Foto: Christina Rath - bfp

Optische Aufbereitung

Guter Gesamteindruck: Aufbereitung lässt das Fahrzeug glänzen

Wie läuft die optische Aufbereitung eines Fahrzeugs vor der Leasingrückgabe ab? Und was hat der Kunde davon? bfp fuhrpark & management war vor Ort dabei.

Inhaltsverzeichnis

Von Christina Rath

Ein Fahrzeug zu leasen ist an sich eine schöne Sache. In der Regel bekommt man alle drei bis vier Jahre ein neuwertiges Auto, ohne sich um den Verkauf des alten kümmern zu müssen. Wäre da nicht die Leasingrückgabe zum Ende der Laufzeit, die vielen Leasingnehmern Stress bereitet. Hier ein Kratzer, da eine kleine Macke – was wird vom Gutachter akzeptiert, was kommt als wertmindernder Faktor ins Rückgabeprotokoll und bedeutet damit eine Nachzahlung?

Leasingrückgabe bedeutet häufig Stress

Dem Alter des Fahrzeugs entsprechende Gebrauchsspuren und Verschleißmängel werden in der Regel von Leasinggebern akzeptiert. Dazu gehören zum Beispiel kleine Schrammen rund um die Türgriffe oder den Tankdeckel, ebenso kleine Steinschlagspuren. Für größere Mängel, etwa große Kratzer, Steinschläge mit Rissbildung oder Verformungen am Blech, muss der Leasingnehmer dagegen aufkommen.

Viele Leasinggeber halten ihre Regelungen in einem Schadenkatalog fest. Dennoch kommt es bei der Bewertung des Fahrzeugzustands und einzelner Schäden häufig zum Streit. Um den zu vermeiden, kann der Leasingnehmer schon vor dem Rückgabetermin einiges tun.

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Fahrzeug regelmäßig pflegen

"Lassen Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig pflegen", sagt Alexander Wierzbicki von der Dortmunder Firma "Die Polierschmiede", die Flottenkunden eine mobile Fahrzeugwäsche mit einem speziellen Hochdruckreiniger anbietet. "So können kleine Schäden rechtzeitig wegpoliert und die Lackierung kann gerettet werden."

Auch Pollenstaub oder Streusalz setzen dem Lack zu. Wird das Auto aber während der Mietzeit regelmäßig gründlich gereinigt, kommen erst gar keine größeren Verunreinigungen auf. Trotzdem kann es sinnvoll sein, das Fahrzeug vor der Abgabe in eine professionelle Aufbereitung zu geben, die es reinigt, aufpoliert und gegebenenfalls per Smart Repair die Macke an der Felge oder die Delle am Kotflügel optisch verschwinden lässt.

Denn: "Der Gesamteindruck entscheidet", sagt Wierzbickis Kollege Karl Knoblich, gerade bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeugs. Sieht der Gutachter ein verdrecktes, innen vollgekrümeltes und beflecktes Auto vor sich, wird ihn das vermutlich in Missstimmung versetzen – zum einen wegen der vernachlässigten Autopflege, zum anderen weil er Kratzer so deutlich schlechter erkennen kann. Umso akribischer wird er bei der Suche nach Mängeln vorgehen.

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Mit Dampfreiniger kleine Schäden wegpolieren

Ganz anders ist sein Eindruck, wenn ein gepflegtes, außen glänzendes und innen makelloses Fahrzeug vor ihm steht. Vor allem aber können Aufbereiter kleinere Schäden über Politur und Smart Repair tatsächlich optisch beseitigen. Und das ist in der Regel um Längen günstiger als eine reguläre Reparatur. Wie dieses Wegpolieren aussehen kann, zeigen Wierzbicki und Knoblich für diesen Artikel an einem konkreten Fahrzeug (siehe Foto-Serie).

Sie benutzen zur Reinigung von Karosserie und Innenraum einen Dampfreiniger der Marke Fortador, der über einen leistungsstarken Lamborghini-Brenner verfügt. Hierbei tritt heißer Dampf mit einem Druck von 16 Bar durch eine Pistole aus. Damit wird der Schmutz angelöst, anschließend wird er mit einem Mikrofasertuch weggewischt. Der Wasseranteil beträgt dabei nur fünf Prozent.

Das hat mehrere Vorteile: Die Autowäsche in einer Waschstraße verbraucht etwa 600 Liter Wasser pro Fahrzeug, bei einer Hochdruckwäsche sind es rund 370 Liter. Mit dem Dampfreiniger werden dagegen gerade mal vier Liter Wasser verbraucht. Auf dem Boden landen so höchstens ein paar Tropfen (zumal die Aufbereiter eine Matte darunter legen), nichts sickert ein.

Zudem wird ausschließlich mit Wasserdampf gearbeitet. "Es werden keine Chemikalien in die Luft gepustet", sagt Knoblich. "Der grüne Gedanke ist uns sehr wichtig."

Was wird aufbereitet?

Zunächst wird der Innenraum mit einer gesonderten Dampfpistole trocken oder nass abgesaugt. Auf den Polstern werden damit auch hartnäckige Flecken entfernt. Da der Dampf auf bis zu 120 Grad aufheizt, werden Armaturen und Polster nicht nur gereinigt, sondern auch desinfiziert. "Bei den modernen, fest abgedichteten Fahrzeugen kommt es mangels Belüftung häufig zu einer Bakterienbildung im Innenraum", sagt Ugur Sezmis, Generalimporteur des Fortador.

Während der Innenraum gelüftet wird, geht es an die Karosserie. Durch die Reinigung mit dem Dampfstrahler wird der Lack geschont. Anschließend wird er mit einem Mikrofasertuch auf Hochglanz poliert. Kleine Kratzer sind anschließend nicht mehr zu sehen. Größere Schäden werden gegebenenfalls per Smart Repair behoben.

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Wie lange dauert das und was kostet es?

Als Rechenbeispiel führen die Aufbereiter einen Škoda Fabia an, der bei der Leasingrückgabe fast überall an der Karosserie kleinere Kratzer und Dellen aufweist, dazu größere Lackschäden auf dem Dach, an einem Kotflügel und am vorderen Stoßfänger. Außerdem sind die Felgen leicht verkratzt und abgerieben.

"Das gesamte Waschen inklusive der Korrektur der Lackfehler bei dem Škoda dauert etwa zwei Stunden", gibt Knoblich an. "Der Preis liegt bei 350 Euro netto."

Welche anderen Prozesse verhindert man durch die Aufbereitung? Was spart man?

Bei der Leasingrückgabe dürfen einem Kunden nicht die Reparaturkosten berechnet werden, also die Kosten, die zur Beseitigung des Schadens nötig wären, sondern nur die Minderwerte. Bei dem erwähnten Škoda werden pro Kratzer laut Gutachten etwa 90 Euro berechnet, was sich in diesem Fall läppert. Die Schäden an Kotflügel und Stoßfänger schlagen mit 410 Euro zu Buche.

"Mit Smart Repair ließen sich die Dellen und Lackschäden an Kotflügel und Stoßfänger bereits für 300 Euro reparieren", erklärt Knoblich. Zusammen mit der kompletten Fahrzeugwäsche innen und außen käme man hier insgesamt auf 350 Euro netto für die Aufbereitung. "Die größeren Lackmängel sollten in diesem Fall über die Kaskoversicherung getragen werden", rät Knoblich. Das Gutachten dagegen weist einen Betrag von knapp 2000 Euro aus.

Doch am Ende sei jeder Leasingrückläufer gesondert zu betrachten, sagt Knoblich. "Jedes Auto wird anders behandelt. Es kann auch mit einer einfachen Vorortwäsche und Innenaufbereitung für 150 bis 200 Euro getan sein."

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Fahrzeugpflege aus einer Hand

"Die Polierschmiede" bietet für Flottenfahrzeuge eine Autowäsche innen und außen mit dem Dampfreiniger an. Diese kann am Sitz der Firma in Dortmund oder mobil beim Kunden erfolgen. Da das Gerät vergleichsweise leise ist, kann die Reinigung auch auf Parkplätzen und in Werkshöfen durchgeführt werden – zum Beispiel während der Fahrer arbeitet. Der Gedanke der Betreiber Knoblich und Wierzbicki ist es, Fuhrparks eine regelmäßige Fahrzeugpflege aus einer Hand anzubieten, "schonend, schnell und effizient".

Das Angebot umfasst auch die Fahrzeugaufbereitung bei der Leasingrückgabe. Dabei arbeiten die Betreiber mit anderen Anbietern, etwa für Smart Repair oder Fahrzeuglackierung, zusammen. Für den Kunden gilt: Er hat nur einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert, und eine einzige Rechnung. So soll er Zeit und Geld sparen.

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