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Foto: Clemens Noll-Velten

Tipps für die Praxis

Drei Tipps für Fuhrparkmanager, damit auch die Plug-in-Hybride in der Flotte geladen werden.

Plug-in-Hybride sind bei Dienstwagennutzern beliebt. Hohe Reichweite und geringe Versteuerung der privaten Nutzung. Aber durch falsches Verhalten der Firmenwagennutzer steigen die Betriebskosten für den Fuhrpark. Das können Fuhrparkmanager dagegen tun.

In der Theorie klingt der Einsatz von Plug-in-Hybriden (PHEV) im Fuhrpark eigentlich gut:

Plug-in-Hybride als Firmenwagen…

…werden staatlich subventioniert (Innovationsprämie), wenn die elektrische Reichweite mindestens 60 km und der CO2 Ausstoß unter 50g/km beträgt.

…dürfen aufgrund des E-Kennzeichens zusammen mit den rein batterieelektrischen (BHEV) oder mit Wasserstoff angetriebenen Autos die Umweltspuren oder Sonderparkplätze im öffentlichen Verkehrsraum benutzen.

…parken kostenlos während des Ladevorgangs.

…schaffen die durchschnittliche Pendlerstrecke rein elektrisch.

Dieses Szenario setzt allerdings voraus, dass der Dienstwagennutzer das Fahrzeug hauptsächlich zum Pendeln einsetzt und nur wenige längere Dienstfahrten macht und sowohl eine private als auch eine Lademöglichkeit auf dem Firmenparkplatz hat.

…können auch bei langen Dienstfahrten mit Verbrenner lokal emissionsfrei in der Stadt fahren, wenn das Fahrzeug einen Save-Mode besitzt und den gespeicherten Strom der Batterie gezielt freigeben kann.

…bieten Steuervorteile für den Arbeitnehmer durch eine geringere Versteuerung des geldwerten Vorteils bei privater Nutzung.

Überlässt der Arbeitgeber den Dienstwagen auch zur privaten Nutzung seinem Mitarbeiter, muss dieser dafür nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil an das Finanzamt abführen. Auch der Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitstätte reduziert sich für PHEVs. Das liegt daran, dass als Bemessungsgrundlage für den Zuschlag nach der 0,03-Prozent-Regel nicht der tatsächliche Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung, sondern je nach vorstehender Klassifizierung der um die Hälfte oder sogar um dreiviertel reduzierte Bruttolistenpreis zur Bemessung des Zuschlags herangezogen wird.

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Foto: Grafik: bfp FUHRPARK & MANAGEMENT Dienstwagenbesteuerung Verbrennungsmotoren und alternative Antriebe im Vergleich (ab 01.01.2020).

Für Firmenwagen-Fahrer ergibt sich allein dadurch eine Steuerersparnis im drei- bis vierstelligen Bereich pro Jahr. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Plug-in-Hybrid regelmäßig an die Steckdose kommt.

PHEVs ohne Strom zu tanken, führt zu höheren Kosten

Und genau das ist das Problem. Häufig werden die Plug-in-Hybride von den Mitarbeitern nicht geladen und es wird nur der Verbrennermotor genutzt, was zu erhöhten Betriebskosten führt.

Was können Fuhrparkmanager tun?

Die Fuhrparkmanagerin eines großen Konsumgüterherstellers, die nicht namentlich genannt werden möchte, bringt es auf den Punkt: „Wir lassen keine Plug-in-Hybride in unserem Fuhrpark zu und haben somit auch keine Diskussionen.“ Diese radikale Lösung können allerdings nur wenige Fuhrparkmanager selbst entscheiden.

Denn in vielen Unternehmen haben auch andere Abteilungen wie Einkauf, Personalabteilung, Controlling, Betriebsrat und die Geschäftsführung bei der Beschaffung von Fahrzeugen mitzureden.

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Drei Tipps für Fuhrparkmanager

Tipp 1: Den E-Fuhrpark planen und Fahrprofile der Mitarbeiter sowie Lademöglichkeiten vorab ermitteln

Ein Außendienstmitarbeiter mit einer Gesamtfahrleistung im Jahr von 45.000 Kilometern wird mit einem E-Fahrzeug genauso unglücklich wie der User Chooser, der den Dienstwagen auch privat nutzen, darf aber zu Hause keine Lademöglichkeit hat. Zudem sollte auf dem Firmengelände eine Ladeinfrastruktur vorhanden sein, die auch einer größeren Anzahl von E-Fahrzeugen das gleichzeitige Laden erlaubt. Zu empfehlen ist auch die Bezuschussung oder Übernahme der Kosten einer Wallbox bei dem Dienstwagennutzer zu Hause sowie die Übernahme der Stromkosten analog zu den Tankkosten für den Verbrenner.

Tipp 2: Festschreiben von Regeln für die Nutzung von Plug-in-Hybriden

Dazu eignen sich sowohl die Car Policy als auch die Nutzervereinbarung. Hier muss explizit geregelt sein, dass der Dienstwagennutzer sich verpflichtet, den Plug-in-Hybrid regelmäßig zu laden und dies nachzuweisen.

Tipp 3: Einführung eines Bonus-Malus-Systems

Ein Bonus-Malus-System, wie es auch in anderen Bereichen des Fuhrparkmanagements üblich ist, kann hier zur Anwendung kommen.

Diese Maßnahmen bedeuten zwar für den Fuhrparkmanager einen größeren Anfangsaufwand und später ein Controlling der Betriebskosten und speziell der Verbräuche. Das zahlt sich aber in Summe aus, denn Ärger im operativen Alltag wird somit ausgeschlossen. Möglich ist dies, wenn digitale Abrechnungssysteme, wie Hybrid-Tankkarten oder Ladekarten von Roaminganbietern, eingesetzt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass einheitliche Strompreise bundesweit beim Laden abgerechnet werden. Eine Kontrolle auf Basis von analogen Einzelbelegen und Tankkartenabrechnungen ist nicht zu empfehlen.

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