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Der Fiat E-Ulysse kommt als 4,96 und 5,31 Meter langer Großraumvan.
Foto: Martina Göres
Der Fiat E-Ulysse kommt als 4,96 und 5,31 Meter langer Großraumvan.

bfp-Fahrbericht

Fiat Ulysse und Scudo: Italienisch und elektrisch

E-Ulysse und (E-)Scudo heißen die neuen Großraumlimousinen und mittelgroßen Transporter von Fiat. Sie könnten Ihnen bekannt vorkommen …

Als letzte Marke im Stellantis-Konzern bekommt jetzt auch Fiat einen batterieelektrischen Großraumvan. Der E-Ulysse basiert wie seine Geschwister Citroen e-Spacetourer, Peugeot e-Traveller und Opel Zafira-e Life auf der EMP-2-Plattform des ehemaligen PSA-Konzerns. Optisch unterscheidet er sich beinahe nur durch das Marken-Emblem von ihnen.

Der E-Ulysse von Fiat kommt in zwei Längen als 4,96 und 5,31 Meter langer Fronttriebler, die Breite beträgt jeweils 2,01 Meter. Mit 1,89 Meter Höhe ist die Einfahrt in die meisten Parkgaragen unproblematisch. Die Preise für den vollelektrischen Kleinbus beginnen bei selbstbewussten 47.050 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Zur Einordnung: die französischen Brüder kosten mindestens 43.605 Euro, für das entsprechende Opel-Modell sind wenigstens 45.210 Euro fällig.

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Zwei Batteriegrößen im E-Ulysse mit 50 und 75 kWh

Zur Wahl stehen im E-Ulysse zwei Batteriegrößen. Wem der 50 kWh-Akku mit bis zu 231 Kilometer Reichweite nicht ausreicht, der greift zur 75-kWh-Batterie, mit der die elektrische Großraumlimousine bis zu 329 Kilometer weit kommen soll. Die 5.042 Euro Aufpreis für den großen Akku sind allerdings happig.

Der 136 PS starke Elektromotor macht den E-Ulysse nicht gerade zum Temperamentsbolzen, für entspanntes Vorwärtskommen reicht die Leistung aber völlig aus. Bei 130 km/h endet der elektrische Vortrieb.

Lounge-Ausstattung mit E-Schiebetüren und Panoramaschiebedach

Mit sieben oder acht Sitzplätzen oder einem maximalen Gepäckvolumen von 4.200 bis 4.900 Liter in der Langversion (900 bis 1.500 Liter bei voller Bestuhlung) empfiehlt sich der große elektrische Van von Fiat als Personentransporter für Familien mit großem Platzbedarf ebenso wie als komfortabler Business-Shuttle. Dazu passen der flüsterleise Antrieb, die eher weiche Abstimmung und die angenehm hohe Sitzposition auf den breiten, bequemen Sesseln. Praktisch im Fiat E-Ulysse sind die auf Schienen montierten Fondsitze, die sich verschieben, klappen und komplett ausbauen lassen.

Zwei manuelle Schiebetüren, eine manuelle Klimaanlage, ein mit 7 Zoll Diagonale recht kleiner Touchscreen sowie Sitzheizung vorn bietet Fiat für den E-Ulysse serienmäßig an. Für Sicherheit sorgen Spurhalter, Tempomat und Verkehrszeichenerkennung. Nobel kommt die 5.463 Euro teurere Lounge-Ausstattung daher, die mit Xenon-Scheinwerfern, elektrischen Schiebetüren, Zweizonen-Klimaanlage, großem Panoramaschiebedach, Rückfahrkamera, Navigation und als Siebensitzer mit klappbarem Schiebetisch aufwartet. Ein Totwinkelwarner kostet im E-Ulysse generell 210 Euro Aufpreis.

E-Ulysse-Akku: Gleichstromladen ab einer halben Stunde

Mit einer Gleichstrom-Ladeleistung von 100 kW lässt sich der E-Ulysse binnen 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent aufladen, die große Batterie benötigt 45 Minuten. Mit maximal 11 kW Wechselstrom dauert eine Komplettladung fünf oder siebeneinhalb Stunden. Den Stromverbrauch gibt Fiat je nach Fahrzeug- und Batteriegröße mit 23,2 bis 27,3 kWh je100 Kilometer an. Wir waren mit dem 5,31 Meter langen E-Ulysse mit 75-kWh-Akku im Turiner Stadtverkehr unterwegs und verzeichneten nach einer ersten Ausfahrt mit viel Rekuperation sparsame 23 kWh.

Fiat Scudo: vollelektrisch oder als Diesel

Aber nicht nur als Großraumlimousine E-Ulysse ist das neue mittelgroße Nutzfahrzeug von Fiat erhältlich, sondern auch als Transporter. Dann heißt er Scudo und tritt als E-Scudo tritt mit gleichem Elektroantrieb und ebenfalls zwei Batteriegrößen an, ist wahlweise aber auch als Diesel in vier Leistungsstufen von 100 bis 180 PS erhältlich.

Nicht nur Gewerbetreibende, die im Fernverkehr unterwegs sind, werden das Dieselangebot im Scudo zu schätzen wissen. Mit bis zu 2,5 Tonnen darf der konventionell motorisierte Scudo auch ganze 1,5 Tonnen mehr Gewicht an den Haken nehmen als der E-Scudo. Im Gegensatz zum Van ist für die Nutzfahrzeuge zudem eine 4,60 Meter kurze Karosserievariante erhältlich. Der Lieferwagen lässt sich als verblechter Kastenwagen, Multicab, Fahrgestell mit Flachboden oder verglaster Van ordern. Die Preise beginnen bei 27.100 Euro für den 1,5-Liter-Diesel mit 100 PS und bei 37.900 Euro für den vollelektrischen E-Scudo. Unabhängig vom Antrieb beträgt das Ladevolumen je nach Radstand 4,6, 5,3 oder 6,1 Kubikmeter, die Nutzlast reicht bis 1,4 Tonnen.

Die beiden Schiebetüren sind im E-Ulysse Lounge serienmäßig und kosten sonst netto 840 Euro Aufpreis.
Optisch unterscheidet sich der Elektrovan von Fiat kaum von seinen nahezu baugleichen Stellantis-Geschwistern.
Riesige Heckklappe im Fiat E-Ulysse, aber 1,80 Meter große Personen können nicht aufrecht darunter stehen.
Aufgeräumtes Cockpit, aber kleiner Touchscreen im Fiat E-Ulysse.
Auch die Nutzfahrzeug-Version Scudo, die es anders als den E-Ulysse auch als Diesel gibt, ist bis zu 5,31 Meter lang.
Die Front des Fiat Scudo ist nahezu identisch mit der des E-Ulysse.
Fiat Scudo als Kastenwagen mit praktischer Schiebetür.
Die beiden Heckflügeltüren von Fiats neuestem Transporter öffnen extrem weit.
Die Bedienung gibt auch in der Nutzfahrzeug-Version Scudo keine Rätsel auf.
Einen hochklappbaren Beifahrersitz gibt es im Fiat Scudo auf Wunsch.

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