Heft_und_Web 30.11.2017

„Die Privatsphäre wird geschützt“

Interview zum Thema Datenschutz

Das Thema Datenschutz im Firmen-Pkw wird immer wichtiger. Wir haben uns mit Christoph Ludewig, Geschäftsführer Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH, unterhalten.

 - Christoph Ludewig, Geschäftsführer Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH.
Christoph Ludewig, Geschäftsführer Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH.
Daimler

bfp: Wie ist die Datenübertragung bei den connect business-Diensten geregelt?

Ludewig: Bei connect business erfolgt die Datenübertragung grundsätzlich selektiv: Wir erhalten die Daten, die für die Erbringung der gewünschten Dienstleistungen erforderlich sind oder wenn der Kunde der Übertragung – etwa für die Produktverbesserung – zugestimmt hat.

bfp: Haben die Mercedes-Werkstätten und -Niederlassungen die Möglichkeit, auf diese Daten zuzugreifen?

Ludewig: Daten werden Dritten, also auch Werkstätten und Niederlassungen, nur dann zur Verfügung gestellt, wenn das für seitens des Kunden gewünschte Leistungen erforderlich ist und der Kunde hierfür im Rahmen des Vertrages seine Zustimmung erteilt hat.

"Umfangreiche Wahlmöglichkeiten"

bfp: Wird der Kunde über diesen Datentransfer unterrichtet?

Ludewig: Die Nutzung der Dienste, und damit die Datenübertragung an die Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH, basiert auf dem Vertrag zwischen dem Kunden und der Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH. Dieser enthält detaillierte Darstellungen und umfangreiche Wahlmöglichkeiten rund um die Nutzung der Dienste und der entsprechenden Daten.

bfp: Kann der Kunde diesem Datentransfer widersprechen?

Ludewig: Bei connect business kann der Kunde auch jederzeit alle oder einzelne Dienste kündigen, sofern gewünscht auch speziell für einzelne Fahrzeuge. Es werden dann keine Daten mehr an das connect business-Portal übertragen.

Verschlüsselte Daten

bfp: Wie stellt die Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH sicher, dass Daten über Privatfahrten bei einem Geschäftsfahrzeug nicht vom Arbeitgeber des Außendienstmitarbeiters eingesehen werden können?

Ludewig:Die Privatsphäre des Fahrers wird bei connect business geschützt. Der Fahrer kann über die App jederzeit seine Privatsphäreneinstellungen verwalten: Im Privatmodus werden keine Positionsdaten an das Portal übertragen. Damit hat er die Kontrolle, welche Daten der Fuhrparkmanager einsehen kann. Im Übrigen muss der Kunde klären, welche Daten er als Arbeitgeber in seinem spezifischen Anwendungskontext unter welchen Bedingungen verarbeiten darf. Dazu werden oftmals vor Einführung eines Telematikproduktes gemeinsam mit dem Betriebsrat Regelungen festgelegt.

bfp: Gibt es einen besonderen Schutz, damit die Daten von Unberechtigten nicht gehackt werden können?

Ludewig: Die Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH schützt alle Informationen und Daten durch umfangreiche technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. So sind etwa die Datenspeicherung wie auch die Datenübertragung unter anderem mit dem Verschlüsselungsstandard AES256 mehrfach gesichert. Wolfgang Schäffer

Vielen Dank für das Gespräch

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