Foto: Jaguar

Umfangreich überarbeitet

Jaguar XE auf Premium getrimmt

Ohne Geschäftskunden wäre der Jaguar XE in Deutschland quasi unsichtbar. Mehr als 75 Prozent der Verkäufe entfallen auf sie. 2018 wurden auch nur 1.100 dieser Autos verkauft.

Inhaltsverzeichnis

Von Wolfgang Schäffer

Limousinen haben einen schweren Stand in der Mittelklasse. Die wird ohnehin beherrscht von Audi, BMW und Mercedes, die zudem allesamt auf Wunsch als Kombi zu haben sind. Eine solche Karosserievariante hatte Jaguar für den XE bislang nicht im Angebot – und das bleibt auch so.

Dennoch könnte die jetzt vorgenommene Modellüberarbeitung dazu beitragen, dass das Interesse an der sportlichen Limousine steigt. Denn die Briten haben den XE qualitativ deutlich aufgewertet. Das gilt vor allem für den Innenraum, der jetzt endlich dem Premium-Anspruch genügt, den Jaguar grundsätzlich für die Marke reklamiert.

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Hartplastik verbannt und Ledersitze

Chefdesigner Ian Cullam verweist in dem Zusammenhang darauf, dass mit dem Facelift Hartplastik aus dem Auto verbannt wurde. Ob Armaturenträger oder Türinnenverkleidungen, überall kommt weich geschäumtes und dazu wertig aussehendes Material zum Einsatz. Das aber ist längst nicht alles.

Selbst von Stoffbezügen für die Sitze hat sich Jaguar im XE verabschiedet. Leder ist angesagt fürs bequem gepolsterte Gestühl, das außerdem generell mindestens zwölffach elektrisch verstellbar ist und guten Halt gibt.

Bei der Erneuerung des coupéartig geschnittenen Viertürers haben sich die Gestalter auch bemüht, mehr Platz für Kleinkram im Passagierabteil zu schaffen. Das macht sich beispielsweise bei der Größe der Fächer in den Türen bemerkbar, wo jetzt Flaschen wesentlich einfacher unterzubringen sind.

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Verbesserungen bei den Instrumenten

Die Veränderungen, besser gesagt Verbesserungen, setzen sich bei den Instrumenten fort. Standard sind halb analoge, halb digitale Anzeigen. Auf Wunsch gibt es ein volldigitales 12,3-Zoll-Instrumentenpanel. Optional ist ein digitaler Rückspiegel im Angebot. Das Kamerabild vergrößert das Sichtfenster deutlich. Für Brillenträger mit Gleitsichtgläsern ist das System zumindest gewöhnungsbedürftig.

Untergebracht ist die Kamera in einer kleinen Haifischflosse auf dem Dach, so dass eine Verschmutzung ziemlich unwahrscheinlich ist. Allerdings lässt sich der Spiegel mit einem Handgriff auch aufs herkömmliche Betrachten umstellen.

Ebenfalls als Extra ist das Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem aus dem Elektro-SUV I-Pace erhältlich. Dann ist in der Mittelkonsole ein Zehn-Zoll-Touchscreen untergebracht, ein zweites, halb so großes Touch-Display liegt versetzt darunter. Darüber wird unter anderem die Klimaanlage gesteuert.

Wählhebel statt Drehschalter

Apropos steuern: Im Zuge der Überarbeitung hat der XE ein neues Lenkrad bekommen, das gut in der Hand liegt. Und die jetzt für alle Motorvarianten eingesetzte Achtgang-Automatik wird nicht mehr über den einst so gepriesenen und tatsächlich außergewöhnlichen, ausfahrbaren Drehknopf auf dem Mitteltunnel gesteuert. Stattdessen ist dort jetzt wieder ein klassischer Wählhebel installiert.

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Ein Diesel und zwei Benziner im Angebot

Ebenfalls Änderungen ergeben sich anlässlich der Modellpflege bei der Antriebspalette. Gestrichen hat Jaguar den Einstiegsdiesel mit Handschaltung sowie den Basisbenziner. Drei Triebwerke stehen noch zur Verfügung. Der Zweiliter-Selbstzünder zum Preis ab 43.690 Euro leistet dabei 180 PS und wuchtet satte 430 Newtonmeter (Nm) wahlweise auf die Hinterachse oder alle vier Räder.

Der Diesel läuft beeindruckend leise und zieht kraftvoll in allen Drehzahlbereichen durch. Hier gibt es nichts zu mäkeln. Den Verbrauch gibt Jaguar mit fünf Litern an. Bei der flotten Fahrt über kurvenreiche Landstraßen mit vielen Steigungen zeigte der Bordcomputer 6,7 Liter an.

Den Benzinerpart deckt ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo ab, der mit 250 PS und Heckantrieb (44.390 Euro) oder 300 PS und Allradantrieb (50.140 Euro) zu haben ist. Beide Aggregate hängen klasse am Gas und laufen sehr ruhig. Verbrauchsmäßig sind die angegebenen sieben beziehungsweise 7,5 Liter aber ziemlich weit weg von der Realität: 9,8 und 10,4 Liter, so der Verbrauch laut Anzeige nach eher sportlich ausgerichteter Fahrweise.

Dazu lädt das Fahrwerk aber auch ein. Agil und dynamisch lässt sich der äußerlich nur wenig veränderte XE um die Ecken bewegen. Einlenkverhalten, Rückmeldung der Lenkung und Spurtreue sind bestens. Der Komfort leidet darunter aber keinesfalls. Souverän werden Unebenheiten der Straße weggefiltert. Hier zeigt die Limousine ebenfalls die Premiumeigenschaften, die von einem Jaguar erwartet werden und die der Hersteller immer wieder betont.

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Umfangreiche Serienausstattung

In diesem Fall wird das mit der generell umfangreichen Serienausstattung unterstrichen. So sind unter anderem außer den bereits erwähnten Ledersitzen noch 18-Zoll-Aluräder, LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, Einparkhilfen vorne und hinten, Infotainmentsystem, bluetoothfähiges Telefonsystem, Smartphone-Paket (Apple Car Play und Android Auto), USB- und Aux-Anschlüsse, Rückfahrkamera und Spurhalteassistent immer werksseitig vorhanden.

Nicht zu unterschätzen außerdem die serienmäßige Dreijahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung, die unter anderem alle Inspektion in dieser Zeit beinhaltet. Innerhalb dieser 36 Monate ist bei einem auftretenden technischen Problem eine Mobilitätsgarantie mit einem europaweit kostenlosen Pannendienst enthalten. Gerade für vielfahrende Geschäftskunden sind die letztgenannten Punkte eine attraktive Zugabe. Der Jaguar XE ist ab sofort bestellbar und kommt im Juni zu den Händlern.

Jaguar XE – Technische Daten:

  • Mittelklasse-Limousine,

  • Heck- oder Allradantrieb,

  • Länge: 4,68 Meter,

  • Breite: 2,08 Meter (mit Außenspiegeln),

  • Höhe: 1,42 Meter,

  • Radstand: 2,84 Meter,

  • Leergewicht: ab 1.611 kg,

  • Kofferraumvolumen: 410-549 Liter

Jaguar XE Daten und Preise

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