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Elektromobilität

Die Flotte im Blick

Bei der Entwicklung der E-Mobilität hat Volkswagen auch an die Belange von Fuhrparks gedacht. Erste Ausfahrt mit dem E-Trio.

Inhaltsverzeichnis

Wolfgang Schäffer

„Wir müssen die Bedürfnisse der Fuhrparks unbedingt berücksichtigen. Dieser Kundenkreis ist für uns sehr wichtig. Mit Einführung der ersten Produkte der I.D.-Familie werden wir unter anderem entsprechende Lade-Lösungen, angepasste Reichweitenangebote ebenso anbieten wie einen Komplettservice rund um die Autos, “ sagt Jerome Küppers vom Produktmarketing der Baureihe E-Mobilität bei VW.

Die Markteinführung von I.D. und I.D. Crozz ist für 2020 angekündigt, zwei Jahre später wird der an den T1 Bulli erinnernde I.D. Buzz folgen. Wir aber hatten bereits jetzt die Gelegenheit, mit allen drei Studien die ersten Meter zu fahren. Zwar sind die Autos noch längst nicht so weit, dass Fahrverhalten oder tatsächliches Leistungsvermögen zu beurteilen wären. Schließlich stehen Studien eigentlich auf Messen im Scheinwerferlicht, sollen zeigen, was in Zukunft denkbar ist. Ans Fahren ist dabei nicht zu denken. Doch VW überspringt mit der I.D.-Familie diese Grenze, lässt die kleine E-Flotte schon jetzt mutig Frischluft schnuppern.

Die bekommt dem Trio außerordentlich gut. Mit dem Wechsel vom Scheinwerfer- zum Tageslicht strahlen alle drei Fahrzeuge irgendwie in einem noch helleren Glanz. Auf der Straße wirken die Proportionen noch stimmiger als in der Messehalle. Das Design ist außergewöhnlich, aber keinesfalls zu exotisch – und lässt die VW-DNA immer noch deutlich erkennen.

Was ist anders?

Das gilt natürlich vor allem für den knapp fünf Meter langen Buzz, dessen Optik auf Anhieb Erinnerungen an den T1 Bulli weckt. Auch am Steuer kommt im ersten Moment das alte Bulli-Hochsitz-Gefühl auf, wird aber von der Gestaltung des Cockpits sofort verdrängt. Instrumente gibt es so gut wie gar nicht. Wichtige Informationen werden auf das Head-up-Display übertragen. Dazu gibt es ein Touchscreen. Zündschloss? Start-Stopp-Knopf? Beides Fehlanzeige!

Ziel für die Serie ist es, dass die E-Familie die Fahrerin oder den Fahrer anhand des jeweiligen Smartphones erkennt, sich die Türen automatisch entriegeln, der Sitz in die entsprechend programmierte Position fährt und das Antriebssystem automatisch auf Stand by schaltet. „Einsteigen und losfahren. Keine Tasten mehr drücken. Lediglich mit dem Daumen das D im Lenkrad berühren und ab geht's“, beschreibt Jerome Küppers vom Produktmarketing der Baureihe E-Mobilität das, was er mit einer „besonderen Identität“ meint, die die I.D.-Familie ausstrahlen soll.

Wie fährt sich das E-Trio?

Bei der Studie des Buzz ist dieses Lenkrad übrigens noch rechteckig. Das aber wird keinesfalls in Serie gehen. Dort kommt aber ein komplett neu konzipiertes Lenkrad zum Einsatz, kündigt Küppers an. Doch auch mit der ungewohnten Art zu lenken fährt sich der Bulli der Neuzeit gut. Der wird im Gegensatz zu den beiden anderen I.D.-Familienmitgliedern noch vom 136 PS starken E-Antriebe des E-Golfs angetrieben. Auch wenn der Motor ganz stark gedrosselt ist, es macht großen Spaß, mit dem Elektro-Bulli über den Asphalt zu rollen.

Innen soll es später Platz für bis zu acht Personen oder Sportgeräte aller Art geben. Dabei wird sich der Innenraum äußerst variabel nutzen lassen. Auch eine Nutzfahrzeugversion mit einer Ladekapazität von 660 bis 4.600 Litern ist denkbar. Für den Antrieb werden zwei E-Motoren sorgen, die ihre Systemleistung von 374 PS auf beide Achsen verteilen. Die Batterien – geplant sind Akkus mit einer Kapazität von etwa zwischen 80 und 110 Kilowattstunden - liegen im Fahrzeugboden zwischen den beiden Achsen. Das Laden soll um die 30 Minuten dauern. Dann sind die Speicher bis zu 80 Prozent gefüllt.

Dieses Package gilt auch für den I.D. - der durchaus auch als neuer Golf durchgehen könnte - und den Crozz. Letzterer soll als Weltauto antreten und wird zunächst ebenfalls mit Allradantrieb angeboten. Eine 102 PS starke Maschine an der Vorderachse und eine mit 204 PS an der Hinterachse ergeben eine Systemleistung von 306 PS.

I.D. und I.D. Crozz machen 2020 den Anfang

Von 2020 wird der Crozz zunächst in China auf die Straßen rollen und etwas später auch in den USA und Europa zu haben sein. Zeitgleich mit dem mit coupéförmigem Karosseriedesign und SUV-Anleihen gezeichnete Crozz rollt bei uns der kompakte I.D. an. Bei dem ist der 170 PS starke E-Motor samt Leistungselektronik und Getriebe in die Hinterachse integriert.

Weder der 4,63 Meter lange Crozz noch I.D. (4,10 Meter lang) verfügen in den Studienversionen über diese Antriebe.

Es sind halt in vielen Stunden Handarbeit sorgfältig gefertigte Einzelstücke, die besonders vorsichtig behandelt werden müssen. Aber sie fahren – und geben dabei wie auch im Buzz vor allem einen ersten Eindruck vom riesigen Platzangebot und dem immensen Raumgefühl. Daran wird sich in der Serie nichts ändern. Und auch die Außenhaut soll weitestgehend unverändert bleiben.

Klar ist, dass die Kamera basierten Rückspiegel keine Zulassung bekommen, also durch herkömmliche ersetzt werden müssen. Um dem Fußgängerschutz Rechnung zu tragen, werden Front und Heck im Bereich der Stoßfänger verändert. Zudem werden Frontscheinwerfer und Heckleuchten an die gesetzlichen Anforderungen angepasst. Ansonsten aber kommen die Prototypen der Serie schon ziemlich nahe. In der sollen die Batterieeinheiten eine Reichweite zwischen 400 und 600 Kilometern ermöglichen.

Maßgeschneiderte Angebote – auch für Flottenkunden

Doch Volkswagen hat sich eine Menge einfallen lassen, um die E-Mobilität auf die individuellen Bedürfnissen der Kunden maßzuschneidern. Die Käufer können bei der Konfiguration nämlich wählen, welche Größe die Energiespeicher haben sollen. Aber nicht nur das. Auch bei der Stärke der E-Motoren, ausschlaggebend für Beschleunigungswerte und Performance, wird es unterschiedliche Angebote geben. Zudem werden sich je nach Bedarf bestimmte Funktionen kurz- oder langfristig freischalten lassen. Ähnlich dem Prinzip der Apps für Smartphones sollen beispielsweise für Staufahrten Assistenzsysteme oder für Ausfahrten mit besonderem Spaßfaktor zusätzliche Leistung gekauft werden können.

Auch unterschiedliche Ambientebeleuchtungen oder Erweiterungen des Navigationssystems während des Autolebens seien denkbar. Für Flottenkunden seien je nach Bedarf zubuchbare Konnektivitäts-Erweiterungen denkbar, um das Leben für Außendienstler und Fuhrparkverantwortliche einfacher zu machen. „Mit Upgrades dieser Art bleibt das Auto über einen langen Zeitraum attraktiv und frisch“, ist Küppers sicher, damit den Nerv der Kunden zu treffen. Die sollen sich beim Preis abgeholt fühlen. Knapp 30.000 Euro wird der I.D. vermutlich kosten. Um die 10.000 Euro mehr dürften es für Buzz und Crozz sein.

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