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bfp FORUM 2020

Frank Thelen: “Wenn Firmenwagen, dann E-Auto”

Frank Thelen ist Key Note Speaker auf dem bfp FORUM 2020. Was ist seine Vision moderner Unternehmensmobilität?

Inhaltsverzeichnis

Wie lässt sich moderne Unternehmensmobilität gestalten? Gründer, Investor und Visionär Frank Thelen gibt Antworten – am 11. November in seiner Key Note Speech auf dem bfp FORUM. Die bfp-Redaktion hat schon vorab nachgefragt, wie sich die betriebliche Mobilität in den nächsten Jahren für Unternehmen und Mitarbeiter aus seiner Sicht verändern wird.

bfp: Herr Thelen, wann fahren wir nicht mehr zum Kunden, sondern nehmen ein Flugtaxi?

Frank Thelen: Unser Portfolio-Unternehmen Lilium Aviation plant, seinen Service ab 2025 zu starten. Aber es kommt natürlich auch immer darauf an, wo der Kunde sitzt. Das Flugtaxi wird nicht das einzige Fortbewegungsmittel der Zukunft sein, sondern es muss ein umweltfreundliches Gesamt-Mobilitätskonzept entstehen.

bfp: Inwiefern werden neue Technologien die betriebliche Mobilität insgesamt verändern?

F. Thelen: Durch das Aufkommen von Carsharing- und Carpooling-Anbietern und komplett neuen Mobilitätskonzepten wie Hyperloop und Urban Air Mobility werden Unternehmen ihren Mitarbeitern zukünftig viel bessere Lösungen bieten können und müssen. Durch effizientere und schnellere Fortbewegungsmittel wird auch das Leben auf dem Land wieder attraktiver. Auch diese Möglichkeiten sollten Unternehmen im Blick haben.

Emissionsneutral und effizienter

bfp: Was ist Ihre Vision moderner und zeitgemäßer betrieblicher Mobilität?

F. Thelen: Zeitgemäße betriebliche Mobilität ist in meinen Augen zu 100 Prozent elektrisch beziehungsweise emissions-neutral und deutlich effizienter als es aktuell noch der Fall ist. Ich würde behaupten, dass in den meisten Unternehmen ein Großteil der Mitarbeiter noch mit dem eigenen Auto oder Firmenwagen zur Arbeit kommt, wo es dann acht Stunden ungenutzt steht. Insbesondere in den Städten sollten Alternativen zu Firmenwagen wie zum Beispiel Carpooling oder auch E-Bikes und E-Roller angeboten werden. Wenn Firmenwagen, dann sollte zukünftig zum E-Auto gegriffen werden. Auch die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz ist ein Thema, das Unternehmen zeitnah angehen sollten.

bfp: Wenn wir auf das Auto blicken: Wann wird die E-Mobilität zur Normalität?

F. Thelen: Hoffentlich schon sehr bald. Wir müssen dringend weg vom Verbrenner-Motor. E-Autos werden zunehmend effizienter, Batterien zunehmend leistungsstärker und somit auch die Reichweite immer besser. Schon sehr bald wird es keinen Grund mehr geben, einen umweltschädlichen Verbrenner zu fahren. Auch bei der aktuell noch oft kritisierten Herstellung der Batterien sehe ich großes Potenzial für Optimierungen in den nächsten Jahren. Entscheidend ist, dass die Gesellschaft den richtigen Weg einschlägt. Hierfür braucht es in meinen Augen einen Impuls aus der Politik. In einem bin ich mir sicher: E-Mobilität wird der neue Standard sein. Die Frage ist, ob wir es schaffen, bevor unser Planet nicht mehr zu retten ist.

Chance, etwas zu bewegen

bfp: Unternehmen müssen ihre Mobilitätsstrategie deshalb also komplett umstellen?

F. Thelen: Wir alle müssen das, wenn wir den Planeten nicht noch weiter beschädigen wollen. Unternehmen haben die Chance, hier wirklich etwas zu bewegen und sie sollten sie frühzeitig nutzen, bevor sie am Ende dem neuen Standard hinterherhängen, wie Deutschland es aktuell noch bei der Digitalisierung tut. In meinen Augen können Unternehmen nur von einer zukunftsorientierten Mobilitätsstrategie profitieren.

bfp: Welche Potenziale besitzt die Vernetzung verschiedener Mobilitätsangebote aus Ihrer Sicht für Unternehmen?

F. Thelen: Die Potenziale sind enorm. Es ergibt keinen Sinn, nur auf ein Mobilitätsangebot zu setzen, da es für unterschiedliche Fälle und Strecken unterschiedlich effiziente Lösungen gibt. Nicht jeder Mitarbeiter legt auf dem Weg zur Arbeit die gleiche Strecke zurück und nicht alle Mitarbeiter haben die gleichen Präferenzen. Ein breit gefächertes Angebot erhöht also auch die Zufriedenheit jedes einzelnen Mitarbeiters.

bfp: Welche Chancen sehen Sie in Sharing-Modellen für die betriebliche Mobilität?

F. Thelen: Wie schon gesagt ist das Konzept des eigenen Autos für jeden schon längst überholt. Insbesondere für die Fahrten zwischen dem eigenen zu Hause und dem Arbeitsplatz ist die Nutzung eines eigenen Autos extrem ineffizient. Spätestens mit Beginn des autonomen Fahrens werden sich Carpooling- und Carsharing-Modelle durchsetzen. Aber schon heute können Sharing-Modelle für betriebliche Mobilität sehr sinnvoll sein. Die Bevölkerung möchte etwas für den Planeten tun und jeder einzelne will seine CO2-Bilanz verbessern. Ich denke, dass die Bereitschaft für Sharing-Modelle in den meisten Unternehmen schon jetzt signifikant gestiegen ist.

bfp: Herr Thelen, herzlichen Dank für das Gespräch.

Sie möchten Frank Thelen auf dem bfp FORUM 2020 live erleben? Nichts einfacher als das! Alle Informationen rund um das bfp FORUM 2020 finden Sie online auf unserer Website www.bfpforum.de. Dort geht es auch direkt zur Anmeldumg.

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