Foto: Arval

Marcus Schulz im Interview

Gemeinsam mehr bewegen

Seit 2018 ist Arval-Deutschland-Chef Marcus Schulz ehrenamtlicher VMF-Vorsitzender. Ein Gespräch mit bfp-Chefredakteur Clemens Noll-Velten.

bfp: Herr Schulz, warum ist Ihr Engagement beim VMF - Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e.V. (VMF) auch für die Kunden gut?

Marcus Schulz: Weil ich fest daran glaube, dass wir gemeinsam mehr bewegen können als allein. Die verschiedenen VMF-Mitglieder sind Unternehmen, die sich rund um die Mobilität engagieren und neue Innovationen und Standards auf den Weg bringen. Hierzu zählt beispielsweise die Einführung der „Fairen Fahrzeugbewertung“. Ganz konkret profitieren unsere Arval-Kunden von dieser transparenten und einheitlichen Abwicklung am Ende der Leasing-Laufzeit. Denn hier ist die Übergabe des Kfz-Leasingrückläufers und die Abrechnung der Schäden, die während der Nutzung entstanden sind, gemäß dem festgelegten Rücknahmeprozess schon von Anfang an geregelt und es gibt am Ende keine „bösen Überraschungen“.

bfp: Was haben Sie sich vorgenommen?

M. Schulz: Der VMF als Interessensvertretung hat die Vision, als Verband die zukünftige Mobilität und dabei, wie erwähnt, neue Standards mitzugestalten. Als Zusammenschluss vieler einzelner Vertreter möchte der VMF Stärken bündeln und gemeinsam die großen Fragen und Herausforderungen bei den Themen Fuhrpark und Mobilität weiter vorantreiben. Es braucht unserer Meinung nach noch Nachjustierung in Sachen Verbraucherschutz, Aufklärung hinsichtlich der Möglichkeiten neuer Technologien sowie einheitlichere und praktikablere gesetzliche Vorgaben. Um hier den vielfältigen Interessen gerecht zu werden, bietet der VMF eine Austausch- und Aktionsplattform für alle Stakeholder. Hierbei sehen wir, dass Kooperation und Zusammenschluss die ansonsten bestehende Konkurrenz zwischen einzelnen Mitgliedern überwiegt – und das zeigt uns, dass wir als VMF auf einem sehr guten Weg sind.

bfp: Wie beurteilen Sie die Situation der Automobilindustrie?

M. Schulz: Deutschland kann zu Recht stolz sein auf seine Tradition im Automobilbau und auf sein Ingenieurswesen. Hier sind wir eines der besten Länder auf der Welt, unsere Ausbildung hat Weltrang. Des Weiteren haben wir tolle Hersteller. Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht auf den Erfolgen ausruhen, denn der Mobilitätsmarkt ist in Aufruhr. Seien es die Dieseldebatte oder auch weitere Veränderungen wie die Transformation hin zu Mobilitätsbudgets oder alternativen Antrieben – ein übergeordneter Verband hilft beim Austausch über aktuelle Geschehnisse und bei der langfristigen Einordnung dieser.

bfp: Aber auch als Arval greifen Sie mit einigen Neuerungen an?

M. Schulz: Das kann ich unterstreichen. Besonders im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung fragen wir zukunftsgerichtet: Wo geht die Reise hin? Wo können wir als Arval mehr bieten? Insbesondere am Beispiel unserer hauseigenen Telematik-Lösung „Arval Active Link“ sehen wir, dass unsere Flottenkunden von unseren individuellen Telematik-Tools profitieren: unterschiedlichen Ausbau- und Berechtigungsmodule mit Features wie digitalisiertes Fahrtenbuch und Echtzeit-GPS-Tracking ermöglichen kundenseitig weiterführende Optimierungen. Von der Zuordnung des optimalen Antriebs je Fahrer bzw. Nutzungsmuster bis hin zur maximalen Auslastung von Poolfahrzeugen während des Tages. Hier können wir gezielt auf die individuellen Digitalisierungs-Ziele, -Wünsche und -Möglichkeiten unserer Kunden eingehen. Gleichzeitig wird nicht mehr ausgelesen als nötig: wir legen großen Wert auf Datenschutz und das wird auch künftig so bleiben.

Darüber hinaus sind wir dabei, unseren Bereich Full-Service-Leasing für Privatkunden zu erweitern sowie auch für „Arval for Employees“. Wir sind davon überzeugt, dass es auch für den Privatkunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Firmenkunden einen großen Vorteil bietet, sich keine Sorge mehr zu den Themen Wartung, Reifen, Verschleiß, oder Versicherung machen zu müssen.

bfp: Legen Sie den Schwerpunkt mehr in Richtung private Kunden?

M. Schulz: Unser Angebot für Firmenkunden bleibt selbstverständlich weiterhin bestehen und wird kontinuierlich um neue digitale Services und Online-Anwendungen erweitert. Übrigens werden wir auch unsere Leasing-Angebote, die speziell auf das Kleingewerbe zugeschnitten sind, ausbauen. Denn insbesondere für kleinere Gewerbetreibende fressen Wartung und Organisation rund um das Geschäftsauto eine Menge Zeit, die vom Kerngeschäft abgeht.

Das heißt, wir sind weiterhin vorrangig für unsere Großkunden mit unserem Full-Service-Leasingangebot im Einsatz, übertragen nun aber zielgerichtet diese Expertise auf Privat- und bfp: Kleingewerbekunden, um auch ihnen eine rundum sorglose Mobilität zu bieten.

Was hat es mit SMaRT auf sich?

M. Schulz: Die SMaRT-Methode – Sustainable Mobility and Responsibility Targets – ist ein strukturierter 5-Schirtte-Prozess, um den Fuhrpark konform mit den Zielen der Corporate Social Responsibility (CSR) und zugleich wirtschaftlich umzustrukturieren. Hierbei ist das Ziel, die jeweils spezifisch passende und gleichzeitig nachhaltigste Antwort auf einen individuellen Mobilitätsbedarf zu finden. Als Pilotprojekt haben wir hier den Fuhrpark unseres Mutterkonzern BNP Paribas mit rund 800 Fahrzeugen komplett neu aufgestellt. Ersparnis: Ein sechsstelliger Geldbetrag und 21 Tonnen CO2 im Jahr.

bfp: Das wird ein spannendes Jahr, wir werden viel von Ihnen hören?!

M. Schulz: Ja, auch mit Blick auf die Elektromobilität. Wir haben mit der sogenannten „Hybrid Card“ eine Kooperation mit Shell und New Motion. Damit sind wir zum Beispiel heute schon in der Lage, das Tanken von Elektrizität, also elektrischer Ladung, mit dem Bezug von Kraftstoff in derselben Anwendung zu kombinieren. Wenn Sie in Ihrer Flotte elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride haben, sehen Sie in einer Übersicht sofort den Vergleich und wissen, was kostet mich eigentlich welches Fahrzeug? Damit sind wir führend beim Thema Kostentransparenz.

Ein weiteres Beispiel dafür, was wir dieses Jahr in den Fokus genommen haben, sind die Themen Digitalisierung und „Mobility as a Service“. Wir bemerken hier derzeit steigendes Interesse an Telematik-Lösungen sowie flexibleren Mobilitätslösungen wie etwa alternativen Antriebslösungen, Mobilitätsbudgets, Ride- und Carsharing-Angeboten. Die Mobilitätsbranche ist Wandel – und Arval ist ganz vorne dabei.

bfp: Herr Schulz, herzlichen Dank!

Das Interview führte Clemens Noll-Velten.

Foto: Martina Göres - bfp

Mini-SUV

Škoda Kamiq: Der Dritte im Bunde

Raumgefühl und Fahrkomfort werden bei Škoda von jeher groß geschrieben. Auch der neue Kamiq bietet mehr Platz als viele seiner Konkurrenten.

Foto: Choice GmbH

Kooperationsprojekt

Mazda stoppt Carsharing

Seit 2018 bot Mazda zusammen mit der Deutschen Bahn, Choice und Lidl stationäres Carsharing an. Nun ziehen sich die Japaner aus dem Projekt zurück.

Foto: Kia

Personalie

Kwang Hyuk Kim neuer Deutschland-Chef von Kia

Sein Vorgänger Duk Hwa Jung übernimmt Kims bisherige Position als Vize-Präsident Business Strategy von Kia Motors Europe.

Foto: RS-Studios - stock.adobe.com

Intelligente Speicherlösungen

Alliance Ventures will sich an "The Mobility House" beteiligen

Die Risikokapitaltochter der Automobil-Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi wird künftig mit dem Start-up unter anderem Energiespeichersysteme aus E-Autobatterien vermarkten.

hintergrundgrafik

bfp SONDERHEFT jetzt verfügbar!

Betriebliche Mobilität 2019

Best Practices und Interviews rund um die Themen Fahrzeuge, Mobilitätsbudget, Carsharing, Diensträder und vieles mehr...
DIGITALES MAGAZIN JETZT LESEN

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!