Foto: Jaguar

Vorstellung

Jaguar E-Pace: Kleine SUV-Katze

Mit dem E-Pace will Jaguar neue Zielgruppen ansprechen, darunter sind auch kleine Fuhrparks.

Inhaltsverzeichnis

Wolfgang Schäffer

Der 4,40 Meter lange Geländegänger hebt sich optisch deutlich von dem vor zwei Jahren eingeführten 33 Zentimeter längeren F-Pace ab. Der auf der Architektur des Range Rover Evoque aufbauende Neuling steht geduckt auf der Straße, zeigt sich im Gesicht mit an den Sportwagen F-Type erinnernden Scheinwerfern (LED in Serie), einem muskulös geformten Heck und einem fast coupéhaft geschnittenen Dach. „Wir wollten bewusst nicht den kleinen Bruder des F-Pace auf die Straße bringen“, erklärt Chefdesigner Ian Callum das Aussehen des Autos, das sich gegen Audi Q3, Volvo XC40, BMW X2 oder auch Mercedes GLA durchsetzen soll.

Was kostet der E-Pace?

Preislich spielt der E-Pace auf alle Fälle mit in der Premium-Liga. Die Einstiegsversion mit einem 150 PS starken Zweiliter-Diesel, Frontantrieb und Sechsgang-Getriebe kostet 34.950 Euro. Zwei weitere Selbstzünder mit diesem Hubraum und 180 oder 240 PS sowie zwei Zweiliter-Benziner mit 249 und 300 PS runden das Angebot ab. Allradantrieb und Neunstufen-Automatik gibt es je nach Motorisierung auf Wunsch oder in Serie.

Wir waren mit den beiden Spitzentriebwerken und Allradantrieb unterwegs, die beide in der höchsten Ausstattungsstufe die 60.000-Europ-Marke übertreffen. Dafür gibt es dann aber auch ein Auto, das sich ausgesprochen agil und dynamisch fahren lässt. Beide Aggregate hängen gut am Gas, reagieren – vor allem in Dynamik-Modus (es gibt auch Eco und Komfort) – recht spontan auf Leistungsabrufe, ziehen kraftvoll durch und haben bei höheren Drehzahlen eine kernigen Sound. Da kommt echte Fahrfreude auf. Wenn der E-Pace somit aber auch entsprechend gefordert wird, schnellt der Verbrauch mächtig in die Höhe. 13,5 Liter beim Benziner (Normverbrauch 8,0) und 10,2 Liter beim Diesel (6,2 Liter laut Norm) sind schon ziemlich heftig. Bei etwas ruhigerer Fahrweise reduziert sich der Durst des Benziners auf zwölf und der des Selbstzünders auf 8,6 Liter. Das wiederum ist dann durchaus in Ordnung für ein Auto, das knapp 1,9 Tonnen wiegt (zulässiges Gesamtgewicht 2,4 Tonnen). Dass der Diesel mit moderner Abgasreinigung (SCR-Katalysator und Harnstoffeinspritzung) ausgerüstet ist, versteht sich von selbst. Der AdBlue-Tank fasst 16 Liter.

Wie fährt sich der kompakte Jaguar?

Die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung betonen den bereits erwähnten Fahrspaß nachdrücklich. Selbst richtig schnelle Kurvenfahrten stellen weder Frau noch Mann am Steuer vor irgendwelche Probleme. Die Spurtreue ist schlichtweg klasse. Dazu trägt auch das in den Top-Motorisierungen eingebaute Allrad-System bei. Zwei elektronisch gesteuerte Lamellenkupplungen reagieren blitzschnell auf fehlende Traktion und leiten in Bruchteilen von Sekunden die Kraft an die entsprechenden Räder. Der Charakter des Heckantriebs bleibt dabei aber erhalten.

Erstaunlich zudem, was die kleine SUV-Katze im Gelände kann. Auch wenn vermutlich die wenigsten Besitzer jemals einen Ausflug in solches Terrain unternehmen – wenn es sein muss, meistert der Wagen mit seiner Allradtechnik auch relativ anspruchsvolle Streckenabschnitte.

Was bietet der Innenraum?

Kaum Kritik gibt es am Platzangebot für Passagiere und Gepäck (Kofferraumvolumen 577 bis 1.568 Liter/niedrige Ladekante, fast ebene Ladefläche). Vor allem im Fond können es sich zwei Mitfahrer bequem machen, haben reichlich Beinfreiheit. Vorn indessen erstreckt sich vor den beiden Sitzen ein extrem voluminöser Armaturenträger, der auf der Beifahrerseite weit nach unten reicht, dadurch ein Gefühl der Enge verbreitet. Fahrer, die nahe am Lenkrad sitzen, indessen stoßen mit rechten Knie an eine knochenharte Mittelkonsole. Ein etwas weicheres Material in diesem Bereich wäre wünschenswert.

Apropos Material. Bei einem Hersteller mit Premiumanspruch ist der Einsatz von auf Aluminiumoptik eingefärbtem Kunststoff nicht zu verstehen. Vor allem, da es beispielsweise bei dem größeren Bauteil rund um Schalt- beziehungsweise Automatikwählhebel auf Anhieb zu identifizieren ist. Ähnliches gilt für die Verzierungen in den Türen oder die Paddels am Lenkrad. Das steht in krassem Kontrast dazu, dass Jaguar ansonsten viel getan hat, um Wertigkeit und Qualität hervorzuheben. So sind die Türverkleidungen beispielsweise mit weichem Material ausgekleidet, und die Sitzbezüge haben doppelte Kontrastnähte. Dazu wird das serienmäßige Infotainmentsystem über ein Zehn-Zoll-Touchscreen bedient.

Wie sieht die Basisausstattung aus?

Zur Basisausstattung zählen zudem noch eine Rückfahrkamera, ein Fußgängerairbag samt aktiver Motorhaube, ein autonomer Notfall-Bremsassistent sowie Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistenzsysteme, Einparkhilfen vorne und hinten und nicht zuletzt ein Tempomat einschließlich Begrenzer. Auch USB-Schnittstellen sind vorhanden.

Das alles macht den Jaguar E-Pace zu einer durchaus attraktiven Alternative im Segment der kompakten SUV. Die angebotenen Leasingkonditionen ab 179 monatlich bei einer Laufzeit von 36 Monaten dürften für die ins Visier genommenen Zielgruppen ebenfalls nicht ganz uninteressant sein.

Technische Daten – Jaguar E-Pace:

Viertüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV, Länge: 4,40 Meter, Breite: 1,98 Meter (mit Außenspiegeln: 2,09 Meter), Höhe: 1,65 Meter, Radstand: 2,68 Meter, Kofferraumvolumen: 577 bis 1.234 Liter. Versicherungseinstufungen: Haftpflicht 17, Teilkasko 21, Vollkasko 28. Wartungsintervalle: für Diesel zwei Jahre oder 34.000 Kilometer, für Benziner ein Jahr oder 26.000 Kilometer.

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Neungang-Automatik, Allradantrieb, 183 kW/250 PS, maximales Drehmoment: 365 Nm bei 1.200 bis 4.500 U/min, 0-100 km/h: 7,0 s, Vmax: 230 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,7 Liter, CO2-Ausstoß: 174 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 42.350 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Neungang-Automatik, Allradantrieb, 221 kW/300 PS, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min, 0-100 km/h: 6,4 s, Vmax: 243 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,0 Liter, CO2-Ausstoß: 181 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 52.850 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 10,1 s, Vmax: 199 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,7 Liter, CO2-Ausstoß: 124 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 34.950 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Sechsgang-Handschaltung, Allradantrieb, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 10,7 s, Vmax: 194 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter, CO2-Ausstoß: 137 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 37.450 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Neungang-Automatik, Allradantrieb, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 380 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 10,5 s, Vmax: 193 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,6 Liter, CO2-Ausstoß: 147 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 39.875 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Sechsgang-Handschaltung, Allradantrieb, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 430 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 9,9 s, Vmax: 207 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter, CO2-Ausstoß: 137 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 39.550 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Neungang-Automatik, Allradantrieb, 132 kW/180 PS, maximales Drehmoment: 430 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 9,3 s, Vmax: 205 km/h, Durchschnittsverbrauch: 5,6 Liter, CO2-Ausstoß: 147 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 41.975 Euro.

2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel, Neungang-Automatik, Allradantrieb, 177 kW/240 PS, maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1.500 U/min, 0-100 km/h: 7,4 s, Vmax: 224 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,2 Liter, CO2-Ausstoß: 162 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: k.A., Preis: ab 52.475 Euro.

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