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Foto: Martina Göres
Die kompakten Transporter und Hochdachkombis (im Bild der Opel Combo-e) sind jetzt auch rein elektrisch zu haben.

bfp-Fahrbericht

Die drei von der Strom-Tankstelle

Als Citroen e-Berlingo, Peugeot e-Partner und Opel Combo-e sind die kleinen Transporter von Stellantis jetzt auch rein elektrisch unterwegs.

Auch im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge schreitet die Elektrifizierung zügig voran. Mit den nahezu baugleichen, optisch nur marginal unterschiedlichen Hochdachkombis Citroen e-Berlingo, Peugeot e-Partner und Opel Combo-e Cargo stehen in Kürze drei lokal emissionsfreie Vollelektriker zur Wahl. Die stromernden Drillinge des Stellantis-Konzerns kommen überall dort hin, wo Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor möglicherweise künftig draußen bleiben müssen. Denn in einigen Innenstädten sind schon heute nur noch Elektromobile erlaubt. Und während für den Volkswagen Caddy eine Elektroversion noch in weiter Ferne scheint und die batterieelektrischen Mercedes Citan, Nissan Townstar und Renault Kangoo noch bis Mitte 2022 auf sich warten lassen, sind Citroen e-Berlingo, Peugeot e-Partner und Opel Combo-e Cargo bereits bestellbar und ab Ende des Jahres im Handel.

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In zwei Längen bestellbar

Wie ihre 2018 vorgestellten Geschwister mit konventionellem Antrieb gibt es die praktischen Elektro-Transporter in zwei Versionen mit 4,40 (L1) und 4,75 Meter Länge (L2) sowie wahlweise mit zwei und drei Sitzplätzen oder als Doppelkabine mit bis zu fünf Sitzen (L2). Für unterschiedliche Einsatzzwecke stehen ein oder zwei Schiebetüren, Heckflügeltür oder Heckklappe sowie Blecheinsatz oder Verglasung zur Wahl. Die Preise beginnen bei 28.990 Euro (alle Preise netto zzgl. USt) für den e-Berlingo und den e-Partner, der Combo-e Cargo ist mit 29.700 Euro geringfügig teurer. Die Langversionen kosten mindestens 31.480 und 32.325 Euro; die volle Umweltprämie in Höhe von 9.000 Euro darf noch abgezogen werden.

Keine Einschränkungen bei Ladevolumen und Nutzlast

Dienstleister, Sozialdienste, Handwerksbetriebe oder Behörden in urbanem Umfeld oder mit definiertem Nutzungsprofil sind die primären Zielgruppen der kompakten Elektro-Transporter. Mit einer Reichweite von rund 275 Kilometer fühlen sich die drei Nutzfahrzeuge gut aufgestellt, haben die Stellantis-Strategen doch ermittelt, dass rund 80 Prozent aller täglichen Nutzfahrzeugrouten in Deutschland kürzer als 200 Kilometer sind. Weil die 50 kWh große Lithium-Ionen-Batterie platzsparend unter den Sitzen und der Ladefläche positioniert ist, gibt es für die Kleintransporter im Vergleich zu den Verbrennervarianten keinerlei Einschränkungen beim Ladevolumen. Gewerbekunden werden das zu schätzen wissen. Die Nutzlast ist allerdings aufgrund des höheren Gewichts der Elektrovarianten niedriger.

Die L1-Versionen warten mit 3,8 Kubikmeter Ladevolumen auf, inklusive Fahrer dürfen immer noch üppige 800 Kilogramm bewegt werden. 4,4 Kubikmeter und 678 Kilogramm sind es in der längeren Variante. Dank einer Ladebreite von 1,23 Meter lassen sich in der L2-Version zwei Europaletten unterbringen. Wichtiges Transportkriterium: in Verbindung mit dem umklappbaren Beifahrersitz können Gegenstände bis 3,09 Meter Länge (3,44 Meter in L2) transportiert werden. 750 Kilogramm dürfen die Blechkameraden an den optionalen Haken nehmen. Und mit einer Höhe von maximal 1,86 Meter stellt auch die Einfahrt in Tiefgaragen kein Problem dar.

Schnellladen mit 100 kW in 30 Minuten

Der elektrische Antriebsstrang mit 136-PS-Elektromotor ist bereits aus anderen Konzernmodellen bekannt. In etwas unter zwölf Sekunden ist Tempo 100 erreicht, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt. Mit drei Fahrmodi sind die Fronttriebler entweder mit maximaler Kraft oder aber besonders reichweitenschonend unterwegs. Ein B-Modus sorgt für etwas stärkere Rekuperation, nur mit dem Fahrpedal lassen sich die Elektriker allerdings nicht bedienen. Der Stromverbrauch ist mit rund 20 kWh je 100 Kilometer angegeben, nach ersten Ausfahrten kamen wir auf 22 kWh.

Serienmäßig laden die Stromer mit 11 kW Wechselstrom und – nicht selbstverständlich – mit bis zu 100 kW Gleichstrom. Im besten Fall sind die leeren Akkus nach rund fünf Stunden (AC) oder 30 Minuten (DC) wieder gefüllt. Bordcomputer, 11-kW-Onboard-Lader und 12-Volt-Steckdose sind immer an Bord, beim Combo-e Cargo kommt auch ein Tempomat hinzu. Auf Wunsch lassen sich die stromernden Kleintransporter mit allerlei Helferlein wie Rückfahrkamera, Fernlicht- und Totwinkelassistent oder sensorgesteuerter Überladungsanzeige ausrüsten, viele Assistenten sind in Paketen zusammengefasst. Das Cockpit ist aufgeräumt, die Ergonomie passt, alle Bedienelemente sind leicht erreichbar.

Auch als geräumige Pkw-Version erhältlich

Anfang nächsten Jahres gehen alle drei Stromer auch als geräumige Pkw-Varianten an den Start. Familien mit erhöhtem Platzbedarf  haben Citroen e-Berlingo, Peugeot e-Rifter und Opel Combo-e Life ebenso im Visier wie Hobbysportler mit sperrigem Gerät oder Shuttledienste. Fünf bis sieben Sitze, wobei es die dritte Sitzreihe im e-Berlingo nur in der XL-Version gibt, und ein Kofferraumvolumen von bis zu 2.693 Liter werden geboten. Freilich gibt es reichlich Hartplastik im Interieur, aber mit bunt gemusterten Sitzen, variablem Innenraum und allerlei Komfortoptionen wird schon so etwas wie Wohlfühlatmosphäre kreiert.

Und obwohl technisch identisch, geben sich die drei Elektro-Hochdachkombis mit jeweils markentypischem Flair einen individuellen Anstrich. Während der e-Berlingo etwas sanfter abgestimmt ist und mit besonders komfortablen Sitzen wirbt, steht der Combo-e Life eher für Lifestyle. Der e-Rifter dagegen punktet mit Peugeot-typischem i-Cockpit. Letztlich entscheiden Geschmack und Preis. Der Citroen e-Berlingo startet bei 30.748 Euro, ab 31.588 Euro gibt es den Peugeot e-Rifter, für den Opel Combo-e Life werden mindestens 32.017 Euro fällig.

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Den elektrischen Kompakttransporter gibt es als e-Berlingo auch von Citroen.
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Bei Peugeot heißt das entsprechende Nutzfahrzeug-Pendant e-Partner.
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Was das Laderaumvolumen angeht, stehen die Elektro-Transporter ihren konventionell betriebenen Geschwistern in nichts nach.
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Vollelektrisch gibt es aber nicht nur die Kastenwägen. Auch die Hochdachkombis, hier der Opel Combo-e Life, fahren auf Wunsch mit Strom.
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Das gilt nicht nur für Opel, sondern auch für Citroen …
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… und auch für Peugeot. Wie sonst auch hört die Pkw-Version des Partner auf den Namen Rifter.
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Im Cockpit macht nur den Peugeot sein eigenes Ding. Der hier gezeigte Opel …
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und der Citroen teilen sich das Cockpit-Layout. 
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Peugeot geht mit dem typischen i-Cockpit jedoch seine eigenen Wege.

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