Fahrberichte 11.07.2017

Der Bitzel-Bazi

BMW i3 mit 96 Ah

Gehört Elektroautos die Zukunft? Wir fuhren den BMW i3 mit der neuen stärkeren Batterie, die die Reichweite des Stromers auf bis zu 300 Kilometer ausdehnen soll. Schaffen wir diese Distanz und was gibt es sonst von dem E-Bayern zu berichten?

„Energie!“, befiehlt knapp der Kommandant des Kreuzers NCC 1701-D. Jedem Fan der Science Fiction-Saga „Star Trek“ ist diese Forderung von Jean-Luc Picard bekannt, Kapitän auf Raumschiff Enterprise. Offenbar hat die Zukunft schon begonnen, denn auch dieses Auto fordert nicht nur Energie – es holt sie sich ungefragt.

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BMW

Dabei meinen wir nicht den Ladevorgang, wenn man den BMW i3 notwendigerweise an die Steckdose klemmt, wir reden hier vom normalen Fahrbetrieb. Zwar muss man das Autofahren nicht neu erlernen, aber selten war ein Fahrzeug so gewöhnungsbedürftig wie der kleine Stromer aus München. Und das liegt eben daran, dass der Wagen massiv „Energie“ fordert, nämlich sofort Bewegungsenergie in Elektrizität umwandelt, sobald man vom „Gas“ geht, und den Wagen dabei heftig abbremst.

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Den Ingenieuren ist dies ganz offensichtlich wohl bewusst, denn bei diesem Effekt gehen auch ohne Tritt auf das Pedal hinten die Bremsleuchten an. Sehr rasch hat man sich aber daran gewöhnt und erkennt spätestens bei der ersten Fahrt bergab, wie richtig und gut diese intensive Rekuperation ist, denn sie füllt die Akkus und sorgt somit für Reichweite.

Launischer Dackel

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Aua, ist da gerade das böse R-Wort gefallen? Natürlich krankt daran – neben dem hohen Anschaffungspreis – nach wie vor eine größere Verbreitung von Elektroautos. Wobei BMW den i3 schon nach kurzer Zeit gepimpt hat und dem Akku mit 22 kW/h einen Speicher mit 33 kW/h Kapazität  folgen lässt, was die Reichweite von knapp 200 auf 300 Kilometer erweitert. Zumindest auf dem Papier. Denn eines steht dem Erreichen dieser Distanz meist im Weg: der Fahrer. Der i3 bietet leider (Reichweite) und zum Glück (Fahrer) ein Maß an Fahrspaß, das man sonst nur von Sportwagen kennt. 125 kW (170 PS) sind für das Wägelchen aber auch eine echte Ansage. Und dem rauschhaften Spurt an der Ampel folgt natürlich gleich der Kater bei der verbleibenden Restdistanz, die bei solchem Fahrverhalten schmilzt wie Butter in der Sonne.

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Mit einiger Zurückhaltung sind bei uns aber tatsächlich 250 Kilometer drin gewesen, wozu allerdings auch die recht hohen Außentemperaturen beigetragen haben. Denn im Winter geriert sich der i3 wie ein launischer Dackel – er mag dann nicht so weit raus.

Ein echter BMW

Trotz seines futuristischen Designs mit den gegenläufig öffnenden Front- und Hecktüren ist der i3 ein echter BMW was Komfort und Wertanmutung im Inneren angeht. Selbst bei den stromfressenden Elektroinstrumenten werden da keine Kompromisse eingegangen – für den i3 gibt es das große Display und iDrive wie bei den erwachsenen Benzin- und Dieselbrüdern. Und dies lässt sich BMW auch ebenso bezahlen wie bei diesen.

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Denn die Liste der aufpreispflichtigen Zusatzausstattung kann sich leider ebenfalls mit anderen Produkten des Premiumanbieters messen. In der Basis kostet der BMW i3 mit dem erweiterten Akku Ah 94 36.800  Euro. Wer ihn zusätzlich mit einem Benzinmotor (Range Extender) unter der Haube haben möchte, der muss mindestens 41.400 Euro auf den Tisch blättern.

Fazit:

Für das sich schon aus dem obigen Text ergebende überwiegend positive Urteil zum kleinen Bitzel-Bazi zitieren wir eine aus der ersten Generation Enterprise bekannte zipfelohrige Figur: „Faszinierend!“.  

Frank Jung

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