Foto: DVAG Deutsche Vermögensberatung AG

Haftungsrisiko oft unterschätzt

E-Scooter: BVF empfiehlt betriebliches Nutzungsverbot

Während ihrer Dienstzeit sollten Mitarbeiter private oder frei angebotene E-Scooter nicht einsetzen dürfen, da es Haftungsprobleme geben könnte, warnt der Verband.

Inhaltsverzeichnis

Seit Mitte Juni 2019 sind E-Scooter im Straßenverkehr zugelassen. Seither häufen sich Unfälle mit den elektrischen Tretrollern. Nach Ansicht des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF) wird es immer deutlicher, dass weitere Regelungen notwendig sind. "Es sind Spiel-, Spaß und Sportfahrzeuge, die wir für die betriebliche Nutzung aus Sicherheitsgründen nicht empfehlen können", sagt BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer.

Wie gehen Sie mit dem Thema E-Scooter in Ihrem Unternehmen um? Diskutieren Sie mit im bfp fuhrpark und management circle auf Xing!

Haftungsprobleme bei dienstlicher Nutzung

Riskant kann es vor allem werden, wenn Mitarbeiter auf Dienstreisen ihren privaten E-Scooter einsetzen oder die in vielen Städten frei verfügbaren Fahrzeuge während der Dienstzeit spontan nutzen. Das sollten Mobilitätsmanager im Blick haben und informieren.

Die Menschen sind die schnellen lautlosen Roller noch nicht gewohnt, so dass Fußgänger und Roller-Fahrer im öffentlichen Straßenraum mit neuartigen und noch nicht vorhersehbaren Risiken umgehen müssen. Ein besonderes Problem kann entstehen, wenn Mitarbeiter aus Unwissenheit den privaten E-Scooter auf Dienstreisen nutzen und einen Unfall verursachen. Vor allem seien diese dann überrascht, welche Haftungsrisiken das birgt.

Augen auf beim E-Scooter

E-Scooter sind in Mode und auch für manchen Fuhrpark interessant. Aber: Einfach so sollten Sie Ihre Mitarbeiter nicht auf den Elektroroller lassen.
Artikel lesen >

Besondere Pflichten einzuhalten

Die Nutzer haben im betrieblichen Kontext besondere Pflichten einzuhalten. Unfälle mit Personenschäden während der dienstlichen Nutzung können problematisch werden. Unternehmen müssen das im Blick haben. Der BVF empfiehlt ein klares Nutzungsverbot während dienstlicher Einsätze auszusprechen – bezogen auf die frei angebotenen Scooter.

Die romantische Ansicht, mit dem E-Scooter einen wesentlichen Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten, sieht der BVF skeptisch. Die Fahrzeuge machen vielen Menschen Spaß. Es geht jedoch selten darum, dass die letzte Meile mit dem Scooter gefahren wird.

"Der betriebliche Einsatz und der Umgang mit den Fahrzeugen ist darüber hinaus vom Gesetzgeber und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer noch nicht zu Ende gedacht", so Schäfer. Wenn es sich um einen betrieblich eingesetzten E-Scooter handelt, dann muss der Fuhrpark- oder Mobilitätsverantwortliche eine Ein- und Unterweisung durchführen und bei den zulassungspflichtigen Fahrzeugen über die rechtliche Einordnung informieren.

Trendmobile E-Scooter

Seit Mitte Juni 2019 rollen E-Scooter legal über Deutschlands Straßen und Radwege. Was können die trendigen Flitzer und wann lohnt sich ihr Einsatz?
Artikel lesen >

In der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen

Die Berufsgenossenschaft (BG) wird verstärkt darauf achten, dass die E-Scooter die innerbetrieblich eingesetzt werden auch in der Gefährdungsbeurteilung aufgenommen und das Risiko bewertet wurde. "Die BG empfiehlt Vorgaben wie Helmpflicht, reflektierende Kleidung etc.", sagt Schäfer. "Das muss der Arbeitgeber entsprechend der Bewertung vorgeben. Die Verantwortung liegt bei dienstlicher Nutzung also auch bei den Unternehmen."

"E-Fahrzeug nicht immer erste Wahl"

Der BVF begrüßt grundsätzlich die Verlängerung der Förderung der Elektromobilität. Allerdings sollten alle alternativen Antriebe gefördert werden.
Artikel lesen >

Bei der Nutzung im betrieblichen Einsatz müssen alle berufsgenossenschaftlichen Regeln und die Unfallverhütungsvorschriften beachtet werden. "Die Elektrokleinstfahrzeuge fallen unter den Anwendungsbereich der Betriebssicherheitsverordnung und der Unfallverhütungsvorschrift Fahrzeuge", sagt Klaus Ruff, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der BG Verkehr.

"Sie müssen somit auch regelmäßig geprüft und in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden." Die BG Verkehr hat deshalb zusammen mit anderen Unfallversicherungsträgern alle relevanten Informationen zum Einsatz der Elektrokleinstfahrzeuge (eKF) zusammengestellt. (Red./cr)

Foto: Martina Göres - bfp

Mini-SUV

Škoda Kamiq: Der Dritte im Bunde

Raumgefühl und Fahrkomfort werden bei Škoda von jeher groß geschrieben. Auch der neue Kamiq bietet mehr Platz als viele seiner Konkurrenten.

Foto: Choice GmbH

Kooperationsprojekt

Mazda stoppt Carsharing

Seit 2018 bot Mazda zusammen mit der Deutschen Bahn, Choice und Lidl stationäres Carsharing an. Nun ziehen sich die Japaner aus dem Projekt zurück.

Foto: Kia

Personalie

Kwang Hyuk Kim neuer Deutschland-Chef von Kia

Sein Vorgänger Duk Hwa Jung übernimmt Kims bisherige Position als Vize-Präsident Business Strategy von Kia Motors Europe.

Foto: RS-Studios - stock.adobe.com

Intelligente Speicherlösungen

Alliance Ventures will sich an "The Mobility House" beteiligen

Die Risikokapitaltochter der Automobil-Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi wird künftig mit dem Start-up unter anderem Energiespeichersysteme aus E-Autobatterien vermarkten.

hintergrundgrafik

bfp SONDERHEFT jetzt verfügbar!

Betriebliche Mobilität 2019

Best Practices und Interviews rund um die Themen Fahrzeuge, Mobilitätsbudget, Carsharing, Diensträder und vieles mehr...
DIGITALES MAGAZIN JETZT LESEN

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!