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Fahrbericht

Die Lust auf den Verzicht

Dacia Logan MCV TCe 90 Stepway Celebration: Wie sich der Preisbrecher im Offroad-Look im Fahrbericht schlägt.

Inhaltsverzeichnis

Hans-Joachim Mag

Blickt man auf die Preislisten so mancher Premium-Automobile, kann einen leicht der Schwindel befallen. Allein für Luxus und nette Helferlein lassen sich Fahrzeuge der Mittelklasse bereits derart aufrüsten, dass man dafür einen Kleinwagen bekommt. Das kann einem bei Dacia nicht passieren. Die Renault-Tochter hat seinerzeit erfolgreich auf den gegenteiligen Effekt gesetzt und bietet Brot-und-Butter-Fahrzeuge an, wie man sie in den 80er und 90er Jahren fuhr. Und das zu Preisen, die die Marke klar vom Wettbewerb abhebt.

Dennoch verschließt sich Dacia so manchem Trend nicht, und so hat man ein SUV (Duster) ebenso im Angebot wie Pkw im Offroad-Look, wie etwa den Logan MCV Stepway. Dieser unterscheidet sich vom „normalen“ Logan optisch durch eine zweifarbige Frontschürze, beplankte Seitenschweller und Radhausverbreiterungen sowie einem Unterfahrschutz am Heck. Zudem ist er um 50 Millimeter höher gelegt; einen Allradantrieb gibt es nicht. Wir nahmen die Variation zum Anlass, den Logan Kombi mal wieder genauer unter die Lupe zu nehmen.

Welcher Motor treibt den Logan an?

Der als TCe 90 bezeichnete Vierzylinder-Benziner ohne Turbo leistet 66 kW (90 PS), die er mit einem maximalen Drehmoment von 140 Newtonmeter zu den Vorderrädern schickt. In 11,1 Sekunden geht es aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 km/h erreicht. Man sieht schon: Bäume reißt der Motor nicht aus, zudem hört man ihn ein wenig mehr als bei anderen Marken gewohnt, was sicherlich an der geringeren Geräuschdämmung liegt. Das Fünfgang-Getriebe schaltet sich so wie man es in den 90ern gewohnt war – immer ein wenig hakelig. Aber daran hat man sich schnell gewöhnt. Da stört schon eher die relativ hohe Drehzahl auf Autobahntouren.

Wie reagiert das Fahrwerk?

Das Fahrwerk rollt nicht ganz so geschmeidig ab, es poltert ein wenig. In Sachen Komfort kann es aber überzeugen. Auch die Bremsen gaben keinerlei Anlass zur Kritik. Wer ein adaptives Fahrwerk möchte, ist bei der Marke eindeutig falsch. Ebenso eindeutig komfortabler fanden wir die leicht erhöhte Sitzposition der Stepway-Variante.

Welche Ausstattung wird angeboten?

Für Fahrer und Beifahrer gibt es Front- und Seitenairbags, zudem ist ein ABS mit Bremsassistent und ESP verbaut – das war´s in Sachen Sicherheit. Die vielen aktiven Assistenten, die die Aufpreislisten anderer Marken füllen, finden sich hier nicht. Auch gibt es noch keine Connectivity-Angebote. Immerhin gibt es eine Navigation, die ihre Sache auch ordentlich macht, eine Mittelarmlehne sowie elektrische Fensterheber vorne. Die Klimaanlage wird manuell gesteuert. Im Laderaum finden sich vier Zurrösen, zudem kann ein Notrad geordert werden.

Auch die Materialqualität ist eher Hausmannskost; viele Materialien wirken eher billig, was aber nicht bedeutet, dass sie bald ihren Dienstverweigern. Zwischen den Sitzen vorne findet sich lobenswerterweise eine Armlehne, die sich auch zurück klappen lässt. Ein Trennnetz kann für 160 Euro geordert werden.

Was kostet der Dacia Logan?

Die schon sehr gut ausgestattete Stepway-Variante kostet 12.200 Euro brutto, und wenn man Einparkhilfe mit Kamera, Notrad und Metallic-Lackierung ordert, kommt man auf 12.920 Euro. Bei der Preisgestaltung darf man nicht auf eine hohe Rabattierung hoffen. Dennoch unterbieten die Betriebskosten die der allermeisten Vertreter der Kompaktklasse und liegen mit 23,64 Cent je Kilometer auf Kleinwagenniveau (siehe Download). Hinzu kommt, dass Dacia mögliche Zweifel an der Qualität der Fahrzeuge durch eine Dreijahres-Garantie bis 100.000 Kilometer ausräumt.

Das Fazit

Das Konzept kommt am Markt gut an: Von Januar bis September 2017 stiegen die Zulassungen von Dacia um 25,9 Prozent auf 49.351 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (39.206 Einheiten). Im Logan Stepway findet sich eigentlich alles, was man heute zum Autofahren braucht – mehr auch nicht. Es fehlt aber auch nichts Entscheidendes – viele Kunden scheinen das zu goutieren.

Betriebskosten

© Clemens Velten

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