News 01.12.2017

Ein Dienstwagen der gehobenen Klasse

Firmenfahrzeuge und Dienstwägen sind für Unternehmen durchaus wichtig. Art und Zustand der Fahrzeuge geben den Kunden oftmals einen ersten Eindruck der Firma, was besonders bei Business-Partnern von großer Wichtigkeit sein kann.

 - Auch Young- und Oldtimer sind als Dienstfahrzeuge vorstellbar.
Auch Young- und Oldtimer sind als Dienstfahrzeuge vorstellbar.
Pixabay.com @ andreasmetallerreni (CCO puplic domain)

Darüber hinaus müssen solche Fahrzeuge schon aus ganz praktischen Gründen eine hohe Qualität vorweisen. Sie werden im Alltagsgebrauch sehr oft genutzt und müssen daher recht gegensätzlich erscheinende Ansprüche befriedigen.

Das gilt besonders für den Dienstwagen des Chefs. Hier ist das Fahrzeug ein stellvertretendes Symbol für die ganze Firma. Aus diesem Grund kommt für den Inhaber oder Leiter eines Unternehmens vielfach nur ein Wagen der gehobenen Klasse in Frage, um bei Kunden einen entsprechend positiven Eindruck zu hinterlassen.

Der Dienstwagen des Geschäftsführers

Selbstverständlich können verschiedenste Fahrzeuge für den Inhaber einer Firma in Frage kommen. Ob es sich dabei um ein sportlicheres Gefährt oder um einen SUV handelt, ist nicht entscheidend, schließlich ist der Markt groß genug. Schwieriger wird es, wenn der Wunsch nach einem Einzelstück sucht, beispielsweise nach einem Oldtimer.

In diesem Fall schränkt das Angebot die Wahl ein. Ein seltenes Fahrzeug in einem sehr guten Zustand zu finden, ist nicht immer leicht. Im Prinzip gibt es zwei Kategorien besonders extravaganter Fahrzeuge, nämlich seltene Neuwagen und rare Young- oder Oldtimer.

 - Auch das Interieur eines Firmenfahrzeuges zählt – nicht nur die Fassade.
Auch das Interieur eines Firmenfahrzeuges zählt – nicht nur die Fassade.
Volvo

Was zeichnet einen Klassiker aus?

Natürlich gibt es einige Aspekte, die besonders wichtig sind, wenn der Geschäftsführer einen Young- oder Oldtimer statt eines neuen Wagens bevorzugt, nämlich

  • Alter
  • Seltenheitswert
  • Zustand

 Für den alltäglichen Gebrauch muss ein solches Fahrzeug selbstverständlich in einem möglichst makellosen Zustand sein. Dass dabei auch ältere Fahrzeuge einen repräsentativeren Charakter haben sollten, versteht sich von selbst. Dabei geht es bei einem Oldtimer ganz besonders um den Ausdruck von Klasse und Stil. Aus diesem Grund ist die Gepflegtheit des Fahrzeugs ganz genauso wichtig. Kunden und Geschäftspartner sollen schließlich einen positiven Eindruck erhalten.

Besonders beliebt sind die alten Sportwagen aus den 50er und 60er Jahren, einer Ära, die viele Autofans als golden betrachten. Sowohl europäische Klassiker als auch amerikanische Musclecars gelten als legendäre Modelle.  

Dabei kann man natürlich auch auf besondere Modelle aus Deutschland zurückgreifen,   beispielweise Flügeltürer von Mercedes Benz. Diese Modelle sind dabei sowohl sportlich als auch elegant. Derartige Modelle sind dann interessant, wenn der Auftritt des Unternehmens etwas extravaganter sein soll.

Die rechtlichen Aspekte

Ob nun eine tatsächlich brandneue E-Klasse oder eine auf brandneu-Level restaurierte S-Klasse aus dem Jahre 1979: Rein rechtlich gesehen macht diese Differenz keinen großen Unterschied. Allerdings ergeben sich aus der Preisdifferenz zu Neuwagen und der Tatsache, dass mindestens 30 Jahre alte, gut erhaltene Oldtimer via H-Kennzeichen steuerlich extrem begünstigt werden können, einige interessante Konstellationen (Quelle: MDI).

Doch der Wermutstropfen besteht wiederum darin, dass solche als historisch wertvoll versicherte Fahrzeuge wiederum von den Versicherern Laufleistungsbeschränkungen (meist max. 10000km p.a.) auferlegt bekommen. Um hier vor teuren Nachzahlungen gefeit zu sein, ist es dringend notwendig, den Oldie einer straffen Car-Policy zu unterwerfen, die nicht nur den Nutzerkreis scharf begrenzt, sondern auch die Anlässe, zu denen das historisch wertvolle Vehikel überhaupt gefahren werden darf. Denn in aller Regel kann ein Fahrzeug aus dieser Ära nicht mehr dieselbe Laufleistung bringen wie ein Neuwagen.

Eine Privatnutzung sollte deshalb bei Geschäfts-Oldtimern idealerweise gänzlich ausgeschlossen werden. Praktikabel wäre es zudem, nur Fahrten bei bestem Wetter zuzulassen – denn letztendlich ist ein Oldtimer nur dann auch eine dauerhafte Wertanlage, wenn das Fahrzeug nicht allzu häufig genutzt wird.  

Wann kann das Unternehmen ein Luxusfahrzeug als Dienstwagen nutzen?

Grundsätzlich steht es dem Chef frei, mit welchem Fahrzeug er seine Termine und Kundenbesuche erledigt. Ein Fahrzeug der gehobenen Klasse, das als Dienstfahrzeug genutzt wird, kann die Firma oft problemlos bei der Steuer geltend machen. Doch das gilt nicht immer, wie dieser Beitrag zeigt.

 - Aus steuerlicher Sicht gibt es einiges zu beachten.
Aus steuerlicher Sicht gibt es einiges zu beachten.
Pixabay.com @ hrohmann (CCO puplic domain)

In der Regel gilt folgendes: Wird das Fahrzeug überwiegend betrieblich genutzt und kommt nur gelegentlich für Privatfahrten zum Einsatz, können die privaten Nutzungskosten pauschal über die Gehaltsabrechnung abgegolten werden. Alternativ ist ein Fahrtenbuch zu führen, in dem die Einzelfahrten detailliert aufzuschlüsseln sind.

Bei einem Luxusfahrzeug oder Oldtimer kann es passieren, dass die Kosten für den Unterhalt und die Fahrtkosten vom Finanzamt nur prozentual anerkannt werden. Dabei spielt vor allem der Anteil der Dienstfahrten eine Rolle. Durch die deutlich höheren Kosten prüfen die zuständigen Finanzämter seit einiger Zeit wesentlich genauer, ob sich die Ausgaben mit den Einnahmen vereinbaren lassen, Tricksereien sollte man hier also definitiv nicht versuchen.

Zudem muss das Verhältnis von Gewinn und Abschreibung passen. Macht eine Firma zum Beispiel 30.000 Euro Gewinn, ist eine Abschreibung von 20.000 € für ein Firmenfahrzeug unangemessen hoch und wird von den Finanzbehörden nicht akzeptiert.

Praxis-Tipp: Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein hochpreisiges Fahrzeug anzuschaffen, sollte sich vom Steuerberater individuell beraten lassen. Die Regelungen zur Dienstwagennutzung sind komplex und welche steuerliche Behandlung individuell am besten ist, weiß der Berater am besten.

RED