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Unternehmerbefragung

Handwerksbetriebe: E-Mobilität noch nicht im Fokus

Erst wenige Handwerksbetriebe setzen auf die Elektromobilität. Die Mehrheit kann sich das auch laut ZDH auch auf absehbare Zeit nicht vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

Von Christian Frederik Merten

Die meisten deutschen Handwerksunternehmen zögern noch, reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride in ihren Fuhrpark aufzunehmen. Mit 63 Prozent können sich derzeit knapp zwei Drittel nicht vorstellen, ein solches Fahrzeug innerhalb der nächsten zwei Jahre zu kaufen oder zu leasen beziehungsweise den Bestand an vorhandenen E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden zu erweitern. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter rund 4.700 Betrieben im ersten Quartal dieses Jahres.

Auf jeden Fall wollen bis 2022 lediglich vier Prozent der befragten Unternehmen ein – gegebenenfalls weiteres – Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid anschaffen. Jeweils 14 Prozent könnten sich das bei einem breiteren Fahrzeugangebot beziehungsweise niedrigeren Anschaffungskosten vorstellen. Für weitere elf Prozent sind wirtschaftlichere Betriebskosten ein Argument pro E-Mobilität, neun Prozent sehen eine bessere öffentliche Ladeinfrastruktur derzeit als Hindernis.

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Wenig Elektroautos, aber zufriedene Nutzer

Aktuell nutzen der Befragung zufolge erst vier Prozent der deutschen Handwerksunternehmen Pkw oder Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben. Dazu zählen neben reinen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden auch Fahrzeuge mit Gasantrieb. Diesel und Benziner spielen mit 78 beziehungsweise 18 Prozent Anteil weiterhin die Hauptrolle in den Fuhrparks der Handwerksbetriebe. In die Gruppe der Diesel und Benziner sind in diesem Fall allerdings auch Mild- und Vollhybride inkludiert.

Die Unternehmen, die schon heute auf Batterie-Elektroautos oder Plug-in-Hybride setzen, sind im Großen und Ganzen aber zufrieden mit der neuen Antriebsart. Denn 84 Prozent sagen, dass sich diese Fahrzeuge im Alltagseinsatz bewährt hätten. Davon sagen 42 Prozent, dass sie innerhalb der nächsten zwei Jahre auf jeden Fall den Kauf oder das Leasing weiterer Fahrzeuge mit den genannten Antrieben planen. Allerdings schließen immerhin 25 Prozent der Unternehmen, die positive Erfahrungen mit der E-Mobilität gemacht haben, genau das aus. Ob diese Unternehmen in dieser Zeit jedoch überhaupt eine Fahrzeugbeschaffung planen, geht aus der Befragung nicht hervor.

Der ZDH betont, dass die Akzeptanz der Elektromobilität direkt mit der Unternehmensgröße korreliert. So sagen 13 Prozent der Unternehmen mit 20 oder mehr Mitarbeitern, dass sie ganz bestimmt – zusätzliche – Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride anschaffen wollen, bei den kleineren Organisationen liegt dieser Anteil bei lediglich vier Prozent. Dementsprechend beträgt auch die Ablehnungsquote 35 zu 65 Prozent bei größeren respektive kleineren Handwerksunternehmen.

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Skepsis gegenüber Lastenrädern

Unabhängig von der Antriebsart setzen die Handwerksbetriebe aber auch künftig auf den Fahrzeugbesitz. Mit 89 Prozent erwartet die überwältigende Mehrheit, auch in Zukunft auf eigene Fahrzeuge angewiesen zu sein, etwa aufgrund von speziellen Fahrzeugeinbauten. Lastenräder als Alternative zum Transporter erachten die meisten Unternehmen dagegen nicht als sinnvoll: 81 Prozent sieht deren Einsatz auch künftig generell nicht als sinnvoll an. Vier Prozent können sich Lastenräder noch als Ergänzung zu konventionellen Fahrzeugen vorstellen, nur zwei Prozent stehen den Drahteseln bedingungslos positiv gegenüber.

Derzeit verfügen laut Befragung insgesamt 73 Prozent der deutschen Handwerksbetriebe über eigene Fahrzeuge. Mit 52 Prozent Anteil ist mehr als die Hälfte der Fahrzeuge maximal fünf Jahre alt. Insgesamt fast drei Viertel der Fahrzeuge (73 Prozent) bringt es auf maximal zehn Jahre.

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