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Fahrräder im Unternehmen

Das Dienstrad als Mitarbeiter-Benefit

Dienstrad-Leasing eignet sich grundsätzlich für jeden Fuhrpark. Es ist sich einfacher und günstiger als ein Dienstwagen und stärkt die Mitarbeiterbindung.

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Von Bettina Göttler

Aufsteigen bitte! Aufsteigen und losradeln, dies wollen immer mehr deutsche Angestellte. Und zwar auf einem vom Arbeitgeber bereit gestellten Dienstrad. Der Bundesverband Zukunft Fahrrad (BVZF) schätzt, dass heute mehr als eine halbe Million Diensträder unterwegs sind.

Das Dienstrad-Leasing funktioniert im Grunde wie der klassische Dienstwagen. Es ist aber sogar ein bisschen einfacher und auch günstiger. "Der Mitarbeiter sucht sich ein Fahrrad oder E-Bike aus, die Nutzungsraten werden vom Bruttogehalt abgezogen. Dadurch spart der Mitarbeiter Steuern und Sozialabgaben", erklärt Markus Maus, Geschäftsführer von Company Bike.

Gehaltsumwandlung oder Gehaltsextra

Das Dienstrad kann als Gehaltsumwandlung oder Gehaltsextra angeboten werden. Im eben genannten Fall handelt es sich um eine Gehaltsumwandlung. Der Mitarbeiter erhält einen Teil seines Entgelts als Sachbezug und erwirkt so einen Steuervorteil. Denn seit Januar 2020 wird der Sachlohn nicht mit der kompletten Umwandlungsrate, sondern pauschal mit 0,25 Prozent bewertet.

"Übernimmt der Arbeitgeber die kompletten Leasingraten, ist das Dienstfahrrad für den Mitarbeiter sogar steuerfrei", so Markus Maus weiter. Dann handelt es sich nämlich um ein Gehaltsextra, das der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn gewährt. "Ein Dienstfahrrad als Gehaltsextra ist zum Beispiel auch bei Tarifbindung jederzeit möglich. Auch übertarifliche Löhne wie Bonuszahlungen, Weihnachtsgeld, Prämien oder Gesundheitsbudget dürfen bei tarifgebundenen Unternehmen umgewandelt und für das Dienstfahrrad-Leasing verwendet werden. Des Weiteren kann das Dienstfahrrad-Modell durch eine Günstigerprüfung des Betriebsrats oder eine Öffnungsklausel im Tarifvertrag ermöglicht werden."

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Aufwand hält sich in Grenzen

Für den Leasingnehmer, also den Arbeitgeber, soll sich der Aufwand in Grenzen halten, darum wickelt Company Bike das komplette Dienstrad-Programm ab: Von der Einführung der Dienstfahrräder bis zur Einrichtung eines individualisierten Online-Portals, über welches Fahrräder und E-Bikes bestellt werden können.

Einer der Geschäftspartner von Company Bike ist das Münchner Pharma-Unternehmen MSD sharp & dohme. Die Belegschaft dort hat die Qual der Wahl zwischen 32 unterschiedlichen Fabrikaten und 2.500 Modellen. Es gibt Trekkingräder, Mountainbikes, Cityräder, Rennräder, Lastenbikes, Falträder und fast alle auch in der E-Bike-Variante. Bis zu zwei Räder innerhalb von drei Jahren kann ein Mitarbeiter nutzen. Wolfgang Stenger ist bei MSD sharp & dohme zuständig für die Employee Experience – zu Deutsch: Mitarbeitererfahrung – und voll des Lobes für das Dienstrad: "Unser Company-Bike-Programm ist eine echte Erfolgsgeschichte. Mit bereits deutlich über 700 geleasten Fahrrädern in gerade mal drei Jahren leistet MSD einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit seiner Belegschaft und unterstützt nicht zuletzt den Umweltschutz. Das Programm stößt nach wie vor auf großes Interesse."

Das Dienstrad ist schneller als das Auto

Gesunde Mitarbeiter und Umweltschutz gehören zu den häufigsten Beweggründen für das Dienstrad. Zuletzt hat die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel meiden und lieber auf das Rad steigen. In Großstädten ist das Rad zudem erwiesen das schnellste Verkehrsmittel. Durch die höhere Reichweite des E-Bikes eignet sich das Dienstrad aber auch für den ländlichen Raum, für den Arbeitsweg oder um damit zu einem Kundentermin zu radeln.

Die Mitarbeiterbindung wird unter anderem dadurch erhöht, dass das Dienstrad privat genutzt werden darf. So berichten Arbeitgeber, dass ihre Angestellten etwa mit dem Lasten-Dienstrad zum Einkaufen fahren, das Reise- oder Trekkingrad mit in den Urlaub kommt oder mit dem E-Pedelec ein entspannter Wochenendausflug unternommen wird.

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Wirksames Tool zur Mitarbeiterbindung

Allgemein gilt: Je hochwertiger das Rad, desto größer sind Nutzen und Fahrspaß. Aber nicht jeder kann sich spontan ein 2.000-Euro-Rad leisten. Hier kann der Arbeitgeber das Dienstrad als wirksames Tool zur Mitarbeiterbindung einsetzen. "Vor allem E-Bikes zählen inzwischen zu den Top-Benefits, die Angestellte sich vom Chef wünschen und wirken entsprechend als Motivationsspritzen", sagt Felix Pflanz. Er ist Key Account Manager bei Jobrad. Das Unternehmen organisiert das Leasing von Dienstfahrrädern sowie Dienst-E-Bikes für Arbeitgeber und deren Überlassung an Arbeitnehmer. Pflanz weiß: "Für Arbeitgeber ist wichtig, dass das Dienstradangebot für sie keinen Mehraufwand, sondern für alle Beteiligten einen Mehrwert darstellt." Deshalb erfolgt die komplette Administration des Dienstrades bei Jobrad über ein digitales Portal.

Dieses nutzt zum Beispiel die Barmer Krankenkasse. Sie bietet den Angestellten das Dienstrad per Gehaltsumwandlung an und das "kommt bei allen sehr gut an", sagt Ulrike Körner. Sie ist bei der Barmer verantwortlich für das interne betriebliche Gesundheitsmanagement und bekräftigt: "Die Nachfrage ist quer durch die Belegschaft auf einem hohen Niveau." Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Versicherung und Inspektion der Räder. Eine Vollkaskoversicherung ist bei jedem Angebt von Jobrad inklusive, ebenso eine Mobilitätsgarantie. Zusätzlich gibt es noch die Option mit der Inspektion und die Full-Service-Möglichkeit. Diese umfasst Verschleißreparaturen und einen jährlichen Check des Dienstrades.

Besondere Voraussetzungen für die Nutzung des Dienstrad-Leasings gibt es nicht. "Grundsätzlich kann jedes Unternehmen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dienstrad-Leasing anbieten", sagt Felix Pflanz. "Es kommt weder auf die Größe des Betriebs noch auf die Mitarbeiterzahl an." Meist haben Leasing-Anbieter auch keine Mindestabnahme, so dass ein Fuhrpark theoretisch mit einem einzigen Dienstrad starten und direkt den Firmenparkplatz entlasten kann: Auf einen Autoparkplatz passen bis zu sieben Fahrräder. Andere Mobilitätsarten können problemlos weiter genutzt werden, so dass das Dienstrad als Baustein moderner betrieblicher Mobilität dient.

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Nachfrage steigt stetig

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Der Bundesfinanzausschuss hat eine Neuregelung bei der Versteuerung für Dienstfahrräder und Dienst-E-Bikes ab 2019 beschlossen. Die angekündigte Steuerbefreiung soll umweltfreundliches Engagement von Arbeitgebern und -nehmern honorieren. Doch das Modell trifft in der Praxis den Bedarf nicht wirklich; die Mehrzahl der Dienstradfahrer ist nach dem aktuellen Gesetzestext von der Regelung ausgeschlossen. Steuerfreiheit genießen nur Nutzer, deren Arbeitgeber das Dienstrad "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" (Neufassung § 37 Nr. 3 EStG) übernehmen.

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„Ich fahr so gerne Rad. Wenn die Sonne scheint, die Winde wehn, und die Andern dumm an der Ampel stehn“ – Peter Petrel wusste schon 1978 die Vorteile der Fortbewegung mit dem Drahtesel zu besingen. In dem Jahr findet übrigens auch die erste Pressekonferenz einer Organisation namens BDL statt – dem Bund Deutscher Leasingunternehmen. Zwar werden dabei „Straßenfahrzeuge“ unter den Leasinganlagen namentlich erwähnt, dass man dareinst aber auch Fahrräder würde verleasen können, auf die Idee dürfte damals noch niemand gekommen sein.

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