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Leitmesse für betriebliche Mobilität

bfp fuhrpark-FORUM: Viele spannende Erfahrungen

Dieser Beitrag beginnt mit jemandem, der Benzin im Blut hat, und endet mit einem leeren Tank. Und das passierte noch auf Deutschlands Leitmesse für betriebliche Mobilität.

Inhaltsverzeichnis

Von Timo Bürger

Future Mobility: Das war das Leitmotiv auf dem 18. bfp fuhrpark-FORUM, Deutschlands Leitmesse für betriebliche Mobilität. Ob Elektroautos, E-Bikes, Diensträder, Corporate Car Sharing oder Mobilitätsbudget: Was sich hinter diesen schier zahllosen Schlagworten verbirgt, ist die Zukunft der Fortbewegung.

"Wir können Mobilität völlig neu definieren"

Fast 3.000 Besucher, Aussteller und Experten kamen an über 100 Ständen in zwei Tagen am Mobilitäts-Hotspot Nürburgring zusammen, um zu fachsimpeln, zu netzwerken oder in Seminaren und Workshops zu erkunden, wie Mobilität in Zukunft aussehen wird.

"Ja, wir können Mobilität völlig neu definieren", sagte Amir Roughani zu Beginn seiner Keynote-Ansprache. Lässig in topmodischen Sneakern, aber umso überzeugender in der Sache bekannte sich der CEO der Vispiron Unternehmensgruppe als Petrolhead: "Auch ich habe Benzin im Blut, bin fünf BMW M-Modelle gefahren – aber: ich habe den Wandel in mir entdeckt."

Vor allem im Fuhrpark müsse eine Mobilitätsveränderung stattfinden, "wir im Flottenmangement sind dafür verantwortlich". Roughani definiert den Flottenmanager daher künftig auch als Klima- und Infrastrukturmanager: "Wir haben da einen riesen Impact in der Hand."

Auch Diskussionsteilnehmer Prof. Dr. Stefan Bratzel ("Ich fahre gerne elektrisch") pflichtete dieser Einschätzung bei und brachte es auf die griffige Formel R.I.P: "Die E-Mobilität hat das R.I.P.-Problem – Reichweite, Infrastruktur und Preis", so der Direktor des Centers of Automotive Management (CAM).

"Gemeinsam Lösungen finden – ökologisch und ökonomisch"

Nicht nur Fuhrparkmanager, Autohersteller oder Einkäufer tragen diese Verantwortung für die New Mobility – auch die Politik muss ihren Beitrag leisten. Daniela Schmitt (FDP), Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz, erkannte "gewaltige Herausforderungen für alle, die sich mit Flotten beschäftigen". Politik, Wirtschaft und Nutzer müssten "gemeinsam Lösungen finden – ökologisch und ökonomisch", so die FDP-Politikerin.

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Zum ersten Mal wollte das bfp FORUM auch der Zielgruppe Einkäufer besonders gerecht werden. Zusammen mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik BME, der sich selbst als "Sprachrohr der Einkäufer" (Referentin Eva Bergmann) sieht, bot die Messe zahlreiche Vorträge zum Thema betriebliche Mobilität. Ein Angebot, das gerne angenommen wurde, machte es doch deutlich, dass (fast) kein Fuhrpark dem anderen gleicht.

"Angesagter Bereich E-Fahrzeuge"

Auch die Berufsgruppe der Handwerker wird von Veränderungen in und bei betrieblicher Mobilität stark betroffen sein: Dieser Erkenntnis trug der Veranstalter Schlütersche mit einem Handwerkertag Rechnung: Auf geführten Rundgängen über die Messe zeigte Fachredakteur Dennis Gauert den Interessenten neue frische Ideen und kreative Lösungen rund um das Thema der Stunde.

Wie kann der Fuhrpark im "angesagten Bereich E-Fahrzeuge" gestaltet werden? So fragte der Mobilitätsexperte und Chef-Korrespondent des Deutschen Handwerksblatts, Stefan Buhren. Welche Alternativen gibt es bei Dieselfahrverboten in Innenstädten? Welche Nachrüstlösungen gibt es und wie kostspielig sind sie? Fragen, auf die es nicht die eine vollumfängliche Antwort gibt. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer machte deutlich: "Wir brauchen E-Mobilität", gab aber auch zu bedenken: "E-Mobilität ist nicht allein selig machend."

"Wir wollen zeigen, was zukunftsrelevant ist"

Dass für die Zukunft neue Ideen hermüssen – darüber waren sich wohl alle einig. Zum ersten Mal bot das bfp fuhrpark-FORUM kleinen Start-ups die große Bühne. Nur drei Minuten Zeit hatten die sechs Unternehmen im so genannten Elevator Pitch, um dem Publikum ihre Vision einer "Future Mobility" vorzustellen. Das Siegerunternehmen Urban Energy durfte sich über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für ihre intelligente Lade-Software freuen. Lutz Bandte ("Wir wollen zeigen, was zukunftsrelevant ist"), Geschäftsführer der Schlüterschen, übergab den Preis mit sichtlicher Begeisterung.

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Und natürlich durften Besucher und Aussteller auch am eigenen Leib er-fahren, wie sich Elektromobilität anfühlt. E-Mobilisten konnten mit Akku-Unterstützung selbst in die Pedale treten oder das Fassungsvermögen von Cargo-Bikes überprüfen und sich über die Tauglichkeit austauschen.

Und wenn’s doch mal ein Gefährt auf vier Rädern sein musste – bitteschön: In verschiedenen Fahrsicherheitstrainings durften Interessierte erleben, was passiert, wenn man die Ladung nicht ordnungsgemäß sichert. Die erfolgreichen Absolventen erhielten ein Teilnahmezertifikat.

Etliche Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, eine Runde in den neuesten Modellen zu drehen, die die Autohersteller – welche Location könnte passender sein – an den Nürburgring mitgebracht hatten. Und nur am ersten Messetag störte Dauerregen das Testfahrten-Geschehen. Am Tag, als bekannt wurde, dass Niki Lauda tot ist, weinte der Himmel über dem Nürburgring.

"Der Mann kennt wirklich jedes Gesetz"

Nur wer sich konsequent weiterbildet, wird in Zukunft die Mobilität mitgestalten können. Gemäß dem Motto, das sich bfp auf die Fahne geschrieben hat ("Informieren, qualifizieren, Zukunft erleben") war daher bereits am Vorabend der Messe Weiterqualifizierung angesagt. "Car Policy und Dienstwagenüberlassung" und "Fuhrparkmanagement super compact" standen bei Dutzenden von interessierten und engagierten Teilnehmern (Trainer Helmut Pätz: "Die waren alle super drauf") auf der Agenda. Auch die Kursbesucher waren überzeugt von der Kompetenz des Dozenten: "Der Mann kennt wirklich jedes Gesetz."

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Zur Feier des Tages wurden die Jahrgangsbesten prämiert. Helmut Pätz, Cheftrainer der bfp-AKADEMIE, würdigte mit warmen Worten die neuen Absolventen, die „sich sechs Monate lang von mir und meinen Trainerkollegen quälen lassen mussten."

"Jetzt geht’s ans Eingemachte: Laden!"

Wie auch in den vergangenen Jahren informierte Fachanwältin und Autorin Dr. Katja Löhr-Müller über juristische Fallstricke der schönen neuen Mobility. „Jetzt geht’s ans Eingemachte: Laden!“ Und der wohl wichtigste Aspekt für Fuhrparkmanager – die Kosten – sind ein Thema für sich: "Ab sofort sind wir elektrisch – das wird teuer", hob Löhr-Müller den mahnenden Zeigefinger.

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Um das Thema "New Mobility" kam natürlich auch der traditionelle "Alte-Hasen-Stammtisch" in der VIP-Lounge nicht herum, wenngleich auch vermeintlich profane Fragestellungen erörtert wurden: In wie vielen Sprachen muss eigentlich eine Bedienungsanleitung für ein Auto verfasst sein?

Bei so viel Programm von morgens bis abends durfte auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Erstmals gab es fast den ganzen Tag über Speisen und Getränke. Ein Angebot, das so gut angenommen wurde, dass es am Buffet bei Kalbsgeschnetzeltem und Polenta zeitweise etwas intimer zuging. Gesellig war der Netzwerkabend im Ringwerk, dem Motorsport-Museum auf dem Gelände. Neben dem Erfahrungsaustausch wurden die kulinarischen Angebote ebenso gerne genossen wie der musikalische Ohrenschmaus.

"Individualität und Technologie-Offenheit"

Neue Konzepte – ja, gerne! Elektromobilität – ja gerne! Aber nicht als einzig glücklich machende Lösung! Und bitte nicht mit der Brechstange! So lautet vielleicht das Fazit der beiden informativen Messetage in der Eifel. "Ich plädiere für Individualität und Technologie-Offenheit", brachte es Arval-Referent Alexander Rauch in seinem Vortrag über "e-mobility" auf den Punkt. "Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!"

Aber nicht einmal die Leitmesse für betriebliche Mobilität ist vor ganz banalen alltäglichen Mobilitätsproblemen gefeit: "Tut mir leid, der Tank ist gerade leer", hieß es ausgerechnet an der Shell-Station. Damit hatte der freundliche Herr hinter der Theke aber nur den Wassertank der Kaffeemaschine gemeint.

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