der Q4 Sportback e-Tron genug Platz für Passagiere und Gepäck.
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Die Linie des Q4 Sportback e-Tron erinnert an den großen Bruder e-Tron Sportback.
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Der direkte Vergleich beider Q4-Karosserien verdeutlicht den Unterschied,

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