Foto: Olaf Gallas/Kia

Facelift für vierte Generation

Kia setzt beim Sportage auf die Dieselkarte

Für viele Flottenmanager ist das wohl eine eher gute Nachricht: Gleich zwei neue Dieselmotoren kommen nach der Überarbeitung des Kia Sportage zum Einsatz.

Von Wolfgang Schäffer

Mit dem Kia Sportage haben die Koreaner das Erfolgsmodell schlechthin am Start. 140.000 verkaufte Einheiten in Deutschland, 15.000 allein 2017, sind eine stattliche Zahl. Da der Flottenanteil bei 35 Prozent liegt, ist das SUV gerade auch in dieser Hinsicht ein wichtiges Auto für den koreanischen Hersteller.

Kia Sportage: große Hoffnungen auf den Mildhybrid

Kaum verwunderlich deshalb, dass bei der Überarbeitung der vierten Generation nach gerade einmal zweieinhalb Jahren Bauzeit die Dieselmotoren einen hohen Stellenwert bekommen haben. Noch vor drei Jahren lag der Dieselanteil bei Kia um die 55 Prozent. 2017 ging das auf lediglich 40 und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sogar auf 24 Prozent zurück.

Diesen Trend sollen die neuen Selbstzünder nicht nur stoppen, sondern wieder in die andere Richtung lenken. Große Hoffnungen liegen dabei auf Mildhybrid, dem Zweiliter-Diesel mit 185 PS, bei dem erstmals ein 48-Volt-System zum Einsatz kommt.

Wie der Kia Sportage Kraftstoff sparen soll

Ein aus einer Lithium-Ionen-Batterie (liegt im Unterboden des Kofferraums, der dadurch etwa 60 Liter Volumen einbüßt) mit Energie versorgter Startergenerator, über einen Riemen mit der Kurbelwelle verbunden, steuert beim Beschleunigen bis zu 16 PS Leistung bei.

Der Verbrenner wird entlastet, zieht aber dennoch kraftvoll durch. Das spart Kraftstoff. Wird gebremst oder rollt der Wagen, wird die dabei gewonnenen Energie im Akku gespeichert.

Diese Technik erlaubt es, dass die generell bei allen Motoren zum Einsatz kommende Start-Stopp-Funktion, hier bereits das Triebwerk abschaltet, wenn Tempo 30 unterschritten wird. Der anschließende Neustart erfolgt schnell und unmerklich.

In der Praxis etwa sieben Liter Verbrauch

Laut Kia soll sich der Verbrauch aufgrund des Mildhybrids, der Start-Stopp-Funktion sowie der neuen Achtgang-Automatik im Vergleich zum bisherigen Diesel um bis zu zehn Prozent reduzieren. 5,8 Liter werden nach dem WLTP-Zyklus angegeben.

Wir haben auf ersten kurzen Fahrten auf dem Bordcomputer knapp sieben Liter abgelesen. Angeboten wird der große Selbstzünder generell mit Allradantrieb und serienmäßig mit einer Sechsgang-Schaltung.

1,6-Liter-Selbstzünder ersetzt 1,7-Liter-Aggregat

Außer dem Top-Diesel, der Ende September zum Preis ab 38.190 Euro in den Handel kommt, steht von August an ein 1,6-Liter-Selbstzünder mit 115 oder 136 PS parat. Der Diesel, der den bisherigen 1,7-Liter ersetzt, ist mit Frontantrieb und Sechsgang-Getriebe in der leistungsschwächeren Version und wahlweise mit Front- oder Allrad sowie Schalt- oder Siebengang-DSG-Getriebe in der 136-PS-Version zu haben.

Mit der geht es in jedem Tempobereich mit viel Dampf vorwärts. So, wie auch beim Zweiliter-Diesel, sind die Arbeitsgeräusche erfreulich niedrig, ist die Laufruhe gut.

Auf der Benzinerseite hat Kia einen 132 PS starken 1,6-Liter-Sauger (Frontantrieb, Sechsgang-Schaltung/22.190 Euro) und einen 1,6-Liter-Turbo mit 177 PS (Front- oder Allradantrieb, Sechsgang-Schaltung oder Siebengang-DSG-Getriebe) im Angebot.

Alle Motoren erfüllen Euro 6d-Temp

Vom Start weg erfüllen alle Motoren des Kia Sportage die Euro-6d-Temp-Norm. Die Benziner sind also mit Partikelfilter, die Diesel mit Harnstoffeinspritzung ausgerüstet. Deshalb sind die Kia-Verantwortlich sicher, dass der Selbstzünder seinen Weg machen wird. "Wir glauben an den Diesel und halten daran fest. Die Motoren sind sauber und gut", so ein Sprecher.

Allerdings soll der 4,49 Meter lange und 1,86 Meter breite Sportage keinesfalls ausschließlich mit den technisch überarbeiteten Aggregaten punkten. In dem neu gestalteten Gesicht wirkt der etwas veränderte Kühlergrill markanter.

Der untere Lufteinlass wurde optisch vergrößert und mit einer Chromleiste verziert, die sich quer über die Front zwischen den Nebelscheinwerfer spannt. Verbunden sind auch die Heckleuchten. Hier haben sich die Designer für ein Reflektorband entschieden.

Neue Wunschausstattungen für den Kia Sportage

Innen wird die Modellpflege an einem neuen Lenkrad deutlich und auch die klar gezeichneten Kombiinstrumente wurden neugestaltet. Je nach Ausstattung kommen ein Siebenzoll- oder ein rahmenloser Achtzoll-Touchscreen zum Einsatz.

An Schaltern und Knöpfen aber hält der Kia Sportage dennoch fest. Tempomat, Rückfahrkamera, Smartphone-Anbindung mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung und 16-Zoll-Aluräder sind serienmäßig.

Außer einer Reihe von bekannten Assistenzsystemen gibt erstmals auch einen adaptiven Tempomaten mit Stopp-and-Go-Funktion fürs stressfreie Staufahren, einen Müdigkeitswarner und einen Around-View-Monitor. Beste Voraussetzungen also, dass der Kia Sportage (ab 22.490 Euro) weiterhin in der Erfolgsspur fährt.

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