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Foto: Christian Frederik Merten
Im optionalen Taklamakan-Orange macht der Dacia Sandero Stepway durchaus was her.

bfp-Fahrtest

Dacia Sandero: Mobilität ganz rational

Mehr Technik, aber weiter günstig. Auch beim neuen Sandero bleibt Dacia seiner Preisstrategie treu. Was der Kleinwagen kann, sagt unser Test.

Basis-Mobilität für die Service-Flotte, den Pflegedienst oder den Pizza-Service gesucht? Wer ein Mindestmaß an Auto braucht, aber nur wenig investieren möchte, ist nach wie vor bei Dacia richtig. Mit dem Sandero hat die Renault-Tochter weiterhin Deutschlands günstigsten Neuwagen im Portfolio. Bereits bei 7.303 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) startet die Preisliste des französischen Rumänen derzeit. Aber ist der Sandero im Alltag mehr als nur ein erschwinglicher Billigheimer?

Neuer Sandero auf CMF-Plattform der Allianz

Mit der billigen Basis hatte unser Test-Sandero allerdings nichts mehr zu tun. Auf den Hof fuhr vielmehr die Topvariante des Kleinwagens: der Dacia Sandero Stepway TCe 90 CVT Comfort. Bedeutet 91 PS, stufenlose Automatik, die höchste Ausstattungslinie und rustikale Offroad-Optik mit höherer Bodenfreiheit, Dachreling und Kunststoff-Zierteilen an den Radläufen. 12.176 Euro kostet dieser Sandero mindestens, er markiert damit auch preislich die Spitze des Modellprogramms. Die auffällige Lackierung unseres Testwagens gibt es exklusiv für den Stepway, hört auf den Namen Taklamakan-Orange und kostet 504 Euro.

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Dacia betont, der neue Sandero ist komplett neu entwickelt auf der CMF-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Damit ist er unmittelbarer Verwandter von Renault Clio V und Renault Captur II. Abgesehen von der getesteten Crossover-Variante Stepway liefert Dacia den Sandero weiterhin in einer Karosserieform aus: als fünftüriges Steilheck. Optisch präsentiert sich der Sandero als gefälliger und modern gezeichneter Kleinwagen mit starken Anleihen ans Renault-Design. Knapp 4,10 Meter misst der Stepway in der Länge, macht für seine Klasse genügend Platz für Passagiere und Gepäck. 328 bis 1.108 Liter misst sein Kofferraum, zum Schließen der Heckklappe braucht es jedoch ein bisschen Kraft. Vielleicht sind wir es aber auch einfach nur nicht mehr gewohnt, nicht einfach nur auf einen Knopf zu drücken …

Kein extremer Billig-Look

In der Spitzenversion Comfort putzt sich das Sandero-Interieur ziemlich heraus. Klar, die Materialien sind einfach, vom befürchteten Extrem-Billiglook aber gleichfalls weit entfernt. Hier punktet exklusiv der Comfort mit Stoffeinlagen im Armaturenbrett, zusätzlich heben die orangefarbenen Zierleisten des Stepway das Ambiente. Insgesamt zeigt sich der kleine Rumäne im Innenraum modern und übersichtlich gestylt. In der Mitte des Instrumententrägers thront der im Spitzenmodell serienmäßige und einfach bedienbare 8-Zoll-Touchscreen des Multimediasystems Media Nav. Mit Gimmicks wie dem Navi, DAB+, Bluetooth, Lenkradfernbedienung oder Apple Carplay und Android Auto zeigt sich der Sandero Stepway Comfort in diesen Punkten schon ganz gut gerüstet. Typisch für Fahrzeuge aus dem Hause Renault: der separate Bediensatellit für die Audiofunktionen an der Lenksäule.

Nicht überzeugt waren wir dagegen von den Sitzen: weich gepolstert und mit wenig Seitenhalt sorgten sie auf längeren Touren für wenig entspanntes Ankommen. Komfortabel ausgelegt sind auch Fahrwerk und Lenkung. Was uns beim Fahrwerk nicht weiter störte, bei der indirekten Lenkung dagegen schon. Auf Komfort gedrillt ist auch der Antrieb des Sandero. Mit 91 PS bildet der Einliter-Turbobenziner mit drei Zylinder zwar die Spitze des konventionellen Motorenprogramms des Sandero. Nur die ebenfalls erhältliche Flüssiggasvariante leistet mit 101 PS zehn PS mehr. Wirklich viel Dynamik entwickelt der Antrieb aber nicht, vor allem nicht in Kombination mit dem CVT-Getriebe. Es kommt mit typischem Gummiband-Effekt und arbeitet insgesamt recht ruckig.

Und zum Verbrauch: 7,8 Liter flossen je 100 Kilometer durch die Zylinder unseres Test-Exemplars. Laut NEFZ-Norm sollen es maximal 5,1 Liter sein. Wir waren allerdings meistens auf der Autobahn unterwegs, was den Mehrverbrauch erklärt. Ein paar Tröpfchen wenigen dürften es für diese Leistungs- und Fahrzeugklasse trotzdem sein.

Unsere Wahl: der Sandero Comfort

Was wir hier schildern, ist der Eindruck des Spitzenmodells in der Sandero-Palette. Aber ist sie auch die Variante, die wir empfehlen würden? Fangen wir beim Motor an. Wer öfter längere Strecken fährt, sollte an PS nicht geizen und zur 91-PS-Version greifen. Dann aber bitte mit Sechsgang-Handschaltung, auf das CVT-Getriebe würden wir verzichten. Wer hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, wird vielleicht auch mit dem 67-PS-Einstiegs-Benziner glücklich. Die Frage nach der Getriebewahl stellt sich dann nicht, hier ist immer ein Fünfgang-Handschalter verbaut.

Und welche Ausstattung nehmen? Finger weg von der Basis Access, die es nur für den Einstiegsmotor gibt. Sie ist komplett nackt und lässt sich auch nicht aufrüsten. Wir greifen gleich zum Top-Level Comfort. Mit 67 PS gibt es sie ab 8.563 Euro, mit 91 PS ab 9.824 Euro- Und kommt auch schon mit manueller Klimaanlage, höhenverstellbarem Fahrersitz, höherwertigem Multimedia-System, elektrischen Außenspiegeln oder Regensensor. Dinge, die es selbst in der mittleren Ausstattung Essential teilweise nicht mal gegen Aufpreis gibt. Als weitere Optionen wählen wir

  • eine Lack-Alternative zum serienmäßigen Weiß (ab 420 Euro)
  • das Sicherheits-Paket mit Einparkhilfe vorne und hinten sowie Rückfahrkamera und Totwinkel-Warner (588 Euro)
  • das Winter-Paket mit Sitzheizung vorn und Klimaautomatik (336 Euro) sowie
  • das Multimediasystem „Media Nav“ inklusive Navigationssystem (168 Euro).

Wer auf Offroad-Optik steht und sich für den Sandero Stepway entscheidet, hat übrigens nur die Wahl zwischen Essential und Comfort. Auch hier entscheiden wir uns für den Comfort, wobei das Navi und die Einparkhilfe hier bereits Standard sind. Das Sicherheits-Paket gibt es im Stepway deshalb schon für 378 Euro. 91 PS sind im Stepway ebenfalls Serie, als Comfort rollt er mit Handschaltung ab 11.168 Euro vom Händlerhof.

Der Dacia Sandero Stepway TCe 90 CVT Comfort in der Kurzkritik:

Plus:

  • Viel Platz
  • Günstige Optionen
  • Übersichtliches Cockpit

Minus:

  • Unharmonisches CVT-Getriebe
  • Weiche Sitze mit wenig Seitenhalt
  • Wenig elastischer Antrieb

Technische Daten Dacia Sandero Stepway TCe 90 CVT Comfort:

  • Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen
  • Länge/Breite/Höhe: 4.099/1.848/1.587 mm
  • Antrieb: Frontantrieb mit CVT-Getriebe
  • Motor: Reihendreizylinder-Turbo-Benzinmotor
  • Leistung: 67 kW (91 PS)
  • Max. Drehmoment: 142 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 13,4 s
  • Norm-Verbrauch (NEFZ): 5,1 – 4,9 l
  • Testverbrauch: 7,8 l
  • CO2-Emission (NEFZ): 115 – 112 g/km
  • Kofferraumvolumen: 328 – 1.108 l
  • Tankinhalt: 50 l
  • Zuladung: 400 – 412 kg
  • Schadstoffklasse: Euro 6d-Full
  • Effizienzklasse: C – B
  • KH/VK/TK: 15/20/16
  • Wartung: k.A.
  • Grundpreis Testwagen netto: 12.176 Euro
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Der Stepway im Crossover-Stil ist die modischere Variante des Dacia Sandero.
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Vor allem am Heck kann der Sandero seine Verwandtschaft zu Renault nicht verbergen.
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Aufgeräumtes Interieur, in der Spitzenversion Comfort mit wohnlichem Eindruck.
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Dazu tragen unter anderem die Stoffeinlagen im Sandero-Armaturenträger bei.
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Schalthebel des CVT-Getriebes: Gummiband-Effekt inklusive.
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Mindestens 328 Liter fasst der Sandero-Kofferraum, maximal sind es 1.108 Liter.
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Wie früher: Ein klassischer Autoschlüssel mit nicht einklappbarem Bart.

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