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Dieselskandal

DAT-Diesel-Barometer: Selbstzünder weiter unter Druck

Die Werte von Dieselfahrzeugen sind laut DAT weiter gesunken. Der Druck auf den Automobilhandel wächst.

Inhaltsverzeichnis

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hat ihr aktuelles DAT Diesel-Barometer publiziert, um die Situation des Automobilmarktes vor der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig am 22. Februar 2018 darzustellen. Basis für dieses Diesel-Barometer sind drei Datenquellen: KBA-Zahlen, eine Auswertung von Standzeiten und Fahrzeugwerten aus der DAT-Datenbank und eine Zusammenstellung repräsentativer Zahlen, die im Rahmen der Befragung von Autokäufern (Gebraucht- und Neuwagenkäufer) für den DAT-Report 2018 erhoben wurden.

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Einfluss der Diskussion um den Diesel auf den Autokauf

  • Meinung der Autokäufer zu Nachrüstlösungen

  • Weiter hohe Standzeiten bei Diesel-Gebrauchtwagen

  • Gebrauchtwagenwerte von Diesel-Pkw zum Jahresende rückläufig

  • Verunsicherung bei Autokäufern weiter hoch

Pkw-Markt in Deutschland stark gestartet

Analysiert man die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) nach Neuzulassungen und Besitzumschreibungen und zusätzlich nach Diesel und Benzin, zeigt sich, dass die Januar-Ergebnisse allesamt über dem Vormonat und bis auf die Diesel-Neuzulassungen auch über dem Vorjahresmonat liegen.

Rückgang beim Diesel-Gebrauchtwagen unter 3 Prozent

2017 wurden im Vergleich zu 2016 nur 2,7 Prozent weniger Diesel-Gebrauchtwagen verkauft. Auf dem Neuwagenmarkt wurden 13,2 Prozent weniger Diesel zugelassen, dies wurde durch 13,8 Prozent mehr Benzin-Neuzulassungen überkompensiert. 28 Prozent aller Diesel-Gebrauchtwagen hatten bereits einen Euro-6-Motor. Aktuell im Pkw-Bestand in Deutschland (2017) befinden sich etwa 15 Mio. Diesel-Pkw, davon 5,9 Mio. mit Euro-5-Motor und 6,4 Mio. mit Euro-4 oder niedriger. Der Rest der noch verbleibenden 2,7 Mio. Pkw ist mit einem Euro-6-Diesel ausgestattet.

Diesel-Diskussion prägt Autokauf

23 Prozent der Neuwagen- und 15 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer gaben an, die Diskussion habe ihre Kaufentscheidung beeinflusst. Dies hängt unter anderem mit der Höhe der Investitionen in den Pkw-Kauf zusammen. Für einen Diesel-Gebrauchtwagen bezahlten die Autokäufer 2017 im Schnitt 15.010 Euro, für einen Diesel-Neuwagen 40.400 Euro. Den eigenen Diesel-Vorwagen haben wegen der Angst vor Fahrverboten oder Wertverlust 17 Prozent der Neuwagen- und 20 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer verkauft.

Etwa die Hälfte glaubt an Nachrüstlösungen.

Die Aussage „Ich denke, dass die Automobilindustrie (Technik) in Zusammenarbeit mit der Politik (Förderung) bezahlbare Nachrüstlösungen für einen Großteil der von Fahrverboten betroffenen Fahrzeuge anbieten wird“ bestätigten 48 Prozent der Neuwagen- und 42 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer. Etwa 30 Prozent glaubten das nicht, der Rest konnte oder wollte dazu zum Zeitpunkt der Befragung keine Angabe machen.

Diesel-Standtage weiter hoch, Benziner saisonbedingt ebenfalls leicht gestiegen.

Die Diesel-Gebrauchtwagen stehen weiterhin deutlich länger beim Handel als vergleichbare Benziner. Im Schnitt nach 102 Tagen verlässt ein gebrauchter Diesel-Pkw das Sortiment des Händlers, ein Benziner nach 89 Tagen.

Fahrzeugwerte von Dieseln weiter gefallen, Werte der Benziner steigen.

Die dreijährigen Gebrauchtwagen mit Diesel-Motor waren im Dezember 2017 noch 52,6 Prozent vom ehemaligen Listenneupreis wert. Benziner kamen auf 57,2 Prozent. Diesel verloren damit 3,4 Prozentpunkte an Wert über 12 Monate, Benziner stiegen im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozentpunkte an. Zum Jahresbeginn wurden „neue“ dreijährige Gebrauchtwagen bewertet. Die Benziner erreichten 58,0 Prozent, die Diesel-Gebrauchtwagen 53,7 Prozent ihres ehemaligen Listenneupreises.

Die Situation auf dem Automobilmarkt ist nach wie vor von großer Verunsicherung geprägt.

Dies zeigt sich auch an der Reaktion der Autokäufer auf eine konstruierte Situation. Allen Autokäufern wurde für den DAT-Report 2018 wenige Monate nach ihrem Kauf folgende Frage gestellt: „Einmal angenommen, Ihr jetziger Wagen würde Ihnen heute gestohlen und Sie bekämen den vollen Kaufpreis ersetzt. Würden Sie sich wieder für die gleiche Motorart (= Benziner, Diesel, Hybrid oder Elektromotor) entscheiden?“ Im Schnitt würden sich 94 Prozent aller Neuwagenkäufer wieder und nur 6 Prozent gegen ihre eben erst gewählte Motorart entscheiden. Fragt man nur diejenigen, die sich einen Diesel gekauft haben, sind es schon 9 Prozent, die das nicht mehr tun würden. Bei den Gebrauchtwagenkäufern ist die Situation drastischer: Im Schnitt würden 91 Prozent wieder dieselbe Motorart wählen, 9 Prozent würden sich anders entscheiden. Fragt man nur die Diesel-Käufer, so liegt diese Quote bei 14 Prozent.

Jens Nietzschmann, Sprecher der DAT-Geschäftsführung: „Betroffen von der gesamten Diskussion um den Diesel sind insbesondere die Automobilhändler: Diesel-Gebrauchtwagen haben erhöhte Standzeiten und Standkosten sowie einen höheren Wertverlust als Benziner. Das Tragische ist, dass dem Handel die Nagelprobe der Diesel-Krise erst noch bevor steht. Es ist nicht zu erwarten, dass die Leipziger Verwaltungsrichter den Städten einen Persilschein in Sachen Umweltschutz ausstellen.“ hjm

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