News 27.09.2017

Diesel-Restwerte geraten leicht unter Druck

Das aktuelle DAT-Dieselbarometer

Im Zuge der Dieselkrise geraten die Restwerte von Dieselfahrzeugen unter Druck, wie die DAT in ihrem Diesel-Barometer feststellt. Stabiler sind die Benziner.

 - Die Nachfrage nach Diesel-Pkw ging leicht zurück.
Die Nachfrage nach Diesel-Pkw ging leicht zurück.
DAT

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat die Ergebnisse der Befragung für das aktuelle DAT Diesel-Barometer anlässlich der regelmäßigen Tagung des von ihr einberufenen Experten-Arbeitskreises vorgestellt. Basis ist erneut eine repräsentative Befragung beim Automobilhandel in Deutschland zu den Auswirkungen der aktuellen Diskussion um den Diesel, Umweltprämien und die nach wie vor drohenden Fahrverbote.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Demnach liegen die Restwerte für Diesel zum ersten Mal in diesem Jahr unter dem Vorjahresniveau, und die Produktionszeiten von Benzinern steigen. Hier die Ergebnisse im Überblick:

  • Diesel-Gebrauchtwagenwerte liegen erstmals in diesem Jahr unter dem Vorjahresniveau: Seit Anfang des Jahres lagen die Werte von dreijährigen Gebrauchtwagen über alle Modelle und Marken stets über denen des Vorjahrs. Das war sowohl bei Benzinern als auch den Dieseln der Fall. Nun zeigt sich bei den Diesel-Fahrzeugen für den August ein Wert von 54,2 Prozent des ehemaligen Listenneupreises. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 54,5 Prozent. Die dreijährigen Benziner geben sich aktuell dagegen sehr stabil bei 56,1 Prozent.
  • Gebrauchte Benziner stark nachgefragt: Der Automobilmarkt hat im August nur bei den Benzin-Gebrauchtwagen zugelegt. Einen Rückgang im Vergleich zum Vormonat Juli zeigte sich dagegen bei den Diesel-Neuwagen, den Diesel-Gebrauchtwagen und den Benzin-Neuwagen. Kumuliert liegt der Gesamtmarkt nach wie vor im Plus.
  • Diesel-Fahrzeuge gehen zunehmend in andere Verkaufskanäle: 45 Prozent der Händler gaben an, ihre Diesel-Gebrauchtwagen vermehrt in Auktionen, an andere Händler oder auch direkt ins Ausland zu verkaufen. Dies ist eine Steigerung von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Juli. Auch die Bestelldauer von Benzinfahrzeugen beim Hersteller hat zugenommen.
  • Beratungsleistung des Handels wächst weiter: Mittlerweile 92 Prozent aller Händler führen intensivere Kundengespräche zum Diesel. Der Markenhandel sogar zu 94 Prozent. Dies bindet in erheblichem Umfang die Personalressourcen im Vertrieb aber auch im Werkstattbereich, weil die Kunden keine Gelegenheit ausnutzen, um sich Klarheit über mögliche Einschränkungen der Nutzung ihrer Fahrzeuge bei drohenden Fahrverboten zu verschaffen. Den zusätzlichen Beratungsaufwand bekommen die Händler von den Herstellern und Importeuren in der Regel nicht vergütet.
  • Informationsbedarf der Verbraucher zu alternativen Antrieben ist gestiegen: Auf die Frage, ob die Nachfrage nach alternativen Antriebsarten gestiegen sei, antworteten 40 Prozent der Händler mit „Ja“. Dies ist eine Steigerung um neun Prozentpunkte gegenüber der letzten Befragung. In absoluten Zahlen machen die Neuzulassungen von Pkw mit alternativen Antrieben weiterhin nur drei Prozent des Gesamtvolumens aus.
  • Standtage von gebrauchten Diesel-Pkw über 100: Mit 101 Tagen überschreiten die Standzeiten für Diesel-Gebrauchtwagen erstmals die 100-Tage-Marke. Das ist eine Zunahme von sieben Tagen gegenüber dem Vormonat. Die Differenz zu den vergleichbaren Benzinern liegt bei 21. Sie kommen auf 80 Tage.
  • Umweltprämie sorgt für mehr Benziner-Verkäufe: Die von den Automobilherstellern initiierten Umweltprämien führen beim Handel dazu, dass mehr Benziner verkauft werden. 51 Prozent der Händler bestätigten dies. Zudem wurde deutlich, dass 15 Prozent der Händler mehr Euro-6-Diesel, 13 Prozent mehr Pkw mit alternativen Antrieben verkauft haben. Bei 31 Prozent der Händler hat die Prämie aktuell keinerlei Auswirkungen. hjm

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