Foto: Christian Frederik Merten - bfp

Fahrbericht

Dynamischer Platzhirsch – erste Fahrt mit dem Ford Puma

Zwischen Ecosport und Kuga fährt ab sofort der Ford Puma. Das SUV soll nicht nur mit viel Dynamik punkten, sondern vor allem mit viel Platz.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Ford Puma? Kennen Sie? Das kleine Sportcoupé aus den Neunzigern? Stimmt auch, aber jetzt nur noch fast. Denn der Berglöwe steht ab sofort Pate für Fords neuestes Kompakt-Crossover. In Sachen Dynamik soll das 4,19 Meter lange SUV seinem Coupé-Ahnen in nichts nachstehen, allerdings bietet es naturgemäß deutlich mehr Raum.

Wie der erste Puma steht auch das SUV auf der Fiesta-Plattform. Allrad gibt es also nicht, die Kraft fließt immer über die Vorderräder auf die Straße. Besonders viel Wert haben die Kölner Ingenieure auf das Design, die Fahrdynamik und die Raumausnutzung gelegt. Und weil sie den Puma ausschließlich für Europa entwickelt haben, mussten sie hier auch keine interkontinentalen Kompromisse eingehen.

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Zwei Benziner mit Mild Hybrid

Mit seinen runden und fließenden Linien führt der Puma die Designlinie seines Vorgängers quasi weiter, auch das nach hinten abfallende Dach lässt Coupé-Assoziationen zu. Damit die Dynamik auch auf der Straße ankommt, haben die Techniker die Puma-Spur auf Focus-Maße verbreitert. Und trotz allen Anspruchs an die Fahrdynamik kommen die klassischen SUV-Tugenden nicht zu kurz: So sitzen Fahrer und Beifahrer 60 Millimeter höher als im Fiesta.

Die Dynamik brachte der Puma auf einer ersten Testfahrt spürbar auf die Straße, fordtypisch wieselte er flink im Zusammenspiel mit der direkten Lenkung agil um jede noch so enge Kurve. Aber auch der Benzinmotor leistet seinen Beitrag: Der 1,0-Liter-Dreizylinder kommt mit 125 oder 155 PS, wobei die stärkere Variante immer mit 48-Volt-Mild-Hybrid kommt. Die Basis bietet das System ausschließlich in der Top-Variante ST-Line X, alle anderen Ausstattungen müssen mit dem regulären Benziner auskommen.

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Viel Fahrdynamik und viel Platz

Natürlich betont Ford, dass der Mild Hybrid sich positiv auf den Verbrauch auswirkt. Zwischen 4,3 und 4,6 Liter sollen es auf 100 Kilometern sein, auf unseren Fahrten im Bergland waren es laut Bordcomputer im Schnitt zwischen 6,5 und sieben Litern. Der Hybrid spielt seinen Vorteil also vor allem an anderer Stelle aus: Er verhilft dem Motor schon bei niedrigen Drehzahlen zu mächtig Vortrieb, leistet beim Tritt aufs Gaspedal ordentlich Schub. Weil das Sechsgangschaltgetriebe exakt und kurz geführt ist, macht auch das Schalten richtig Spaß. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe liefert Ford übrigens ebenso wie den 125-PS-Diesel ab Mai.

Der Ford Puma kann aber auch ganz praktisch. Im Klassenvergleich soll er ein maximales Raumangebot bieten, so die Ford-Entwickler. Auf den Vordersitzen haben die Kölner ihren Anspruch auf jeden Fall umgesetzt. Die Kopffreiheit hinten gibt ebenfalls keinen Grund zur Klage, bei der Beinfreiheit müssen vor allem groß gewachsene Hinterbänkler allerdings Abstriche machen.

So richtig in die Vollen geht Ford dann beim Gepäckraum: Maximal 456 Liter fasst das Abteil, die über die gesamte Höhe ein Meter breite Ladeluke soll leichtes Beladen garantieren. Dazu kommt die 80 Liter fassende Megabox im Kofferraumboden, die nicht nur Standard-Handgepäck fasst, bei Bedarf die Laderaumhöhe deutlich erweitert, zum Beispiel für den Transport langer Pflanzen. Außerdem ist sie mit einem Ablauf ausgerüstet, so dass sie nach der Mitnahme verdreckter Gegenstände wie benutzter Wanderschuhe problemlos ausgespült werden kann. Die maximale Zuladung beträgt 565 Kilogramm, wer sie ausschöpfen möchte, muss sein Gepäck allerdings über eine sehr hohe Ladekante stemmen.

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Kommen wir zu den Preisen: Mit 125 PS in der Basisausstattung Titanium fährt der Puma ab 19.454 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) vor. Dafür gibt es dann 17-Zoll-Leichtmetallräder, Spurhalte-, Müdigkeits-, Verkehrszeichen und Fernlichtassistent, Falschfahrer-Warnung, Navigation mit Acht-Zoll-Touchscreen, DAB- und DAB+-Radio oder WLAN-Hotspot. Wer den Basis-Benziner mit Mild-Hybrid-System möchte, muss zur Top-Ausstattung ST-Line X greifen und zahlt mindestens 22.605 Euro.

Mild Hybrid geht im Puma aber auch günstiger. Mit 155 PS steht der Puma Titanium ab 21.008 Euro in der Preisliste. Wir empfehlen allerdings in jedem Fall die 1.849 Euro Aufpreis für den Titanium X. Dann gibt es auch 18-Zoll-Leichtmetallräder, B&O-Soundsystem, automatisch abblendenden Innenspiegel, Klimaautomatik, Regensensor und die austauschbaren und waschbaren Sitzpolster. Wer also Lust auf einen neuen Farbton hat oder abgenutzte Sitzbezüge vor der Fahrzeugrückgabe austauschen möchte, kann das ohne Probleme tun.

Erstmals in einem Ford gibt es übrigens volldigitale Instrumente. Die 12,3 Zoll große Instrumentierung ist zusammen mit den LED-Scheinwerfern Bestandteil des Technologiepakets für 1.008 Euro. Wo wir bei den Optionen sind: Unsere Sonderausstattung wäre schnell aufgezählt. Neben den LED-Scheinwerfern für 672 Euro gäbe es noch das Winterpaket mit Frontscheiben-, Lenkrad- und Vordersitzheizung für 420 Euro. Außerdem das Fahrerassistenzsystem (adaptiver Tempomat, Auffahrassistent, Abstandswarner, Ausweich-, Totwinkel- und Parkassistent, Einparkhilfe vorn, Rückfahrkamera) für 1.008 Euro.

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