News 15.09.2017

Fuhrparks eher mangelhaft organisiert

Studie von Dataforce und BVF

In vielen Unternehmen ist die Fuhrparkadministration sehr unterschiedlich, und die Prozesse wirken intransparent. Viele Personen und Abteilungen übernehmen Teilaufgaben. Das ist das Ergebnis einer Studie von Dataforce und des BVF.

 - Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender des BVF.
Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender des BVF.
BVF

Eine gemeinsame Studie des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF) und Dataforce hat die Arbeitssituation und das Arbeitsaufkommen bei mit Fuhrparkaufgaben betrauten Angestellten untersucht, die sich in ihrem Unternehmen um den Firmenfuhrpark kümmern. Dabei wurde klar: Eine systematische Aus- und Weiterbildung als Vorbereitung auf die anspruchsvollen Aufgaben fehlt oder ist mangelhaft. „Die Erkenntnis, dass Kosten- und Einsparpotenziale auch bei wenigen Fahrzeugen bestehen, ist in kleineren Fuhrparks noch nicht angekommen. Anders lassen sich die Ergebnisse nicht erklären“, sagt Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender des BVF.

„Wir haben im Rahmen der ‚Frage der Woche‘ unserer FleetInsight-Umfrage über 1.500 mit den gewerblich genutzten Fahrzeugen ihres Unternehmens beschäftigte Frauen und Männer befragt“, berichtet Melanie Bing, verantwortlich für die Umfrage bei Dataforce. Dabei ging es um den Umfang und die Verteilung der Arbeit für den Fuhrpark.

Fünf Größenklassen berücksichtigt

 - Die Ergebnisse der Studie.
Die Ergebnisse der Studie.
BVF/Dataforce

Fünf verschiedene Größenklassen seien berücksichtigt worden: bis zu 4 Fahrzeuge, 5-9, 10-24, 25-49 und 50 und mehr Fahrzeuge waren zu betreuen. Insgesamt gaben 66,2 Prozent der Befragten an, weniger als fünf Stunden in der Woche für den Bereich Fuhrparkmanagement aufzuwenden. Je kleiner die Anzahl der Fahrzeuge, desto weniger Zeit werde aufgebracht. Selbst bei kleineren Fuhrparks bis 50 Fahrzeuge kümmere sich in nahezu 75 Prozent aller Fälle mehr als eine Person um den Fuhrpark.

„Das lässt auf eine mangelhafte bis nicht unbedingt effiziente Organisation schließen, wenn man von Stellvertretungssituationen mal absieht“, meint Prinzing. Dies werde bestätigt durch die Aussage von insgesamt nahezu 30 Prozent aller Befragten, dass sie keine Aussage treffen können, wieviel Zeit andere Personen, die mit Teilaufgaben betraut sind, damit verbringen. Prinzing: „Transparenz sieht anders aus!“

Zeitfresser Schadenabwicklung

Durchschnittlich sind es 8,1 Stunden, die insgesamt wöchentlich unternehmensweit für Aufgaben im Fuhrpark verwendet werden. Von 2,5 Stunden bei 1 bis 4 Fahrzeugen bis zu 31,4 Stunden bei 50 und mehr Fahrzeugen. Die Abwicklung von Schäden beanspruche dabei die meiste Zeit (28,4 Prozent), gefolgt von der Beschaffung von Neufahrzeugen (20,5 Prozent). Nur in 5 Prozent der Fälle gibt es eine eigene Abteilung Fuhrparkmanagement, meist kümmert sich die Geschäftsführung direkt um das Thema (56,5 Prozent) oder die allgemeine Verwaltung (12,8 Prozent).

Interessant sei, dass neben dem aufwendigen Schadenmanagement (ca. 28 Prozent) über 20 Prozent der Arbeitszeit für die Beschaffung von Neufahrzeugen verwendet wird. Dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, wie wichtig auch bei kleineren Fuhrparks eine sauber definierte und transparente Car policy wäre.

Wenig Weiterbildung

Auffallend ist, dass nur rund 10 Prozent aller Fuhrparkverantwortlichen sich auf ihre Tätigkeit mit einer Weiterbildung vorbereitet haben. Die Quote steigt zwar mit Zunahme der Fuhrparkgröße, doch sie liegt bei Fuhrparks größer 50 Fahrzeuge auch nur bei 40 Prozent. „Das bedeutet, dass 60 Prozent diese Tätigkeit ohne Qualifizierung machen. Bei den 40 Prozent kann den Ergebnissen aber auch nicht entnommen werden, welchen Umfang die Aus- und Weiterbildung hatte. Dahinter können sich auch Tagesseminare verbergen, die dem Anspruch aus unserer Sicht auch nicht gerecht werden“, unterstreicht Axel Schäfer, Geschäftsführer des BVF.

Fazit: Je kleiner der Fuhrpark desto intransparenter ist die Verwaltungssituation. Dass Fahrzeuge dennoch im Fokus stehen, zeigt die große Anzahl derer, die in den einzelnen Unternehmen am Entscheidungsprozess bei der Fahrzeugbeschaffung beteiligt sind. hjm

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1 Kommentar zu "Fuhrparks eher mangelhaft organisiert "

  1. Frank Dung - 19.09.2017, 13:53 Uhr (Kommentar melden)

    Sehr geehrte Damen und Herren, die Problematik liegt darin, dass sich die meisten auf Full-Service Leasing verlassen. Damit gebe ich alle Möglichkeiten des Verhandelns aus der Hand, und zahle monatlich einen Aufpreis für null Leistung. So bekommt man vorgegaukelt, der Fuhrpark ist gut aufgestellt, doch genau das ist falsch. Aber, was man nicht weiss kann man nicht umsetzen............. Das Wissensrad im Fuhrpark dreht sich mittlerweile aber auch so schnell, dass es schwer fällt immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Zumal der Fuhrparkmanager eine Abteilung verantwortet, die in der Regel einen 6-stelligen Betrag übersteigt und für einen 24/7 Job unter Wert entlohn wird.