Foto: Opel Automobile GmbH

Ergonomie und Platzangebot

Im Innenraum mehr auf die Passform achten

bfp-Serie „Arbeitsplatz Auto“ Teil 2: Wie optimale Innenraum-Abmessungen des Wohlbefinden im Auto erhöhen.

Inhaltsverzeichnis

Von Sabine Neumann

Bei der Wahl eines Autos stehen – ganz abgesehen von den TCOs - meistens Aussehen oder Motorisierung im Fokus. Obwohl Außendienstler und Servicemitarbeiter viel Zeit in den Fahrzeugen verbringen, spielen die Maße des Passagierabteils bei der Anschaffung eher eine untergeordnete Rolle.

Im besten Fall entscheiden sich Vielfahrer intuitiv für ein Modell, mit dem sie gute Erfahrungen gemacht haben. Sprich, wie viel Bewegungsfreiheit sie haben oder wie fit sie selbst nach langen Dienstreisen aussteigen. Auch die Größe des Kofferraumes für Gepäck oder Waren spielt eine Rolle. Während es dabei selbstverständlich ist, sich an konkreten Zahlen wie dem Ladevolumen zu orientieren, werden die Maße des eigentlichen Innenraums meist stiefmütterlich behandelt.

Erfolgsfaktor Gesundheit

Neue bfp-Serie „Arbeitsplatz Auto“. Im ersten Teil sagen wir, wie Fuhrparkmanager Belastungen für Außendienstler reduzieren können.
Artikel lesen >

"Das Fahrzeug an den Menschen anpassen"

Dabei gibt es diese Werte durchaus. Ein Blick in die technischen Daten beispielsweise bei Mercedes, Opel oder VW verrät, dass die Kopffreiheit für die Frontpassagiere in einer C-Klasse Limousine und einem VW Passat mit 1,03 Metern Abstand von der Sitzfläche zum Dach 18 Millimeter mehr Kopffreiheit bietet als im Insignia Grand Sport mit 98,5 Zentimetern. Ein deutlicher Unterschied, der sich durchaus aufs Wohlbefinden auswirken kann. Im Kompaktsegment gibt es da weit weniger Unterschiede: Ford Focus, Opel Astra und VW Golf sind mit gut einem Meter Innenraumhöhe fast identisch.

"In der Fahrzeuggestaltung spielt die so genannte 'Anthropometrische Ergonomie', die Lehre der Ermittlung und Anwendung der Maße des menschlichen Körpers, eine wichtige Rolle", betont Heiner Bubb, lange Jahre als Arbeitswissenschaftler für Ergonomie an der Technischen Universität München tätig. In seinem Buch "Automobilergonomie" beschreibt er, wie wichtig es ist, das Fahrzeug an den Menschen anzupassen. Das gilt unter anderem für das Platzangebot und notwendige Bewegungsfreiräume sowie für die Erreich- und Sichtbarkeit der Bedienelemente und Anzeigen. Zumal ja Bauteile wie Sitze, Lenkrad, Pedalerie, Instrumententafel, Mittelkonsole und Ablagefächer den Bauraum einschränken.

Doch damit nicht genug: Frauen und Männer jeglicher Statur und Alters sollen sich an Bord gleichermaßen wohl fühlen. Und Bubb nennt noch eine weitere Herausforderung: "Im Zeitalter der Globalisierung ist eine Berücksichtigung aller relevanten Kunden – vom kleinen Asiaten bis zum großen Mitteleuropäer – eine Grundvoraussetzung für eine wirtschaftliche Fahrzeugplattform."

Ford sorgt für mehr Rückenkomfort

Für mehrere Baureihen sind künftig Ergonomie-Sitze im Angebot. Das ist ein Vorteil für Vielfahrer, aber auch sehr große und sehr kleine Fahrer profitieren davon.
Artikel lesen >

Genormte Innenraummessung seit 1973

Laut Bubb wurde erstmals im September 1973 in der von dem "Human Factors Engineering Committee" erarbeiteten Norm SAE6 J1100 standardisierte Fahrzeugabmessungen aufgeführt. Diese Norm, beziehungsweise die sich daran orientierende DIN 70020-1, stellt bis heute eine wesentliche Grundlage für die Pkw-Maßkonzeption dar.

Zwei Fix-Punkte sind in diesem Zusammenhang zu nennen: zum einen der Fersenpunkt, da die Pedalerie in Position und Höhe nicht variabel ist. Damit muss sich eigentlich alles, was mit dem Fahrersitz, dem eigentlichen Arbeitsplatz im Auto, zusammenhängt, an ihr orientieren. Zum anderen lässt sich anhand des so genannten Sitzreferenzpunktes (SgRP) sowie des Hüftpunktes (H-Punkt) eines definierten Dummys viel über die Sitzposition im Fahrzeug sagen. Der H-Punkt steht immer in Relation zu den Sitzschienen.

Aus diesem Grund kann daraus auch der Charakter des Wagens abgeleitet werden. In der Formel 1 liegt der H-Punkt eher bei null Zentimetern, bei einem Van im Bereich in etwa bei 40 Zentimetern. Im Vergleich von Opel Astra und VW Golf – mit etwa gleich viel Kopffreiheit in Zentimetern – wird es an dieser Stelle interessant: Liegt bei ersterem der H-Punkt bei 27,2 Zentimetern, sind es beim Wettbewerber nur 22,5 Zentimeter. Sprich, Personen mit größerer Oberkörperlänge dürften sich hier zwar wohler fühlen, müssen aber eventuell einen rückenbelastenden Winkel in der Hüfte in Kauf nehmen. Andererseits könnten Ein- und Ausstieg durch die relativ niedrige Lage der Sitzpolster erschwert werden. Zumal der Abstand vom Boden zum H-Punkt beim Wolfsburger bei 48,9 Zentimetern, beim Opel bei 53,7 Zentimetern liegt. Letzterer bringt Vorteile mit sich, wenn auch Gäste auf der Rückbank mitfahren. Die Länge vom Fersen- bis zum H-Punkt des Passagiers auf der Rückbank macht beim Astra fast sieben Zentimeter mehr aus als beim Golf.

Gute Sitze, fitte Mitarbeiter

Die Ausstattung der Dienstwagen mit guten Sitzen trägt entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Die Fahrer sind konzentrierter, fitter und motivierter.
Artikel lesen >

Wenige Zentimeter können entscheiden

Wesentlich einfacher ist es da, sich beim Ladeabteil nach konkreten Zahlen zu richten. Ohne großes Suchen und Kombinieren ist in den Datenblättern zu erkennen, dass im Vergleich von Ford Fokus, Opel Astra und VW Golf der Wolfsburger Kompakte mit 381 Litern bei aufgestellter Rückbank und maximal 1.237 Litern die Nase vorn hat. Andererseits bringt sich der Rüsselsheimer Vertreter mit einer Länge der Ladefläche von maximal 1,57 Metern wieder ins Spiel. Manchmal können gut zwei Zentimeter Unterschied, die dem Golf an dieser Stelle fehlen, entscheidend sein, wenn's ums Beladen geht.

Im Mittelklasse-Segment indessen trumpft der VW Passat auf. An ein Ladevolumen von 586 bis 1.152 Litern kommen weder die Mercedes C-Klasse (455 Liter) noch der Opel Insignia (490/1.450 Liter) heran.

Mindestens so wichtig wie die Ladekapazität aber ist es, dass Innenraumabmessungen und Sitze so sind, dass der Fahrer so entspannt wie möglich unterwegs ist. Das Gespräch mit den Kunden verläuft dann sicher besser und auch die Zahl der Krankheitstage dürfte rückläufig sein.

Serie Arbeitsplatz Auto Innenraumvergleich

Serie Arbeitsplatz Auto Innenraumvergleich

© bfp fuhrpark & management

Vorstellung

Hyundai i30 jetzt auch als viertüriges Coupé

Hyundai komplettiert die i30-Baureihe mit einem viertürigen Coupé. Geschäfts- und Flottenkunden soll der Fastback mit schickem Design und hohem Nutzwert gewinnen.

Erfolgsfaktor Autositz

Gute Sitze, fitte Mitarbeiter

Die Ausstattung der Dienstwagen mit guten Sitzen trägt entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Die Fahrer sind konzentrierter, fitter und motivierter.

Stressreduzierung

Erfolgsfaktor Gesundheit

Neue bfp-Serie „Arbeitsplatz Auto“. Im ersten Teil sagen wir, wie Fuhrparkmanager Belastungen für Außendienstler reduzieren können.

SUB im Check von bfp

Seat Tarraco: Lob der Flottenkunden

Kunden drohen mit Auftrag – mit diesen Worten beschreibt Seat-Geschäftsführer Bernhard Bauer die Reaktionen von Firmen- und Geschäftskunden auf den neuen Tarraco.

Whitepaper E-Mobilität

Whitepaper E-Mobilität

Laden Sie sich das neue kostenlose Whitepaper zum Thema E-Mobilität für den Fuhrpark herunter.

Das erfahren Sie im Whitepaper

  • Elektroautos: mit Batterie oder Brennstoffzelle
  • Die Lade- und Tankinfrastruktur alternativer Antriebe
  • Steuervorteile für Elektroautos und bestimmte Plug-in-Hybride
  • Fahrzeugkauf und Aufbau einer Ladeinfrastruktur
  • Car-Policy an alternative Antriebe anpassen
  • Fallstricke der Elektromobilität vermeiden

Jetzt herunterladen!

Tipps & News rund um Fuhrparkmanagement und betriebliche Mobilität:der fuhrpark.de-Newsletter

Abonnieren Sie jetzt den kostenlosen fuhrpark.de-Newsletter!