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Firmenwagenwissen

Die Zukunft der Vernetzung

Die Vernetzung von Geräten und insbesondere von Autos schreitet immer weiter voran. Wie ist der Stand der Dinge?

Die Idee vom vernetzten Auto ist ein alter Hut. Schon 1939 sinnierte General Motors über autonome Fahrzeuge auf intelligenten Highways, die mit Radio- und TV-Wellen gesteuert werden sollten. Heute ist die Technik viel weiter, fahrzeuginterne Vernetzungen sind schon lange an Bord und gehören für uns mittlerweile zum Standard-Repertoire eines modernen Fahrzeugs. ABS, ESP, Navigation oder der Abstandsregeltempomat: All diese Funktionen erfordern eine Vernetzung innerhalb des Autos mit seinen Sensoren und Steuergeräten. In einem aktuellen Mittelklasse-Fahrzeug sind schon heute durchschnittlich 70 Mikrochips, 100 sogenannte „Engine Control Units“ und mehr als 100 Millionen Zeilen Befehlscode untergebracht.

Das vernetzte Auto von Morgen gehört zum „Internet der Dinge“ – wie Fernseher, Smartphones oder sehr futuristische Kühlschränke. Als rollende Packstationen (wie Smart und VW es testen) oder mittels der intelligenten Sprachsteuerung über Amazons Alexa (wie bei Seat oder BMW) wird das Auto in kleinen Schritten zu einem Mehrzweckgerät verwandelt, das mehr können soll, als nur von A nach B zu fahren. Faktisch ist dabei jeder Neuwagen, der ab dem 31. März 2018 verkauft wird, ein vernetztes Auto – auch extern, also vom Auto zu weiteren, gerne als „X“ bezeichneten Stellen. Denn: Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Fahrzeuge mit dem „E-Call“-Notrufsystem ausgerüstet sein, das im Falle eines Falles automatisch einen Notruf absetzt.

Doch schon heute können viele Autos mehr. Die Standheizung per Smartphone-App starten? Geht. Schnell auf dem riesigen Luxus-Schlüssel samt Display checken, wie lange das Benzin noch reicht? Kein Problem.

Doch besonders solche Anwendungen fürs Handy sollten mitunter erstmal kritisch betrachtet werden, meint die Stiftung Warentest. Die Prüfer hatten im Herbst 26 Apps von 13 großen Autoherstellern untersucht und festgestellt, dass eigentlich alle mehr Daten als nötig sammeln und versenden würden. Dabei werden sensible Informationen wie die Fahrzeug-Identifikationsnummer teilweise unverschlüsselt übermittelt. Besonders Tesla, als Pionier auf diesem Gebiet geltend, musste Kritik einstecken. So könnten die Amerikaner laut dem Test unter anderem Zugriff auf Daten der Fahrzeug-Kameras und auf Informationen über den individuellen Fahrstil des Fahrers erlangen. Daten, die nicht nur für die Hersteller, sondern zum Beispiel auch für Versicherer interessant sind. Laut einer Umfrage des Mobilitätsclubs „Jimdrive“ würden 75 Prozent der Nutzer vernetzter Autos ihre Fahrdaten einem Versicherer überlassen, sollte dieser im Gegenzug den Tarif senken.

58 Prozent der Befragten signalisierten ihre Bereitschaft, Fahrdaten Dritten zugänglich zu machen, wenn sich etwa durch eine Vernetzung mit anderen Verkehrsteilnehmern die Unfallprävention verbessern ließe. Dazu eignet sich die sogenannte „Car to Car“-Kommunikation, die über eine cloudbasierte Datenbank Verkehrsinfos sammelt und verschickt. So lassen sich beispielsweise Unfallstellen schneller melden oder Staus umfahren. Als aktuelles Beispiel kann hier der neue Audi A8 angeführt werden, dessen Navigationssystem auf eine Cloudlösung des Dienstleisters „Here“ vertraut. Vor allem autonome Fahrzeuge kommen nicht ohne eine solche Plattform aus, die sie mit Infos versorgt. Hier werden wir in Zukunft also eine enorme Entwicklung sehen.

Und auch für Software-Updates, die Fahrzeuge mit vielen Steuergeräten immer häufiger benötigen, lässt sich eine mit dem Auto verbundene Cloud nutzen. Unter anderem setzt Tesla bereits seit längerem auf diese Art der Wartung, die dem Fahrzeugnutzer lästige Werkstatt-Aufenthalte ersparen kann.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass Vernetzungs-Technologien in der nächsten Zeit immer mehr Raum in modernen Autos einnehmen werden. Egal, ob es dabei um Unterhaltung, Komfort oder Sicherheit geht. Vor allem mit der etwa ab 2020 startenden Offensive deutscher Premiumhersteller im Bereich der autonomen Fahrzeuge werden Dinge möglich sein, die heute noch kein Auto kann. Mit dem selbstfahrenden Robotertaxi abends ins Kino, ohne einen Parkplatz suchen zu müssen? Wir sprechen uns in ein paar Jahren wieder.

Quelle: Spotpress.de/Max Friedhoff/SP-X. Foto: © Bosch

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Foto: Foto: Claudia Becker

Das neue Notrufsystem E-Call

Lange hat es gedauert, nun ist es soweit: Ab 31. März muss jeder Neuwagen in Europa über das Notrufsystem E-Call verfügen. Der Assistent alarmiert bei einem Unfall automatisch die Rettungskräfte und sendet dabei auch den Standort mit. Der obligatorische Einbau soll Leben retten.

Foto: Mercedes_A-Klasse_Cockpit.jpg

Weniger Tasten, mehr Autonomie

Wie immer im Januar wird Las Vegas auch 2018 wieder zur Innovations-Bühne der Unterhaltungselektronik-Branche. Riesen wie Samsung oder Huawei stellen dann auf der CES (9. bis 12. Januar) die neuesten XXL-Fernseher, Smartphones und VR-Brillen vor. Eher als Randerscheinung zwischen den über 4.000 Ausstellern zeigen aber auch einige Autohersteller und -zulieferer spannende Neuentwicklungen. Wie in den vergangenen Jahren geht es hier vor allem um innovative Bedienkonzepte, autonome Fahrkünste und elektrische Antriebe.

Foto: Trueffelpix - Fotolia.com

Mobilität

Vernetzt, informiert und effektiv

Die Mobilität der Zukunft ist digital vernetzt: Passgenaue Lösungen werden helfen, die Effizienz von Verkehrs- und Logistikprozessen zu erhöhen.

Foto: VW

Zukunft des Autofahrens

Teil 1: Der Autonome Stufenplan

Autonomes Fahren – Wann geht’s los? Was wird besser? Was wird schwierig? Hier die neuesten Fakten und was das für Fuhrparks bedeutet.

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