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Projekt e-Mobility-Scout

Forscher helfen bei der Elektrifizierung von Fuhrparks

Nach drei Jahren Arbeit zeigt das Forschungsprojekt eMobility-Scout, wie Unternehmen ihre Pkw-Flotte wirtschaftlich auf Elektroantriebe umstellen können.

Wie lässt sich die Elektromobilität wirtschaftlich sinnvoll in gewerbliche Flotten integrieren? Ein Konsortium aus namhaften Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Partnern ist in den vergangenen drei Jahren dieser Frage nachgegangen. Nun hat das Forschungsprojekt eMobility-Scout die Ergebnisse der Untersuchungen präsentiert. Gleichzeitig stellte es seine Plattform vor, die bei der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten helfen soll.

IT-basierte Plattform steigert Kilometerleistungen von E-Fahrzeugen

Vor geladenen Gästen wurden im Berliner Effizienzhaus Plus die Ergebnisse der cloudbasierten IT-Lösung für den Betrieb von E-Fahrzeugen und das Teilen der unternehmenseigenen Ladeinfrastruktur vorgestellt. Die Plattform wird beim Projektpartner Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) seit August des vergangenen Jahres in der Praxis getestet und trägt zu einer deutlichen Steigerung bei den Kilometerleistungen der E-Fahrzeuge bei.

Heinrich Coenen, Projektleiter der Stabsabteilung Inhouse Consulting der Berliner Verkehrsbetriebe, bilanziert: "Wir haben unter Beweis gestellt, dass ein regional tätiges Unternehmen seine Pkw-Flotte wirtschaftlich auf Elektroantriebe umstellen kann. Ein integriertes IT-System ist hier Voraussetzung für ein effizientes Pooling." Das Projekt eMobility-Scout ist Teil des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms "IKT EM III: Einbindung von gewerblichen Elektrofahrzeugen in Logistik-, Energie- und Mobilitätsinfrastrukturen".

Viele Unternehmen und Institutionen haben großes Interesse daran, Elektrofahrzeuge "simple" und "smart" in ihre Flotten einzubinden. Sie brauchen aber Unterstützung bei der Einführung und Nutzung. eMobility-Scout sieht sich daher als Wegbereiter der E-Mobilität in den Fuhrparkalltag und hat sich intensiv mit den neuen Anforderungen an die Verantwortlichen der Unternehmensmobilität auseinandergesetzt.

Wirtschaftlichkeit ist ein zentrales Thema

"Die wirtschaftliche Nutzung der E-Mobilität ist das wichtigste Argument für eine schnelle Verbreitung", sagt Frank Meißner, Projektleiter beim Konsortialführer Carano Software Solutions. "Noch vor der Komplexität der Nutzung bildet diese das größte Hemmnis bei den Unternehmen. Beide Faktoren hängen eng miteinander zusammen. Wir haben die verschiedenen komplexen Teilfunktionen so integriert, dass diese von den Anwendern als eine Applikation wahrgenommen werden."

Der dabei verfolgte Ansatz lautet eMobility-as-a-Service, sprich Prozesse von Lade-, Flotten- und Infrastrukturmanagement werden im Hintergrund zusammengeführt und automatisiert. Das IT-System lässt sich in Zukunft in verschiedene digitale Ökosysteme einbinden. So können vorhandene Services genutzt werden, anstatt sie neu zu entwickeln. Für interessierte Fuhrparkbetreiber wurde aus den gewonnenen Erkenntnissen ein unterstützender Leitfaden zur Integration der Elektromobilität in bestehende Fahrzeugflotten entwickelt.

Forschungsprojekt bietet Grundlage für Betriebsprognosen

Das Lade- und Energiemanagement stellte für das Projekt eine der wichtigsten Aufgaben dar. "Betriebsprognosen für Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Energiebedarf sowie Abweichungen davon lassen sich aus den gewonnenen Daten unseres Projekts sehr gut ableiten", kommentiert Siegfried Wagner vom Projektpartner in-integrierte Informationssysteme GmbH. "Damit wird die Grundlage für den netzdienlichen und energiekostenoptimierten Einsatz der Elektromobilität geliefert."

Übersichten zu Reservierungen, exakt berechneten Ladezyklen, Störungen, Energiestatus und anderen wichtigen Betriebsdaten werden ersichtlich. Vorgaben für den Elektroenergieeinsatz für das Laden können in Zukunft von anderen Systemen bezogen werden. Zu allen Prozessteilen werden Kosten notiert, die den wirtschaftlichen Einsatz der Flotte widerspiegeln.

Hinsichtlich der Gesetzgebung konnte das Projekt im Rahmen der Begleitforschung von IKTIII einiges an Beitrag leisten. Ein prominentes Beispiel hierfür ist §14 EnWG, welcher bereits 2016 beschlossen wurden, sich aber noch in der Umsetzung befindet. Wenn hier auch wichtige Beiträge bereits eingebracht worden sind, bestehen weiterhin offene Wünsche an Hersteller und Politik. Dazu gehören ein Fortschritt bei der Standardisierung des Zugriffs auf die Ladeinfrastruktur sowie Zugang zu den Daten der Fahrzeuge.

Das Projektkonsortium von eMobility-Scout setzt sich aus fünf erfahrenen Partnern zusammen, darunter Carano Software Solutions GmbH, Fraunhofer IAO, TU Dresden, in-integrierte informationssysteme GmbH sowie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als Anwendungspartner. Ergänzt wird dieses Konsortium durch assoziierte Partner, die im Rahmen eines Anwenderkreises organisiert sind. (AA)

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