Jaguar F-Type
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Brexit

Autos aus England bald nicht mehr zulassungsfähig?

Durch den Brexit könnten die Typgenehmigungen der in Großbritannien produzierten Autos innerhalb der EU ihre Gültigkeit verlieren.

Die Folgen den Brexit für die britische aber auch die übrige europäische Wirtschaft dürften gravierend ausfallen – auch in Bezug auf die sich daraus ergebenden rechtlichen und bürokratischen Verwerfungen. Jetzt warnt der europäische Verband der Fahrzeughersteller ACEA, dass durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zigtausend Fahrzeuge die rechtliche Grundlage ihrer Zulassung verlieren könnten. Sollten die EU und die britische Regierung sich nicht auf eine entsprechende Regelung einigen, droht hierzulande die Stilllegung.

Nicht nur Nobel-Fabrikate betroffen.

Wer nun glaubt, das Problem betreffe lediglich die Modelle von Jaguar, Land Rover, Mini, Rolls Royce und Bentley oder Morgan, der ist auf dem Holzweg. Denn schon seit vielen Jahren nutzen auch Massenhersteller, wie Ford, Nissan, Toyota Honda oder Opel die günstigen Produktionsbedingungen und fertigen in Großbritannien gut eine Millionen Fahrzeuge für die kontinentaleuropäischen Märkte.

Mit dem Brexit wird GB zum Drittland.

Bislang galt innerhalb der EU die Praxis, dass es den Fahrzeugherstellern frei stand, sich eine nationale Behörde für die Zulassung seiner Autos zu wählen. Das entsprechende Zertifikat gilt dann automatisch in der gesamten EU und ermöglichten den Verkauf und die Nutzung der Fahrzeuge in allen EU-Staaten. Durch den Brexit wird Großbritannien jedoch zu einem Drittland vergleichbar mit China oder Indien. Die Folge: Britische Typgenehmigungen verlieren ihre europaweite Wirkung – auch rückwirkend. Das bedeutet, dass ein Hersteller ab diesem Zeitpunkt keine Kraftfahrzeuge und Bauteile mit einem Konformitätszertifikat in den Verkehr bringen kann, welche sich auf eine Typgenehmigung beziehen, die von der britischen Genehmigungsbehörde erteilt wurde, schreibt der Verband der TÜVs (VdTÜV) in einer Stellungnahme. Die ACEA geht sogar noch einen Schritt weiter und befürchtet Einschränkungen bei der legalen Nutzbarkeit von britisch zertifizierten Autos auf europäischen Straßen.

Neue EU-Regelung muss Ist-Zustand übernehmen.

Das Problem ist der EU bekannt; die Kommission hat angekündigt, die Transformation der britischen Zertifikate in EU27-Zertifikate prüfen zu wollen. Einen konkreten Lösungsansatz gibt es nach Einschätzung von ACEA und VdTÜV noch nicht. Um mit einer bestehenden UK-Typgenehmigung weiterarbeiten zu können, müsste die entsprechende Genehmigung von einer anderen EU-Behörde im ‚Ist-Zustand‘ lückenlos übernommen werden, so die Experten. Nur so wären auch spätere Überarbeitungen und Ergänzungen möglich.

Ohne Einigung droht gewaltiger Zusatzaufwand.

Darüber hinaus soll eine Lösung gefunden werden, wie das Typgenehmigungsverfahren zwischen Großbritannien und der EU künftig ablaufen soll – ob britische Zertifikate europaweit anerkannt werden können oder ob Modelle britischer Hersteller künftig ein zusätzliches Zertifizierungsverfahren in einem EU-Staat absolvieren müssen. Für Hersteller aus der Rest-EU gilt entsprechendes mit umgekehrten Vorzeichen. Die Kosten für ein Typgenehmigungs-Verfahren belaufen sich pro Modell laut ACEA auf rund 450.000 bis 600.000 Euro, der Zeitaufwand beträgt sechs bis zwölf Monate. (md/SP-X)

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