Foto: PSA

E-Transporter aus Frankreich

Expert & Co. kommen an die Dose

PSA macht sein Versprechen wahr und elektrisiert ab sofort seine Transporter. Den Anfang macht der ab dem vierten Quartal erhältliche e-Expert von Peugeot.

Inhaltsverzeichnis

Dennis Gauert

Nachdem die Groupe PSA vor einem guten halben Jahr bekannt gab, vollelektrische Nutzfahrzeuge herstellen zu wollen, ist nun die Plattform des Peugeot Expert mit reinem Strom zu haben. Je nach Akku sind 230 bis 330 Kilometer Reichweite in dem Transporter möglich, den auch Citroen und Opel unter anderem Namen anbieten werden. Mit 1275 Kilogramm Nutzlast und 6,6 Kubikmetern Ladevolumen geht den Gewerbekunden durch die Elektrifizierung der Nutzen nicht verloren – auch wenn der große 75-kWh-Akku ganze 534 Kilogramm Gewicht mit in die Waagschale legt.

Man sieht sich durch den Bildschirm – denn Corona hat der Präsentation des neuen E-Transporters aus Frankreich einen Strich durch die Rechnung gemacht. So findet die Pressekonferenz unter anderem mit dem Senior-Vicepräsidenten der Nutzfahrzeugsparte, Xavier Peugeot und weiteren Kollegen digital statt. Xavier Peugeot betont den Wandel in dem sich die Automobilindustrie befindet und der von stetig neuen Regulationen begleitet wird. So prognostiziert er bis zum Jahr 2025 gleich zehn mal so hohe Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge wie heute. Für PSA ist klar, dass die CO2-Ziele durch solche Modelle erreicht werden können und Gewerbekunden sich in Umweltzonen nicht fürchten müssen.

Voller Nutzwert trotz Akku

136 PS und 260 Newtonmeter aus einem Elektromotor sorgen für Vortrieb bis zur Grenze von 130 km/h. Damit ist die letzte Meile mehr als ausreichend bedient. Der Antriebsstrang ist übrigens beim seit 2019 erhältlichen Peugeot 208 II geliehen. Den Erwartungen der Handwerker, Lieferanten und Servicedienstleister will man aus Frankreich mit vollem Nutzwert starke Kaufargumente geben. So gehen 6,6 Kubikmeter Ladevolumen in den 1,90 Meter hohen und in drei Längen erhältlichen Kastenwagen hinein. Bis zu 1.275 Kilogramm Zuladung sind möglich. Hinten darf noch ein 1.000 Kilogramm schwerer Anhänger gezogen werden, was der mit 2,5 bis 3,5 Tonnen Anhängelast angegebenen Dieselvariante nicht beikommt.

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Gimmicks für den Berufsalltag

Mit hinzu kommen sollen in den Transportern praktische Funktionen wie etwa eine sensorgesteuerte seitliche Schiebetür, die sich mittels Fußbewegung am Fahrzeugunterboden öffnen lässt. Weiter setzt PSA auf das bekannte Head-Up-Display, das auch in der E-Variante der Nutzfahrzeugplattform des Peugeot Expert zum Einsatz kommen soll. In Planung sind Spannungskonverter, um mittels des Akkustroms auch Kühlboxen und ähnliche Peripherie-Geräte zu versorgen.

Schnell laden und weit fahren

Die Reichweite der elektrischen Kastenwagen und Personentransporter variiert je nach bestellter Akkukapazität. Mit 230 Kilometern theoretischer Reichweite kommen Servicetechniker und Handwerker sicherlich zurecht, mit 330 Kilometern können auch Transportdienste noch effektiv im urbanen Raum arbeiten. Dafür sorgt ein Kühl- und Heizsystem, das den Akku immer im optimalen Temperaturbereich halten soll. Mit 80 Prozent Akkuladung innerhalb von 30 Minuten an einer Schnellladestation kann schnell zwischengeladen werden. Eine weitere halbe Stunde vergeht, bis der Akku vollständig geladen ist.

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Der Kaufpreis muss sich amortisieren

Die Kostenseite wird schätzungsweise durch einen Aufpreis von gut 10.000 Euro auf den gleichen Transporter mit Dieselmotor definiert. Die Wartung soll mit 30 Prozent weniger Aufwand Geld sparen – ähnlich sieht es bei der Betankung aus, die mit Strom weiter enorme Kostenvorteile gegenüber Kraftstoff-betriebenen Motoren bedeutet. So wird die Amortisation voraussichtlich vor Ende der Garantiezeit von acht Jahren bzw. 160.000 Kilometer Laufleistung auf den Akku erreicht werden.

Geladen werden kann der E-Transporter an einer Haushaltssteckdose, an einer 11kWh-Wallbox oder an einer Schnellladestation. Je nach Region ist die 11kWh-Lademöglichkeit entweder serienmäßig oder optional erhältlich. Das hängt davon ab, ob das Auslieferungsland über ein dreiphasiges Stromnetz verfügt. In Deutschland ist dies der Fall. Bestellbar sind sowohl Kastenwagen als auch Transporter im vierten Quartal dieses Jahres, prophezeit Xavier Peugeot zum Abschluss der Pressekonferenz, die man bei einer solchen Neuheit im PSA-Konzern am liebsten vis-a-vis erlebt hätte.

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