Foto: Christian Frederik Merten - bfp

Elektrisches Crossover

Ford Mustang Mach-E: Der Name verpflichtet

Mustang Mach-E nennt Ford sein erstes vollelektrisches Modell. Damit das SUV seinem Namen auch gerecht wird, steckt ordentlich Power unter der Haube.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

18 elektrifizierte oder rein elektrische Pkw und Transporter will Ford bis Ende 2021 in Europa anbieten. 13 sind es heute. Fehlen also noch fünf neue Stromer, die die Amerikaner bis Ende nächsten Jahres einführen müssen. Eines davon hat Ford jetzt in Hamburg der Presse vorgestellt, nämlich das Elektro-SUV, oder in diesem Fall besser Elektro-Crossover, Mustang Mach-E.

Dass Dynamik und SUV zusammenpassen, haben schon ganz andere Marken erfolgreich bewiesen. Ford geht für sein erstes reines Elektroauto in Großserie ebenfalls diesen Weg. 4,71 Meter lang, 1,88 Meter breit und 1,60 Meter hoch ist der neue Ford Mustang Mach-E. Er ist eines der bislang wenigen Elektroautos mit Anhängerkupplung. Damit darf er bis zu 750 Kilogramm ziehen oder bei voller Beladung die Anhängerkupplung mit 30 Kilogramm oder laut Ford maximal vier Fahrrädern belasten.

Optisch viele Mustang-Gene

Allerdings: Als Transporter ist der Mustang Mach-E ja gar nicht ausgelegt, sondern soll Fahrdynamik auch in die Elektromobilität bringen. Schon optisch bringt er die typischen Mustang-Gene mit, zum Beispiel den Grill, die schmalen Scheinwerfer oder die dreigliedrigen Rückleuchten. Im Mustang Mach-E werden sie noch durch eine horizontale LED-Lichtleiste ergänzt. Klar, anders als der Original-Mustang kommt der Mach-E mit fünf Türen. Die abfallende Dachlinie macht ihn aber zu einem klassischen SUV-Coupé.

Damit die Dynamik auch auf die Straße kommt, steckt entsprechend Power unter der langen Haube des Mustang Mach-E. Unter 258 PS geht nämlich gar nichts im Elektro-Crossover. Hier die Details: Ford bietet für den Mustang Mach-E entweder einen 75-kWh- oder 99 kWh-Akku an. Die nutzbare Netto-Kapazität der Batterien liegt bei 68 beziehungsweise 88 kWh. Dazu kann der Kunde zwischen Heck- und Allradantrieb wählen.

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Maximal 600 Kilometer Reichweite

Mit kleinem Akku leistet der Hecktriebler 258 PS, mit großer Batterie 285 PS. Das Drehmoment beträgt jeweils 415 Nm, der Verbrauch 16,5 kWh je 100 Kilometer.- Lediglich die Reichweite unterscheidet sich: Nach WLTP sind es 450 Kilometer in der Basisversion und 600 Kilometer mit der größeren Batterie.

Auch beim Allradler leistet die Basisvariante mit 75-kWh-Akku 258 PS. Hier gibt Ford den Stromverbrauch mit 17,9 kWh an, die Reichweite mit 420 Kilometer. Das – vorläufige – Spitzenmodell kommt ebenfalls mit großem Akku und leistet 337 PS. In dieser Version soll der Mustang Mach-E 18,1 kWh Strom verbrauchen und 540 Kilometer weit fahren. Das Drehmoment des Allradlers beträgt immer 581 Nm. Wer noch mehr Power will, muss auf den Mustang Mach-E GT mit 465 PS warten, den Ford jetzt ebenfalls präsentiert hat.

150 kW Ladeleistung möglich

Wer viel unterwegs ist, stellt spätestens jetzt die Frage nach der Ladedauer. Einige Eckdaten: Die Ladeleistung des Mustang Mach-E beträgt maximal 150 kW. An einem der ab Ende 2020 europaweit rund 2.400 Schnellladepunkte des Ladenetzwerks Ionity lassen sich laut Ford für den Hecktriebler mit großem Akku innerhalb von zehn Minuten 119 Kilometer nach WLTP nachladen. Beim Allradler sind es demnach 107 Kilometer. In beiden Fällen lässt sich der große Akku innerhalb von 45 Minuten von zehn bis 80 Prozent laden.

Wer sich für die kleine Batterie entscheidet, kann mit folgenden Werten rechnen: In zehn Minuten gibt am Ionity-Schnelllader Strom für 91 Kilometer beim Hecktriebler und 85 Kilometer beim Hecktriebler. Von zehn bis 80 Prozent lädt der Akku in diesem Fall in 38 Minuten.

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15,5-Zoll-Touchscreen und Ford Sync 4

Ab rund 40.000 Euro (netto zzgl. USt.) steht der Mustang Mach-E in der Preisliste. Bestellstart ist im Dezember, vor 2021 wird also kein Kunde mehr seinen Elektro-Boliden in Empfang nehmen.

Wir durften bereits eine Runde auf dem Beifahrersitz des Elektro-SUVs drehen. Um in den Mustang Mach-E zu gelangen, öffnet man die Türen via Smartphone. Innen erwartet Fahrer und Passagiere ein minimalistisch gezeichnetes Cockpit mit ausschließlich digitalen Anzeigen und fast komplett digitaler Bedienung. Vor allem ins Auge fällt der vertikal ausgerichtete 15,5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole.

Über ihn lässt sich auch die neueste Infotainment-Generation von Ford bedienen – Sync 4. Möglich ist bei Ford erstmals auch die kabellose Integration von Apple Carplay und Android Auto. Übrigens: Der Mustang Mach-E ist auch Fords erstes Modell, das Software-Updates via "Over the Air"-Technik erlaubt.

Und das Fahrgefühl? Beim Tritt aufs Gaspedal – das übrigens den Einpedal-Betrieb inklusive Rekuperation beim Bremsvorgang erlaubt – drückt es die Passagiere ordentlich in die Sitze. So, wie es sich für einen echten Mustang eben gehört.

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