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Mit dem kompakten Born hat seit Kurzem auch die Seat-Marke Cupra ein rein elektrisches Auto im Programm.
Foto: Christian Frederik Merten
Mit dem kompakten Born hat seit Kurzem auch die Seat-Marke Cupra ein rein elektrisches Auto im Programm.

bfp-Fahrbericht

Cupra Born: MEB mediterran interpretiert

Der Born ist das erste reine Elektroauto der Seat-Marke Cupra. Seine Basis VW ID.3 ist offensichtlich – die Unterschiede aber auch.

Born heißt das erste reine Elektroauto aus dem Hause Cupra. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor, der nach dem hippen Quartier El Born in Barcelona benannte Stromer? Kein Wunder, legte die Seat-Marke Cupra das Synergiegebot des Volkswagen-Konzerns doch besonders konsequent aus. Der Born nutzt nicht nur die technisches MEB-Basis, sondern wesentliche Karosserieteile des VW ID.3 gleich mit – gut erkennbar an den identischen Türen. Konsequent auch, dass der Cupra seit September 2021 im selben Werk vom Band rollt wie der ID.3, nämlich im sächsischen Zwickau.

Eigene Akzente setzt der vollelektrische Cupra Born aber trotzdem. Komplett neu gezeichnet ist zum Beispiel die Front. Mit seinen schmalen, mandelförmigen Scheinwerfern und den markanten Sicken in den Kotflügeln vorn zeigt der Born deutlich mehr Design-Dynamik als sein Wolfsburger Pendant. Die Seitenlinie bleibt gleich, am Heck des fünftürigen Elektroautos sorgen Leuchten im typischen Cupra-Stil sowie das für neue Seat und Cupra prägende Leuchtenband für Abgrenzung vom VW. Auch die Schürzen vorn und hinten sind im individuellen Cupra-Stil gezeichnet.

Der Cupra Born wird stärker

Mit 231 statt 204 PS wird Cupra den Kompakt-Stromer Born in zwei Akkugrößen von 52 bis 82 kWh anbieten – ab 32.437 Euro.
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Kupfertöne auch im Born-Interieur

Aber nicht nur am Außendesign hat Cupra Hand angelegt. Auch innen und unter dem Blech hat sich etwas getan. Zwar ähnelt das Grundlayout des Cockpits dem des ID.3, weshalb auch der Cupra Born mit 5,3-Zoll-Digitalinstrumenten auf der Lenksäule und direkt daneben platziertem Fahrstufenwählschalter kommt. Dann hört es aber schon auf mit den Gemeinsamkeiten, denn im Detail geht die spanische Variante des Elektro-Kompakten durchaus ihren eigenen Weg.

Während der VW im Interieur sachlich kühl und an einigen Stellen nicht wirklich hochwertig daherkommt, lockern im Cupra Zierteile im markentypischen Kupferton das Ambiente auf. Außerdem gibt es serienmäßig einen 12-Zoll-Touchscreen, wo im VW nur ein 10-Zoll-Bildschirm thront. Auch der obere Bereich des Armaturenträgers ist individuell gestaltet, dazu kommt eine dynamischer geformte Mittelkonsole, die sich in Fahrtrichtung nach oben zieht. Viel Wert legt Cupra auf die Feststellung, dass Dachhimmel, viele Dekoreinlagen sowie Elemente der Tür- und Sitzverkleidung in seinem ersten Elektroauto aus Recycling-Materialen produziert werden. Insgesamt macht das Born-Interieur einen deutlich wertigeren Eindruck als das des ID.3, ausgenommen der weiterhin fummelige und zerbrechlich wirkende Drehknopf für die Spiegelverstellung.

4,32 Meter lang ist der Cupra Born und damit rund sechs Zentimeter länger als der VW ID.3. Für seine Passagiere zeigt sich das Elektroauto großzügig und bietet vorn wie hinten viel Platz – auch im Fond mangelt es nicht an Kopf- oder Kniefreiheit. In den Kofferraum passen im Standardformat 385 Liter Gepäck, zumindest die Wochenendausrüstung für zwei Personen lässt sich damit problemlos unterbringen.

Zwei Akku-Größen im Cupra Born

Auch im Cupra Born sitzt der Elektromotor im Heck und treibt die Hinterräder an. Zur Wahl stehen drei Antriebsvarianten: die Basis leistet 204 PS und kommt mit netto 58 kWh großem Akku, dazu gesellt sich seit Kurzem eine E-Boost-Version. Ihr Antrieb leistet maximal 231 PS, ihren Strom zieht sie ebenfalls aus dem 58-kWh-Akku oder erstmals im Cupra-Born aus einer netto 77 kWh großen Batterie. Als WLTP-Reichweiten gibt Cupra rund 420 Kilometer für den kleinen und knapp 550 Kilometer für den großen Akku an. Die maximale AC-Ladeleistung beträgt für alle Versionen 11 kW, beim DC-Laden sind es 120 kW für den kleinen und 135 kW für den großen Akku. So sollen die Born-Akkus an der Schnellladesäule in etwas mehr als einer halben Stunde von fünf auf 80 Prozent geladen sein. Noch 2022 will Cupra für den 204-PS-Motor auch einen 45-kWh-Akku anbieten, der dann eher für Kurzstrecken-Fahrprofile interessant sein dürfte.

Gefahren sind wir die derzeitige Basis-Version des Cupra Born mit 204 PS und 58-kWh-Akku. Die Bedienung erfolgt komplett digital, auch für wesentliche Funktionen gibt es – mit Ausnahme des Lichtschalters – keine Tasten oder Knöpfe. Auch wenn wir grundsätzlich keine Fans radikal-digitaler Bedienkonzepte sind, innerhalb des Born-Systems ist die Bedienung doch recht einfach. Genug Power hat der Cupra auch, zumindest auf unserer Fahrt auch extrem sparsam: 17,4 kWh Strom brauchte er laut Bordcomputer je 100 Kilometer. Dazu ist allerdings zu sagen, dass wir hauptsächlich in der Stadt und auf Landstraßen unterwegs waren und nur zu geringen Teilen auf – zumeist tempolimitierten – Autobahnen. Was uns besonders positiv auffiel: Im Vergleich zum ID.3 haben die Fahrwerksqualitäten des Born deutlich gewonnen. Federte unser Test-ID.3 Anfang 2021 teilweise sehr holprig und unharmonisch ab, legte der Born dieses Verhalten überhaupt nicht an den Tag. Da hat die Anpassung mit tiefergelegtem Fahrwerk wohl gefruchtet, zumindest wieselte unser Cupra Born dynamisch um die Kurven, ohne dabei an anderer Stelle unkomfortabel zu wirken.

Eine Ausstattungslinie im Elektro-Cupra

Bei 31.277 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) startet die Born-Preisliste, wer mehr Reichweite und damit die große Batterie möchte, legt mindestens 37.227 Euro auf den Tisch. Mehr Leistung für den kleinen Akku gibt es dagegen bereits schon für 1.160 Euro Aufpreis im Vergleich zur Basis.

Was es nicht gibt beim Cupra Born sind verschiedene Ausstattungsniveaus. Dafür aber eine Serienausstattung, die auch nicht immer selbstverständliche Dinge mitbringt. Immer an Bord sind zum Beispiel Lenkradheizung, Sportsitze, Zweizonen-Klimaautomatik, ein Mode-3-Ladekabel, Android Auto und Apple Carplay, Voll-LED-Scheinwerfer oder Einparkhilfe vorn und hinten. Nur gegen Aufpreis gibt es allerdings Gimmicks wie die Sitzheizung vorn (ab 345 Euro im Below-Zero-Paket), eine Wärmepumpe (849 Euro) oder das Navi (in den beiden Pilot-Packs zusammen mit zahlreichen Assistenzsystemen ab 1.160 Euro).

Besonders im Profil ist die Verwandtschaft zum VW ID.3 unverkennbar.
Auch das Cockpit ist ähnlich, geht aber an vielen Stellen eigene Wege – etwa mit umgestaltetem oberen Armaturenträger, neuer Mittelkonsole, kupferfarbenen Dekorelementen oder dem 12-Zoll-Monitor.
Auch am Born-Heck: das für neue Seat und Cupra typische durchgehende Leuchtenband.
385 Liter Gepäck fasst der Kofferraum des Cupra Born im Normalzustand.

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Technische Daten Cupra Born März 2022

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