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Foto: VWN
Der neue Volkswagen T7 Multivan verfolgt ein moderneres Konzept und will in der Premiumklasse mitmischen.

Dienstwagen

Der Bus ist digitalisiert

Der Transporter ist zurück. Mit einem an den ID Buzz angelehnten Design ist der T7 auf einem Radstand ab Ende des Jahres in zwei Längen erhältlich.

Über siebzig Jahre sind die Hannoveraner mit dem „Bulli“ im Nutzfahrzeugsegment unterwegs. Kein Wunder, dass die Welt gebannt zuschaut, wenn eine neue Generation in den Produktionshallen herangereift ist. Als Garant für die Beschäftigung in Niedersachsen ist der Multivan zudem unverzichtbar. Nun ganz explizit als Premiumprodukt ausgerichtet, grenzen die Entwickler von Volkswagen Nutzfahrzeuge ihn bei der Präsentation in München im leisen Unterton zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand ab: Für den T7 wird zum Marktstart kein Diesel angeboten.

Hochmodern und schnittig

Dafür jedoch transformiert sich der T7 zu einem hochmodernen Fahrzeug, das, so die Worte von VWN-Chef Carsten Intra, „kompromisslos weitergedacht“ wurde. Aerodynamik, Design und Raumnutzung fügen sich im neuen Multivan zu einem Gesamtkonzept zusammen. Die Dachlinie ist um sieben Zentimeter gesenkt worden, drinnen sind dennoch 131 Zentimeter Höhe zu bestaunen. Ein optionales Panoramadach, das konzeptuell etwas T1 ins Leben der Käufer bringen soll, steigert die Freiheit nach oben um vier Zentimeter.

Hannover fordert Stuttgart zum Rennen heraus

In der Breite ist nur die Spur um 30 Millimeter gewachsen, denn die windschlüpfrigen Außenspiegel wurden um acht Zentimeter gekürzt. Auf einem Radstand werden künftig die beiden Längen 4,97 Meter oder 5,17 Meter angeboten. Das Stretching wird in Hannover rein durch den Überhang vorgenommen. Innen sind in beiden Versionen üppige Platzverhältnisse zu erwarten. Das Ladevolumen bietet eine Bandbreite von 470 bis 4000 Litern und selbst Menschen mit Körpergrößen über 1,95 Meter müssen im neuen Multivan nicht einmal auf der letzten Raste ihrer Sitzschienen ausharren.

Von der Sitzreihe zur Ladefläche in 11,49 Sekunden

Am Boden sind nun durchgehende und mit Strom versorgte Schienen angebracht, die eine neue Variabilität sowie eine Sitzheizung hinten ermöglichen. Die feste Sitzbank in der dritten Reihe macht Platz für Einzelsitze, die bis zum Fahrerplatz durchgeschoben werden können. Bei der Präsentation lässt es sich das VWN-Team nicht nehmen, ein vierköpfiges Team live präsentieren zu lassen, dass alle hinteren Sitze in 11,49 Sekunden auszubauen sind. Das Gestühl ist immerhin auch 25 Prozent leichter als das im Vorgänger und durch zwei seitliche Schiebetüren geht es schon im Basismodell zu allen Seiten raus.

Viel Golf 8 im neuen T7

So viel zum praktischen Teil. Doch im T7 ist vor allem eine neue Richtung angezeigt: Mit 29 Fahrerassistenzsystemen, dem voll digitalen Cockpit und dauerhafter Vernetzung holt sich die Nutzfahrzeugsparte Premium-Extras aus den Werkshallen nebenan in Wolfsburg heran. Entwicklungsleiter Kai Grünitz sieht den T7 dennoch als „100 Prozent Volkswagen Nutzfahrzeuge“, denn die Kooperation hat beim neuen Multivan nicht die kleinste Duftnote hinterlassen. So bestaunen Neulinge auch im T7 eine Landschaft aus hochauflösenden LCD-Panels und berührungsempfindlichen Bedienfeldern – so der Neuzugang denn vollausgestattet sein soll. Der Stand der Technik entspricht dem Golf 8.

T7-Design jetzt „Best of the Best“

Das Design ist schon vor dem Verkaufsstart Ende des Jahres prämiert. Den Red Dot Design Award „Best of the Best“ nahm Designchef Albert Kierzinger mit bescheidenem Stolz bei der Weltpremiere entgegen. Windschlüpfrig, futuristisch, förmlich entklotzt blickt der T7 an der Front drein und zeichnet damit den klassenbesten cw-Wert in die Tabellen. Unterstützend legt sich eine öffnende A-Säule direkt auf die vordere Radmitte, am Heck haucht eine gebogene C-Säule dem Multivan neuen Schwung ein.

Der Innenraum spiegelt in den Verkleidungen Designelemente des Außenkleids wieder und hellt sich ab der Fensterlinie spürbar auf. Die Rückleuchten, nah am ID 3 designed, sind scharf geraten, im bulligen Heck des T7 wirken sie geradezu schraffiert. Die neuen Märkte in Fernost werden VWN-Designchef Kierzinger dazu sicher unisono applaudieren.

Shift-by-Wire im Transporter

Fahrerisch soll sich der Multivan dynamischer geben als seine Vorgänger. Die um 30 Millimeter gewachsene Spurweite und der gesunkene Schwerpunkt sprechen die Sprache auch in der Praxis. Ob Shift-by-Wire, eine elektronische Parkbremse und Schaltwippen den Handwerker erreichen wollen? Eher machen die Hannoveraner mit ihrer neuen Großraumlimousine Jagd auf die V-Klasse und den Vito. Mehr Serienausstattung fürs gleiche Geld soll in den neuen Ausstattungsvarianten „Style“, „Life“ und „Multivan“ allerdings geboten werden. Zudem sind ein umfangreiches Zubehörprogramm, ebenso wie die beliebte Campingvariante „California“ wohl zu erwarten.

Wo bleiben die Arbeitsmotoren?

Mit einem Plug-in-Hybrid-Benziner mit 218 PS (160 kW) und zwei reinen Ottomotoren mit 136 PS (100 kW) und 204 PS (150 kW) startet der T7 Multivan Ende 2021. Der Selbstzünder wird erst im kommenden Jahr nachgereicht, dann mit 150 PS (110 kW). Gerade bei einem potentiellen Langstreckentransporter wie dem T7 eine kaum nachvollziehbare Entscheidung. „Das Beste aus zwei Welten“ ist der Plug-in-Hybridantrieb immerhin für VWN-Entwicklungsleiter Kai Grünitz. 2022 folgt mit dem Diesel auch die rein elektrische Variante, der ID Buzz.

Keine Pritsche jedoch Allrad

Wie breit gefächert der Einsatzbereich des T7 im Gewerbe werden wird, ist noch unklar. Als Pritsche jedenfalls wird der neue Multivan nicht kommen. Einzel- und Doppelkabinen werden aber im Laufe der Produktion eingeführt, auch Allradvarianten mit Höherlegung stellt der Vice-Chef des Produktmarketings, Lars Menge, in Aussicht. Preise gibt VWN im Einzelnen noch nicht bekannt. Das Basismodell wird jedoch auf Niveau des Vorgängers rangieren. Der T6.1 kostet aktuell ab 41.531 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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Der neue Volkswagen T7 Multivan verfolgt ein moderneres Konzept und will in der Premiumklasse mitmischen.
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Für den klassenbesten cw-Wert ist die Front windschlüpfriger geworden. 
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Die neue Heckpartie des Multivan greift bei den Rückleuchten Elemente des ID 3 auf. 
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Der Innenraum wurde neu konzipiert und soll eine gelungene Mischung aus Variabilität und modernster Technik bieten.
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Die Passagiere erhalten nun auch auf der hinteren Bank Einzelsitze. Die Schienen sind durchgehend und ermöglichen eine Sitzheizung.

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